Data Protection: Cloud-Risiken werden in Kauf genommen

Die meisten Unternehmen speichern Daten in der Cloud, halten diese aber gleichzeitig für ein Compliance-Risiko. Dumm nur, dass sehr viele sensible Daten dort landen und die Security-Teams bei Entscheidungen nur selten involviert sind. Im internationalen Vergleich sind deutsche Firmen allerdings sehr sicherheitsbewusst.

Für die meisten Unternehmen ist ein Geschäftsbetrieb ohne die Cloud nicht mehr vorstellbar, wie eine Umfrage des Ponemon Instituts im Auftrag des Verschlüsselungsspezialisten Gemalto zeigt. In der gaben 79 Prozent der weltweit befragten IT- und Security-Fachkräfte an, die Cloud sei für ihr Unternehmen »geschäftskritisch«. 87 Prozent gehen davon aus, dass ihre Bedeutung noch zunimmt und in den nächsten zwei Jahren mehr als die Hälfte der IT und der Daten verarbeitenden Prozesse ausgelagert werden.

Durchschnittlich kommen 27 Cloud-Dienste in den Firmen zum Einsatz – von denen die Verantwortlichen wissen. Denn nur gut die Hälfte (56 Prozent) ist sehr sicher oder sicher, überhaupt alle Services zu kennen, die genutzt werden; in Deutschland sind es sogar nur 27 Prozent. Auch deshalb meinen die meisten Unternehmen (57 Prozent), dass die Cloud ihr Compliance-Risiko erhöht. Dazu trägt aber auch bei, welche Daten überhaupt in der Cloud lagern: Es sind in der Regel die, die des größten Schutzes bedürfen. 59 Prozent speichern oder verarbeiten Kundendaten in der Cloud, 49 Prozent E-Mails, 47 Prozent die Daten von Endkunden, 38 Prozent die von Mitarbeitern und 39 Prozent Zahlungsinformationen.

Nun sollte man meinen, dass IT-Sicherheit in der Cloud für Unternehmen eine der Top-Prioritäten ist. Doch nur 21 Prozent beziehen das Security-Team immer oder meistens in Entscheidungen rund um die Cloud ein, etwa in die Auswahl eines Cloud-Anbieters. Die Mehrheit der befragten Sicherheitsfachleute gab in der Umfrage an, nur manchmal beziehungsweise selten involviert zu sein. Daher fällt die Entscheidung für oder gegen einen Provider in der Regel nach anderen Kriterien. Am wichtigsten sind den Unternehmen der Umfrage zufolge Effizienz (42 Prozent), Kosten (39 Prozent), die Reputation des Anbieters (26 Prozent) und der Kundenservice (26 Prozent). Erst auf dem fünften Platz folgt Security mit 23 Prozent.

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