»Keine Macht den Drohnen«: Rüstungsindustrie setzt auf Laserkanonen gegen Drohnen

Um der zunehmenden Gefahr durch Drohnen Herr zu werden, entwickeln derzeit mehrere Rüstungsunternehmen Laserkanonen zum Abschuss der unbemannten Flugobjekte.

(Foto: Boeing)

Fernsteuerbahre Flugdrohnen verbreiten sich in immer mehr Bereichen des Alltags. Während viele Anwendungsgebiete wie Luftaufnahmen von Hochzeiten oder die Vermessung von Grundstücken und Straßen relativ ungefährlich sind, werden die kleinen Fluggeräte an anderen Stellen zu einem Ärgernis oder gar zur handfesten Gefahr für Leib und Leben. So setzen inzwischen beispielsweise zahlreiche Drogenschmuggler Drohnen ein, um ihre illegale Fracht über Grenzen und Gefängniszäune zu transportieren und Paparazzi überwinden mit ihren fliegenden Kameras die Mauern um die Häuser der Stars und Sternchen, um deren Privatleben aus der Vogelperspektive abzulichten. Darüber hinaus können Drohnen auch dazu eingesetzt werden, die physischen und digitalen Schwachstellen von Unternehmenszentralen und Behörden auszuloten und diese auszunutzen (siehe auch: Spezial-Drohne für WLAN-Hacks). Noch gefährlicher sind Drohnenpiloten, die ihre Quadrocopter und Co. in der Nähe ziviler oder militärischer Flughäfen einsetzen. Hier könnten durch dumme Zufälle oder auch böswillige Absicht schwere Unglücke hervorgerufen werden, wenn beispielsweise Drohne ins Triebwerk eines Jets gesogen oder gesteuert wird. Darüber hinaus ist es nach der Einschätzung von Sicherheitsexperten nur noch eine Frage der Zeit, bis Drohnen auch für direkte Anschläge auf einzelne Personen oder Menschenmengen eingesetzt werden.

Als Reaktion auf dieses gesteigerte Gefahrenpotential suchen vor allem Militärs und Personenschützer nach geeigneten Gegenmaßnahmen. Die meisten bisherigen Ansätze beschränken sich dabei bisher darauf, die Funkverbindung und Elektronik der Drohnen zu stören und sie so zum Abdrehen oder Abstürzen zu bringen. Allerdings ist die Erfolgsquote hier meist nicht hoch genug und die Angreifer können ihre Fluggeräte mit dem richtigen Know-how entsprechend abschirmen. Deshalb gehen einige Rüstungsunternehmen jetzt einen Schritt weiter und entwickeln Hochenergiestrahlwaffen um die fliegenden Gefahren auszuschalten. Die Forscher der Rüstungsabteilung des Flugzeugherstellers Boeing haben beispielsweise auf Basis der vorhandenen Technologie der Hochenergie-Laserkanone »High Energy Laser Mobile Demonstrator« HEL MD (Video siehe Seite 3) das »Compact Laser Weapon System« CLWS entwickelt. Dabei handelt es sich um eine transportable Box, mit der kleine Flugobjekte gezielt verfolgt und abgeschossen werden können. Der zwei Kilowatt starke Laser setzt das Zielobjekt innerhalb von weniger als zwei Sekunden in Brand und durchbohrt seine Bauteile. Bedient wird die Strahlenkanone über einen Laptop und einen Xbox-Controller. Damit kann der Operator den Laser so punktgenau steuern, dass er beispielsweise die Elektronik, den Motor oder Steuerungsteile wie das Leitwerk zerstört und das Fluggerät somit unschädlich macht.

So funktioniert die Anti-Drohnen-Laserkanone von Boeing:

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