Troll-Angriffe, Fake News, Diffamierungen: Wie sich Unternehmen gegen Cyber-Mobbing wehren

Beleidigungen und Verunglimpfungen im Internet treffen vermehrt auch Unternehmen – mit grenzenloser Reichweite und kaum abschätzbarem Schaden für Marke und Reputation. Unternehmer sind dem aber nicht schutzlos ausgeliefert.

Eile ist geboten

Ein scharfes Schwert ist die einstweilige Verfügung. Je nach Gericht muss diese vier bis spätestens acht Wochen, nachdem der entsprechende Beitrag bemerkt wurde, beantragt werden, sonst wird die Dringlichkeit aberkannt. Hier ist also definitiv Eile geboten. Denn eine einstweilige Verfügung wird in der Regel schnell durch die Gerichte erlassen und mit ihrer Zustellung beim Gegner wirksam. Bis ein Urteil auf dem Klageweg zustande kommt, können hingegen Jahre vergehen.

Hinzu kommt, dass Google und Facebook Gerichtsentscheidungen ernst nehmen und weitreichend aktiv werden, wenn eine einstweilige Verfügung vorliegt. So nahm Google eine komplette Website aus dem Index, obgleich wir für einen Mandanten eine einstweilige Verfügung nur gegen drei Sätze einer Behauptung darauf erwirken konnten. Das Ergebnis: Die Seite war über die Suchmaschine nicht mehr zu finden.

Wichtig ist: Cyber Mobbing ist justiziabel und kann zivilrechtliche- und strafrechtliche Konsequenzen für den Täter haben. Die Herausforderung ist jedoch, ihn auch seiner Tat zu überführen, was im Fall der eingangs geschilderten Kampagne gegen den Unternehmer aus dem Energiesektor gelang. In diesem Fall wiesen viele Indizien darauf hin, dass der Grund für das Cyber Mobbing ein Gesellschafterstreit war: Zum Beispiel Herrschaftswissen in dem eigens eingerichteten Blog. Analysen von Textproben durch forensische Linguisten überführten den Urheber schließlich. Solche Verfahren sind aufwändig, aber sie zeigen: Cyber-Mobbing lässt sich stoppen!