Hacker, Bots und Fake News: Ist die Bundestagswahl manipulierbar?

Bundestags-Hack, Hillary-Mails und Macron-Leak: Mehrere Cyberattacken haben gezeigt, wie angreifbar politische Systeme sind. Wie ist der Stand hierzulande ein Monat vor der Bundestagswahl?

Deutsches Parlamanet schon 2015 gehackt

Rückblick: 2015 gelangten Hacker über sogenannte Phishing-Mails in das Computersystem des deutschen Parlaments. Den IT-Experten blieb nichts anderes übrig, als in der Sommerpause für mehrere Tage offline zu gehen. Alle Systeme wurden heruntergefahren und komplett überarbeitet, um sie sicherer zu machen. Doch bis dahin hatten die Kriminellen bereits wochenlang das Netzwerk ausspionieren können. Und es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass ein Teil des abgesaugten Materials nun im Bundestagswahlkampf auftaucht.

Schönbohm sagt mit Blick auf die damaligen Ereignisse: »Die Vergangenheit kann man nicht ändern. Aber wir haben Maßnahmen getroffen, um solche Attacken zu erkennen und Datenabflüsse zu verhindern.« Der BSI-Chef verweist auf mehrere digitale Angriffsversuche in den vergangenen Monaten, die erfolgreich abgewehrt worden sind - etwa auf Parteien, Stiftungen, Verbände und auf ranghohe Entscheider.

Ist der Bundestag nun wirklich geschützt vor Cyberangriffen? Dort und in vergleichbaren Parlamenten werde man immer recht offene Netze finden, sagt ein Sicherheitsexperte, der nicht namentlich genannt werden will. »Da gehen so viele Menschen ein und aus, die mitunter ihre eigenen Geräte mitbringen«. Im Vergleich dazu seien die Mauern im Kanzleramt deutlich höher. »Aber letztendlich ist kein Netz der Welt 100 Prozent sicher.«

BSI-Chef Schönbohm geht davon aus, »dass unsere Vorbereitungen ausreichen, auch weil wir frühzeitig damit begonnen haben«. Es sei ein bisschen wie bei den Olympischen Spielen. »Man bereitet sich gründlich vor, man trainiert intensiv. Mehr kann man nicht tun.«

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