Jedes zweite deutsche Unternehmen im Fadenkreuz: 51 Milliarden Euro Schaden durch Datendiebstahl und Wirtschaftsspionage

Mehr als die Hälfte der deutschen Firmen hatte in den vergangenen beiden Jahren mit digitaler Wirtschaftsspionage, Datendiebstahl oder Sabotage zu kämpfen. Es entstand ein Schaden von 51 Milliarden Euro pro Jahr.

(Foto: Artur Marciniec / Fotolia)

Deutsche Unternehmen stehen mehr denn je im Fadenkreuz von Cyberkriminellen, wie eine Umfrage des Bitkom zeigt. So gaben von über 1.000 befragten Unternehmen immerhin 51 Prozent an, in den vergangenen zwei Jahren zum Opfer von digitaler Wirtschaftsspionage, Datendiebstahl oder Sabotage geworden zu sein. Am stärksten gefährdet ist demnach die Automobilindustrie, in der 68 Prozent der Unternehmen betroffen waren. Es folgen Chemie- und Pharmaindustrie mit 66 sowie Banken und Versicherungen mit 60 Prozent.

Dem Bitkom zufolge entstand durch die digitalen Angriffe ein Schaden von jährlich 51 Milliarden Euro – fast ein Viertel davon durch Umsatzeinbußen infolge von Produktplagiaten. Dazu kommen entgangene Einnahmen durch die Verletzung von Patenten und den Verlust von Wettbewerbsvorteilen sowie Kosten durch IT-Ausfälle und geklaute Hardware. So wurden immerhin bei 28 Prozent der befragten Unternehmen in den vergangenen beiden Jahren Computer, Smartphones oder Tablets gestohlen. 19 Prozent registrierten Fälle von Social Engineering, 17 Prozent den Diebstahl digitaler Dokument und 16 Prozent Sabotageakte. Bei acht Prozent wurde die digitale Kommunikation ausgespäht.

»Ein weicher Faktor mit großem Gewicht sind Imageschäden, die nach Sicherheitsvorfällen eintreten«, ergänzt Bitkom-Präsident Dieter Kempf. »Gelten ein Unternehmen oder seine Produkte bei Kunden und Geschäftspartnern erst einmal als unsicher, ist das nur schwer aus der Welt zu schaffen. Ein solcher Reputationsverlust kann ein Unternehmen in seiner Existenz gefährden.«

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