Gastkommentar: Die wichtigsten Trends in Sachen IoT-Sicherheit

Das Sicherheitsbewusstsein von IoT-Nutzern wächst zwar. Aber nicht genug, um das Kaufverhalten zu verändern, sagt Kai Zobel von Thales e-Security. Die Zahl der Datenschutzverletzungen im IoT werde daher zunehmen.

Kai Zobel, Regional Sales Director DACH bei Thales e-Security
(Foto: Thales e-Security)

Wenn sich eine neue Technologie rasch verbreitet, dann vollzieht sich diese Entwicklung selten ohne Herausforderungen. Nicht anders im Internet der Dinge, dem IoT. Eine dieser Herausforderungen ist Sicherheit. Im Wesentlichen werden uns 2018 drei Trends begleiten.

Erstens: IoT-Datenschutzverletzungen werden nicht nur weiter zunehmen, sondern die Folgen werden schwerwiegender sein als bisher. Das gilt insbesondere für Schwachstellen in industriellen Kontrollsystemen und vernetzten Fahrzeugen, der fertigenden Industrie und bei medizinischen Geräten und im Gesundheitswesen. Was letztere anbelangt sind wir auf dem besten Weg in ein Zeitalter, in dem Ärzte auch Patch-Manager sein müssen. Es ist ein verstörender Trend, dass Schwachstellen in Protokollen und Geräten zunehmend geeignet sind, Menschenleben zu gefährden, wenn sie in einer Umgebung genutzt werden, für die sie ursprünglich nicht konzipiert wurden.

Zweitens: Mehr Sicherheitsbewusstsein, ja, aber sichere Implementierung braucht Zeit. Das Sicherheitsbewusstsein der Konsumenten wächst. Aber noch nicht stark genug, um das Kaufverhalten zu verändern. Sicherheit von Anfang an in die Geräte einzubauen, wird sich als schwerer und langwieriger erweisen als angenommen. Das gilt gleichermaßen für IoT-Geräte, die sich an den Endverbraucher richten, wie für solche, die in Unternehmen eingesetzt werden. Und die Vielzahl von Geräten im IoT verschärft die Herausforderungen bei Verschlüsselung und Schlüsselmanagement exponentiell.

Und drittens: Die Konsolidierungsphase beginnt. 2017 mussten sich Anbieter und Nutzer von IoT-Technologien mehr Fragen dazu gefallen lassen, wie sie es mit dem Datenschutz halten. Wir haben die Phase von Prototypen und Machbarkeitsanalysen verlassen und bewegen uns in der Produktionsphase mit realen Anwendern, die kritische Fragen stellen. Parallel dazu entwickelt sich das IoT zum eigentlichen Rückgrat der digitalen Transformation.