Greg Clark wird neuer CEO: Symantec kauft Blue Coat für 4,65 Milliarden Dollar

Symantec übernimmt seinen Konkurrenten Blue Coat Systems und holt sich auf diese Weise auch einen Nachfolger für den scheidenden CEO Michael A. Brown ins Haus.

(Foto: CC0 Public Domain)

Für 4,65 Milliarden Dollar verstärkt sich Symantec im Bereich Web- und Cloud-Security und übernimmt Blue Coat Systems. Dessen eigentlich für die nächsten Monate geplanter Börsengang findet damit nicht statt. Die Aufsichtsräte der beiden Unternehmen haben der Transaktion, die im dritten Quartal 2016 abgeschlossen werden soll, bereits zugestimmt. »Mit der Übernahme haben wir die Größe, das Portfolio und die Ressourcen, die notwendig sind, um eine neue Ära der Innovationen einzuleiten, die sowohl große als auch kleine Kunden gegen Insider-Bedrohungen und raffinierte Cyberkriminelle schützen«, betonte Symantec-Chairman Dan Schulman.

Durch die Übernahme löst Symantec auch sein Führungsproblem. Der aktuelle CEO Michael A. Brown hatte vor wenigen Wochen wegen schwacher Quartalszahlen seinen Rücktritt angekündigt. Für ihn übernimmt nach Vollzug der Übernahme Blue Coat-CEO Greg Clark, der auch einen Sitz im Aufsichtsrat von Symantec erhält.

Die Lösungen von Blue Coat schützen Unternehmen vor Malware sowie anderen Bedrohungen und helfen Unternehmen dabei, Zugriffe auf Services, Inhalte und Anwendungen zu kontrollieren. Der Hersteller hat eigenen Angaben zufolge etwa 15.000 Kunden weltweit – stand aber auch wiederholt in der Kritik, weil er mit autoritären Regierungen zusammenarbeitet. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete Blue Coat einen Umsatz von 598,3 Millionen und einen Verlust von 289,1 Millionen Dollar. Den gemeinsamen Umsatz beider Unternehmen beziffert Symantec mit 4,4 Milliarden Dollar, von denen 62 Prozent aus dem Geschäft mit Enterprise-Kunden kommen. Durch die Übernahme will der Sicherheitsanbieter auch Synergieeffekte erzielen und die laufenden Kosten um 150 Millionen Dollar pro Jahr senken. Parallel dazu läuft bereits seit einiger Zeit eine Umstrukturierung, durch die weitere 400 Millionen Dollar jährlich eingespart werden sollen.

Die Übernahme von Blue Coat ist für Symantec die größte seit der Veritas-Übernahme 2005. Damals gab der Sicherheitsspezialist 13,5 Milliarden Dollar für den Backup- und Datenmanagement-Anbieter aus. Im vergangenen Jahr wurde Veritas wieder abgespaltet und für 7,4 Milliarden Dollar an Investoren verkauft. Ein Teil dieser Summe wurde in ein Aktienrückkaufprogramm gesteckt, ein anderer fließt nun in die Akquisition von Blue Coat, für die allerdings auch Kredite in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar aufgenommen werden.

Im Zuge der Übernahme hat Symantec-Investor Silver Lake angekündigt, seine Beteiligung am Unternehmen auf eine Milliarde Dollar zu verdoppeln. Blue Coat-Investor Bain Capital will 750 Millionen Dollar in den neuen Security-Riesen stecken.