Weltweit Chips betroffen: Sicherheitslücke bei Computerchips

Generationen von Computerchips sind nicht ausreichend gegen Attacken geschützt, mit denen Passwörter, Kryptoschlüssel oder Programminhalte gestohlen werden können. Die Tech-Branche arbeitet fieberhaft an Updates, doch teilweise bleibt nur der Hardware-Tausch als Lösung.

Computerchip (Foto: Patrick Daxenbichler - Fotolia)

In Computerchips sind neue Sicherheitslücken entdeckt worden, durch die Angreifer an vertrauliche Daten kommen könnten. Die Schwachstelle liegt in einem Prozess, bei dem benötigte Daten bereits im Voraus abgerufen werden, um die Rechenleistung zu erhöhen. Diese als »speculative execution« bekannte Technik kann von Unberechtigten dazu genutzt werden, Passwörter, Kryptoschlüssel oder Programminhalte abzugreifen. Das Chipdesign selbst verhindert, dass installierte Sicherheitssoftware Angriffe auf die Prozesse verhindern kann. Damit dürften viele Computer-Geräte zumindest theoretisch bedroht sein - sofern es kriminellen Hackern gelingt, Schadsoftware auf dem Chip zu installieren. Die Forscher erklärten, sie wüssten nicht, ob die Sicherheitslücke bereits ausgenutzt worden sei, da die Attacken keine Spuren in traditionellen Log-Dateien hinterlassen würden.

Die komplexe Sicherheitslücke war von den Forschern bereits vor rund einem halben Jahr entdeckt worden. Die Tech-Industrie arbeitete seitdem im Geheimen daran, die Schwachstelle mit Software-Updates soweit möglich zu schließen, bevor sie publik wurde. Die Veröffentlichung war für den 9. Januar geplant. Die Unternehmen zogen sie auf Mittwoch vor, nachdem Berichte über eine Sicherheitslücke in Intel-Chips die Runde machten.

Der Aktienkurs von Intel sackte ab, der Konzern machte in einer Stellungnahme vom 3. Januar deutlich, dass die Sicherheits-Schwachstellen der Chips kein Intel-spezifisches Problem darstellen würden. Nach heutigem Stand seien viele Chips mit unterschiedlichen Prozessoren und Betriebssystemen nicht ausreichend vor derartigen Angriffen geschützt. Intel erklärte weiter, man arbeite zusammen mit anderen Firmen an Lösungen, habe aber Zweifel, dass die Schwachstellen bereits für Attacken genutzt worden sein. Der kleinere Intel-Konkurrent AMD, der von den Entdeckern der Sicherheitslücke ebenfalls genannt wurde, bestritt, dass seine Prozessoren betroffen seien. Der Chipdesigner ARM, dessen Prozessor-Architektur in Smartphones eingesetzt wird, bestätigte, dass einige Produkte anfällig dafür seien.

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