Chancen für den IT-Channel in der Videoüberwachung: Visuelle Sicherung

Videoüberwachung war lange ein Geschäftsfeld von Errichtern und Installateuren, doch mit dem Siegeszug der IP-Technik wird das Thema für den IT-Channel interessant. Er kann sich durch sein großes Wissen rund um Netzwerktechnik und IT-Sicherheit abheben sowie durch Software-Integration und Video-Analytik punkten.

(Foto: phonlamaiphoto - Fotolia)

Eigentlich ist Videoüberwachung längst Alltag. Wer sich aufmerksam durch deutsche Städte bewegt, dem fallen schnell die vielen Kameras auf, die im öffentlichen Nahverkehr, vor Firmengebäuden oder im Supermarkt angebracht sind. Doch der Markt wächst noch immer schnell – um jährlich mehr als 18 Prozent, wie die Marktforscher von Marketsandmarkets prognostizieren. In diesem Jahr soll er weltweit ein Volumen von knapp 37 Milliarden Dollar erreichen, bis 2023 sogar eines von über 68 Milliarden. Dafür verantwortlich ist neben dem wachsenden Sicherheitsbedürfnis von Unternehmen und Bevölkerung der Umstand, dass die Kameras immer günstiger und damit auch für kleine Firmen sowie Privatnutzer attraktiv werden. Das führe nicht nur zu einer stärkeren Verbreitung von Überwachungskameras, sondern auch zu einer höheren Nachfrage nach Speicherlösungen und Monitoren, heißt es bei Marketsandmarkets.

Nach wie vor ist der Markt stark durch Installateure und Errichter geprägt, was sich auch auf Fachmessen wie der Sicherheitsexpo in München oder der Security Essen zeigt, auf denen der IT-Channel nur einen kleinen Teil der Besucher stellt. Oft wird er allenfalls als derjenige gesehen, der dem Sicherheitstechniker die Kamera verkauft – und das eigentlich auch nur, weil die mittlerweile meist IP-basiert ist. Dabei ist das Thema für die IT-Branche über das Geräte-Reselling hinaus sehr interessant, was in den vergangenen Jahren viele Systemhäuser, Integratoren und Dienstleister erkannt haben. Für sie könne Videoüberwachung ein Zukunftsmarkt sein, urteilt etwa Christian Heller, Leiter des Geschäftsbereiches Sicherheitstechnik bei EFB Elektronik.

Der deutsche Hersteller vertreibt vor allem über Installateure, hat in den vergangenen Jahren jedoch verstärkt Partnerschaften mit IT-Dienstleistern aufgebaut. Für die sei Überwachungstechnik eine gute Möglichkeit, ihr Portfolio zu erweitern und sich von Konkurrenten abzusetzen, sagt Heller. Aber sie müssten auch deutlich kommunizieren, dass sie diesen Bereich abdecken, denn: »Die meisten Kunden werden kaum auf ihren IT-Dienstleister zugehen, wenn es um Sicherheitstechnik geht«, so seine Einschätzung. Dafür fällt der Einstieg nicht allzu schwer: »Wenn sie eh schon die Netzwerkinfrastruktur umsetzen, dann ist es ein leichtes, auch Video zu integrieren.«

Kommentare (2) Alle Kommentare

Antwort von Walter C. Dieterich , 15:30 Uhr

Im Prinzip ist das richtig, dass in erster Linie der Betreiber haftet. Was sich nun mit der DSGVO geändert hat ist die Tatsache dass nun auch der Errichter haftet.

Hier nachzulesen deutsche-datenschutzhilfe.de/videoueberwachung-errichter-haften-bei-datenschutzverstoss

Der kleine und auch der große Installateur sollte sich in Zukunft sehr große Gedanken um den Datenschutz machen und nur Videoanlagen an den Betreiber übergeben die absolut datenschutzkonform sind.

Dass bei einer Videoüberwachung für jede Kamera ein genauer Zweck angegeben werden muss, ist übrigens seit Juni 2001 Vorschrift und im BDSG niedergeschrieben. Ebenso wie die Vorabkontrolle, Datenschutz-Dokumentation, die Information der Mitarbeiter über Art und Umfang der Videoüberwachung und die Angaben über den Verantwortlichen.

Geändert hat sich nach dem 25. Mai 2018 lediglich, dass der Errichter nun eine lückenlose Dokumentation seiner TOM ( technisch-organisatorischen Maßnahmen)

nachweisen muss, damit er nicht haftet.

Zusätzlich muss er die Datenschutz Folgenabschätzung des Betreibers überprüfen und bestätigen, dass keine Risiken entstehen.

Wer ohne Datenschutz-Kenntnisse künftig Video Überwachungs Anlagen installiert, muss damit rechnen, dass er eines Tages für

eine nicht zulässige Videokamera 67.000 € Bußgeld bezahlen muss. (siehe Ankündigung Professor Caspar)

Informationen für Installateure gibt es bei der deutschen Datenschutz Hilfe e.V.

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Antwort von Daniel Dubsky , 06:46 Uhr

Vielen Dank für den Hinweis, ich habe den Artikel entsprechend ergänzt.