Eset-Umfrage: Deutsche nachlässig beim Verschlüsseln von Daten

Nur etwa 14 Prozent der Bundesbürger verschlüsseln alle oder fast alle ihre Daten. Der Rest tut das nur gelegentlich – oder auch gar nicht. Etwa jedem Zwölften ist das Thema schlicht nicht wichtig.

(Foto: deepagopi2011 - Fotolia)

Der Schutz ihrer Daten ist den Deutschen wichtig – zumindest wenn es darum geht, wie Unternehmen mit diesen Daten arbeiten und sie gegen Missbrauch sichern. Sie selbst sind da etwas nachlässiger, was sich etwa beim Umgang mit sozialen Netzwerken beobachten lässt, aber auch beim Thema Verschlüsselung. Ein solche hält zwar laut einer Eset-Umfrage die überwiegende Mehrheit der Bundesbürger (85 Prozent) für ein probates Mittel, um Daten sicher zu verwahren – genutzt wird sie allerdings eher selten. Nur 14,2 Prozent verschlüsseln alle oder fast alle ihre privaten Daten, während 29,9 Prozent komplett auf Verschlüsselung verzichten und 12,8 Prozent nicht mal wissen, ob sie eine Verschlüsselung nutzen. »Die Schere zwischen Kenntnis und Einsatz von Verschlüsselung ist schockierend für eine Nation, die als datenschutzbesessen gilt«, wundert sich auch Thomas Uhlemann, Security Specialist bei Eset.

Interessant auch, dass nicht die jüngeren Jahrgänge, die mit neuen Medien, Datenschutzdiskussionen und allgegenwärtigen Sicherheitsbedrohungen aufgewachsen sind, ihre Daten am besten schützen. Bei den 18- bis 29-Jährigen verschlüsseln nur 7,4 Prozent alles oder fast alles; das ist der niedrigste Wert aller Altersgruppen. 35,2 Prozent von ihnen verschlüsseln gar nichts, womit sie sogar noch nachlässiger als die Über-65-Jährigen sind, bei denen 33,7 Prozent so verfahren. Am häufigsten kommt Verschlüsselung dagegen bei den 40- bis 49-Jährigen zum Einsatz: Hier verschlüsseln 17,7 Prozent alles oder fast alles und 20,1 Prozent »den überwiegenden Teil« ihrer Daten. Fun Fact: Zwar liegt der Anteil der Männer, die Verschlüsselung für ein wichtiges Instrument zum Schutz von Daten halten etwas über dem Anteil bei den Frauen (88,1 Prozent gegenüber 80,9 Prozent). Geht es dann aber darum, alle oder den überwiegenden Teil der eigenen Daten auch tatsächlich zu verschlüsseln, haben Frauen leicht die Nase vorn (34 Prozent gegenüber 32,3 Prozent).

Am wichtigsten ist den Bundesbürgern die Verschlüsselung von E-Mails und Daten in Cloud-Diensten, gefolgt von Festplatten und Wechseldatenträgern. Eher geringe Priorität hat der Schutz von Dateiordnern, Backups beziehungsweise Backupmedien sowie Dateien und Nachrichten, die über Messenger ausgetauscht werden. 8,6 Prozent gaben in der Umfrage zudem an, Verschlüsselung sei ihnen nicht wichtig. Esets Uhleman lobt, es sei sinnvoll, die E-Mail-Kommunikation zu schützen, mahnt aber auch, Festplatten und Backups nicht zu vernachlässigen. »Natürlich ist sichere Kommunikation wichtig – aber Nutzer nehmen viel mehr Schaden, wenn ihre gesamten Daten in falsche Hände geraten.« Sein Fazit: »Unabhängig vom Alter oder Geschlecht ist es erschreckend, dass zwei Drittel der Nutzer praktisch keine privaten Daten verschlüsseln. Dies kann an einem Unterschätzen der Gefahren, scheinbar zu teuren oder aufwändigen Lösungen oder einfach an Bequemlichkeit liegen.«