Datenschutzbestimmungen bei der Videoüberwachung: »Wir begrüßen die DSGVO ausdrücklich«

Wie lässt sich die Vorgabe »Sparsamkeit bei der Datensammlung« der DSGVO mit Videoüberwachungssystemen in Einklang bringen? Im Interview erläutert Colin Lau von Reolink die Anforderungen an IP-Devices.

Trends im Bereich IP-Kamerasysteme

IP-Kamerasystem (Foto: Reolink)

CRN: Welche Trends zeichnen sich für Überwachungslösungen ab – ändert sich etwas durch die DSGVO?

Lau: Mit der schnellen Entwicklung von IoT-, KI-, Cloud-Technologie und der Diversifizierung der Smart-Home-Produkte ergeben sich Anforderungen an die Überwachungslösungen. Beispiele dafür sind eine immer höhere Auflösung und mehr intelligente Funktionen. Zusätzlich beobachten wir ein steigendes Interesse an mehr Netzwerkfunktionen, wie Cloud-Speicher oder Cloud-Verwaltung und einer hohen Kompatibilität von Überwachungsprodukten mit Smart-Home-Produkten, wie beispielsweise Alexa oder Homekit.

Durch die DSGVO werden nicht nur die Rechte der User und die Verpflichtung der Unternehmen auf Verarbeitung der personenbezogenen Daten rechtlich festgelegt, auch die Bedeutung des Datenschutzes nimmt zu. Diese Änderung übt mehr oder weniger Einfluss auf die Entwicklung der Sicherheitsprodukte und Überwachungslösungen aus: Zum Beispiel rückt die Sicherheit der Cloud-Speicherung in den Fokus. Bei der Datenübertragung bei Produktverbindungen soll höchste Datensicherheit gewährleistet werden etc.

Die ab dem 25. Mai 2018 umzusetzende Verordnung der EU wird die Produktentwicklung sicher nicht beschränken. Wir gehen davon aus, dass die Veröffentlichung der DSGVO und weiterer Gesetze das Rechtssystem des Datenschutzes verbessern wird. Für unsere Branche ist diese Lage zugleich eine Herausforderung und eine Chance: Haben Kunden mehr Vertrauen in Sicherheitsprodukte, zwingt dies die ganze Branche der Überwachungslösungen dazu, eine schnellere und gesündere Entwicklung der Produkte zu fördern. Das ist ganz im Sinne von Reolink – wir begrüßen diese Entwicklung ausdrücklich!