Symantec-Studie: Internet-Nutzer kennen Security-Risiken, aber ignorieren sie

Die Mehrzahl der Internet-Nutzer ist sich der wachsenden Gefahren durch Ransomware und Phishing durchaus bewusst, dennoch sind sie vielfach äußerst leichtsinnig, wenn es darum geht, ihre Geräte, Zugänge und Daten zu schützen.

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Laut dem jährlichen »Norton Cybersecurity Insights Report« wurden 12,7 Millionen deutsche Internet-Nutzer im vergangenen Jahr zum Opfer von Cyberkriminellen. Ihnen soll der Untersuchung zufolge ein Schaden von 1,5 Millionen Dollar entstanden sein – im Durchschnitt brauchten sie 14,8 Stunden, um die Folgen der Attacken zu beseitigen.

Die wachsende Zahl der Attacken und die Berichterstattung darüber haben dazu beigetragen, dass viele Internet-Nutzer ein erhöhtes Sicherheitsbewusstsein entwickelt haben. So gaben von den weltweit etwa 21.000 für die Studie befragten Internet-Nutzern immerhin 82 Prozent an zu wissen, dass sie ihre Daten online schützen müssen. Die Mehrheit glaubt sogar, dass dies mittlerweile schwieriger ist als in der realen Welt. Von den in Deutschland befragten teilten zum Beispiel 61 Prozent die Einschätzung, es sei riskanter, vertrauliche Daten über eine öffentliche WLAN-Verbindung zu übertragen, als Kreditkarten- oder EC-Kartennummern an einem öffentlichen Ort laut vorzulesen. Und 51 Prozent halten es für wahrscheinlicher, dass sich jemand unbefugt Zugriff auf die Geräte ihres vernetzten Heimes Zugriff verschafft, als dass tatsächlich in ihr Haus oder ihre Wohnung eingebrochen wird.

Daran zeigt sich, dass mittlerweile viele Nutzer um die Bedrohungssituation und bestimmte riskante Verhaltensweisen wissen. Allein an ihren Online-Gewohnheiten ändert sich oft nichts. Sie sind weiter nachlässig im Internet unterwegs oder schlicht nicht in der Lage, Gefahren zu erkennen. So besitzen 36 Prozent mindestens ein ungeschütztes Gerät. Knapp die Hälfte von diesen Nutzern gibt an, einen speziellen Schutz für überflüssig zu halten, 32 Prozent führen eigenen Angaben zufolge keine riskanten Aktivitäten im Internet durch.

26 Prozent der Bundesbürger geben ihre Passwörter an andere Personen weiter und 42 Prozent sehen keine Gefahr darin, dieselben Passwörter für mehrere Zugänge zu verwenden. Zudem konnten 39 Prozent in einem Test einen Phishing-Angriff nicht als solchen identifizieren und 23 Prozent waren bei echten Nachrichten unsicher, ob es sich nicht doch um Phishing handeln könnte.

»Unsere Ergebnisse zeigen, dass Nutzern immer bewusster wird, wie wichtig der Schutz ihrer persönlichen Daten im Internet ist. Doch dies bewegt sie nicht dazu, adäquate Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um sich zu schützen«, kritisiert Candid Wüest von Symantec und warnt. »Während Verbraucher im Netz weiterhin nachlässig mit ihren Daten umgehen, optimieren Hacker ihre Taktiken und passen ihre Betrugsmaschen an, um aus der Unvorsichtigkeit ihrer Opfer Profit zu schlagen.«

Vielfach fühlen sich die Nutzer schlicht überfordert von der Menge an Informationen, die sie schützen müssen (38 Prozent). Gewisse Risiken gehen sie aber ganz bewusst ein: Um unterwegs über ein öffentliches WLAN-Netz ins Internet zu kommen, würden sich 16 Prozent der Deutschen auch eine fremde Software installieren.