Unverschlüsselte Firmenkommunikation: Datenschätze auf dem Präsentierteller

Viele vertrauliche Firmendaten werden ungeschützt per E-Mail hin und her verschickt und laufen damit Gefahr, in die falschen Hände zu geraten. Doch die meisten Firmen sehen das nicht als größeres Problem an.

(Foto: Jakub Jirsak / Fotolia)

Dass geistiges Eigentum wichtig ist und geschützt werden muss, ist den meisten Firmen zwar bewusst, wie eine Umfrage der Deutschen Messe Interactive im Auftrag von Brainloop zeigt. Immerhin gaben 94 Prozent der in der DACH-Region befragten Unternehmen an, dem Thema eine hohe oder sehr hohe Bedeutung beizumessen. Dennoch gehen sie vielfach sehr leichtfertig mit ihren sensiblen Daten um und verschicken sie per Mail über unverschlüsselte Verbindungen. Nur 63 Prozent verfügen der Umfrage zufolge über verschlüsselte Datenübertragungen innerhalb und außerhalb der Firma. Ursache für diese Diskrepanz dürfte wohl sein, dass das Gefahrenpotenzial unterschätzt wird und die Zuständigkeiten nicht richtig geklärt sind.

Nur 52 Prozent der befragten Entscheider waren der Meinung, dass der Diebstahl von geistigem Eigentum die Existenz ihres Unternehmens gefährden würde. Am ehesten wird die Bedeutung von Patenten, Konstruktionsplänen, Verträgen und Finanzdaten noch in der Elektronik und Elektrotechnik sowie im Maschinen- und Anlagenbau erkannt, wo 60 Prozent eingestehen, der Verlust dieser Informationen könne das Unternehmen gefährden. Ganz anders im Energiesektor, wo nur ein Drittel der Befragten die Folgen als so gravierend einschätzt.

Dazu kommt, dass 61 Prozent der Befragten die Verantwortung für den Schutz von vertraulichen Informationen bei der IT-Abteilung sehen. Die eigenen Mitarbeiter nehmen nur vier Prozent in die Pflicht und vernachlässigen damit genau die Menschen, die mit den Daten hantieren.

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