Malwarebytes baut Vertrieb in der DACH-Region auf: »Wir sind nicht einfach nur ein weiterer AV-Anbieter«

Mit seinen Lösungen zur Erkennung und Beseitigung von Malware hat es Malwarebytes im Consumer-Bereich zu einiger Bekanntheit gebracht. Nun bringt der Hersteller seine Business-Produkte in Stellung und baut für diese einen Vertrieb im deutschsprachigen Raum auf.

Anthony O´Mara, Vice President EMEA bei Malwarebytes
(Foto: Malwarebytes)

Vor etwa zwölf Jahren hatte Marcin Kleczynski, damals noch ein Teenager, eine Anwendung geschrieben, die sein trotz Virenscanner mit einem Schädling infiziertes Notebook säuberte. Das Tool stellte er anderen Nutzern kostenlos zu Verfügung und gründete 2008 die Firma Malwarebytes, die sich auf die Erkennung und Beseitigung von Malware konzentrierte. Mittlerweile bietet das Unternehmen auch klassische Schutzprodukte, die Schadprogramme abwehren sollen, bevor sie den Rechner infizieren. Dennoch ist es EMEA-Chef Anthony O'Mara im Gespräch mit CRN wichtig zu betonen: »Wir sind nicht einfach nur ein weiterer AV-Anbieter.« Deren Funktionen biete man zwar auch, doch darüber hinaus noch eine weitere Security-Schicht. »Wir sind da offen und ehrlich: Wir stoppen viele Schadprogramme, aber nicht alle – das kann niemand. Wichtig ist, was danach passiert: die Desinfektion des Systems.«

Seit gut drei Jahren hat der Hersteller auch Lösungen für Unternehmen im Portfolio, für die er nun in der DACH-Region einen Vertrieb aufbaut. Als Distributor konnte bereits Wick Hill gewonnen werden, ein weiterer kommt laut O'Mara in Kürze hinzu. Sie sollen helfen, die bereits aus vielen kleinen Händlern bestehende Partnerlandschaft um Systemhäuser und Systemintegratoren zu erweitern. Wegen der Wurzeln im Consumer-Umfeld sei man hierzulande lange nur bei technisch versierten Nutzern bekannt gewesen, aber nicht im Channel, berichtet O'Mara, doch das ändere sich gerade. Die größte Herausforderung für den Hersteller sieht er jetzt darin, Partnern und Kunden klarzumachen, wie sich Malwarebytes von Virenscannern unterscheidet.

Am besten gelingt das dem EMEA-Chef zufolge durch Testinstallationen bei Kunden, mit denen aufgezeigt werden soll, auf welchen Systemen bislang unentdeckte Malware aktiv ist. »In sieben von zehn Fällen, in denen wir das Produkt demonstrieren, haben wir anschließend einen Verkauf«, sagt O'Mara. Seine Händler versorgt der Hersteller daher mit Leads und NFR-Lizenzen. Das aus den USA mitgebrachte Partnerprogramm hat er allerdings vereinfacht und auf eine Stufe reduziert: Es bietet allen Resellern, die sich qualifizieren, eine feste Marge von 25 Prozent sowie weitere fünf Prozent bei der Registrierung von Deals. Er wolle alle Partner gleich behandeln und ihnen nicht vorschreiben, wie sie ihre Geschäfte machen, erklärt O'Mara.

Um den Channel in der DACH-Region kümmert sich bei Malwarebytes seit Februar Georg Vogel. Er strebe eine dreistellige Partnerzahl an, sagt er im Gespräch mit CRN. Mit dieser will er vor allem den deutschen Mittelstand adressieren – Unternehmen mit bis zu 2.000 Benutzern seien »der Sweet Spot«. Vogel betont, dass der hiesige Markteintritt gut vorbereitet wurde. Der Hersteller habe die Produkte lokalisiert und sowohl deutschsprachigen Support als auch Presales-Fachleute, um die Partner zu unterstützen. Das Interesse im Markt sei da, dies würden die Leads zeigen. Zudem habe man bereits einige Kunden in der Banken- und Versicherungsbrache, im Bildungssektor und Behördenumfeld.