Alle zehn Sekunden eine neue Schad-App: Sicherheitshersteller warnt vor Gefahr für Android-Nutzer

Die große Beliebtheit von Android-Geräten lockt auch Cyberkriminelle auf den Plan. Zu spät veröffentlichte Sicherheitsupdates spielen ihnen dabei in die Hände.

Immer mehr Schad-Apps nehmen Android-Geräte ins Visier.
(Foto: Patrick Daxenbichler - Fotolia)

Angesichts aktueller Android-Malware-Zahlen warnt G Data vor einer wachsenden Bedrohung in diesem Bereich. Allein in Deutschland nutzen rund 65 Prozent ein Smartphone mit Android-Betriebssystem. Die große Beliebtheit der Plattform sorgt dafür, dass die Anwender immer stärker in Visier von Cyberkriminellen geraten.

Allein im ersten Quartal 2018 hat G Data 9.411 neue Schad-Apps für das beliebte Android-Betriebssystem gefunden. Das bedeutet, dass alle zehn Sekunden ein neues Schadprogramm entdeckt wird. Für das Gesamtjahr 2018 rechnen die G-Data-Analysten mit rund 3,4 Millionen neuen Android Schad-Apps.

Die aktuellen Zahlen belegen die zunehmende Bedrohung für Smartphone-Nutzer. Google hat bereits die Weichen gestellt und will wichtige Updates schneller an Nutzer ausliefern und so Sicherheitslücken zeitnah schließen. Zudem zertifiziert Google keine Geräte mehr, die mit Android 7 (»Nougat«) als Betriebssystem ausgeliefert werden. Auch Android-Entwickler wollen Smartphones und Tablets schneller mit wichtigen Updates zu versorgen.

Für die Hersteller wichtig, dass ihre Geräte zertifiziert sind, da sie nur so Zugriff auf die Google Mobile Services erhalten. Zu diesen Diensten und Apps zählt auch der Playstore. Die Anforderungen, die Hersteller zum Erhalt der Zertifizierung erfüllen müssen, sind im »Compatibility Definition Document« festgelegt. Derzeit müssen die Smartphones und Tablets hierfür mit Android 8 ausgeliefert werden. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass »Project Treble« auf allen neuen Geräten implementiert ist.

Doch längst nicht alle Smartphone-Hersteller versorgen die Nutzer regelmäßig mit wichtigen Sicherheitsupdates und einige Hersteller liefern Updates mitunter sogar fehlerhaft aus. Die Ursache dafür können auch technische Probleme der Grund für die fehlerhaften Auslieferungen von Updates sein. Auch die verbauten Prozessoren sind entscheidend, da die Smartphone-Hersteller sind bei Patches auf die Prozessor-Lieferanten angewiesen sind. Liefern die Chip-Hersteller nicht, können auch die Anbieter der Geräte das Update nicht veröffentlichen.