Ausbau des Business-Geschäfts: Avast schließt Übernahme von AVG ab

Avast hat die Mehrheit an AVG erworben. Ab dem kommenden Montag sollen die beiden Unternehmen als eines firmieren. Dessen Lösungen kommen auf mehr als 400 Millionen Endpoints von Privatnutzern und Unternehmen zum Einsatz.

Empfangsbereich in der neuen Avast-Zentrale in Prag

Die im Sommer angekündigte Übernahme von AVG durch Avast ist abgeschlossen. Avast hat 87,3 Prozent der AVG-Aktien erworben und damit die Mehrheit beim Konkurrenten. Ab dem 3. Oktober sollen die beiden tschechischen Antivirenspezialisten dann unter einem Namen agieren – dem von Avast. Die Produkte der Marke AVG sollen jedoch fortgeführt und bestehende Kunden und Partner weiter unterstützt werden. »Unsere Kunden und Partner sind uns sehr wichtig. Sie haben uns zu dem gemacht, was wir heute sind«, sagte Avast-CEO Vince Steckler, der das Unternehmen auch künftig leiten wird. AVG-CEO Gary Kovacs dagegen scheidet aus, soll jedoch während einer Übergangsphase als Berater bereitstehen. AVG-Aktionäre, die ihre Anteile bislang nicht an Avast verkauft haben, können das im Rahmen einer Übergangsfrist noch bis zum 14. Oktober dieses Jahres tun.

Die neue Avast wird in diesem Jahr einen Umsatz von mehr als 700 Millionen Dollar erreichen. Ihre Lösungen laufen auf über 400 Millionen Endpoints bei Privatnutzern und Unternehmen. Damit habe man »das größte Netzwerk zur Bedrohungserkennung weltweit«, so das Unternehmen, und könne Malware schneller entdecken und neutralisieren. »Wir haben technologische Breite gewonnen, um unseren Kunden einen noch stärkeren Schutz zu liefern«, betont Steckler. »Unsere kombinierten Threat Labs sind jetzt breiter aufgestellt, um sich stärker auf spezifische Bedrohungen zu konzentrieren.« Einzelne Teams sollen sich etwa auf Social Engineering-Gefahren oder Ransomware konzentrieren.

Durch die Übernahme von AVG verstärkt Avast insbesondere sein Business-Geschäft. Das Unternehmen weitet sein Angebot für kleine und mittelständische Kunden deutlich aus und gewinnt eine starke Reseller-Basis hinzu. Dazu kommt das Carrier-Geschäft, das weiter ausgebaut und in neuen Regionen an den Start gebracht werden soll. Man sei nun »wahrhaft global aufgestellt«, so Steckler.