CRN-Interview mit Sergej Schlotthauer: »Der Channel war nicht sonderlich gut vorbereitet«

Sergej Schlotthauer, CEO des deutschen Softwareherstellers EgoSecure, berichtet von nachhaltigen Veränderungen des Security-Geschäfts durch den NSA-Skandal. Auch der Fachhandel wurde seiner Ansicht nach von den Entwicklungen überrumpelt.

Sergej Schlotthauer ist CEO des Security-Softwareherstellers EgoSecure. (Foto: EgoSecure)
(Foto: EgoSecure)

CRN: Herr Schlotthauer, wie sah das Security Business noch vor einem Jahr aus? Schlotthauer: Das Geschäft mit der Sicherheit gewinnt seit Jahren an Fahrt. Allerdings mussten wir in der Vergangenheit oft viel Überzeugungsarbeit leisten, um die Notwendigkeit eines Sicherheitskonzepts zu verdeutlichen. Viele kleine und mittelständische Firmen waren lange Zeit davon überzeugt, das Thema „Datensicherheit“ würde nur große Konzerne betreffen.

CRN: Und was hat sich seit den NSA-Enthüllungen geändert?
Schlotthauer: Im Prinzip hat sich alles geändert. Das Thema ist allgegenwärtig. Jeder muss sich darüber bewusst sein, dass sämtliche Daten permanent überwacht und gestohlen werden könnten. Daher wäre es fahrlässig, Informationen nicht entsprechend zu sichern. Da die Einflussmöglichkeiten der Politik beschränkt sind, ist jeder selbst für die Sicherheit seiner Daten verantwortlich.

CRN: Ging die Nachfrage mit Snowdens Enthüllungen eher ad hoc oder verzögert nach oben?
Schlotthauer: Wir erhielten im Zuge der NSA-Enthüllungen eine Vielzahl neuer Anfragen von Unternehmen. So konnten wir die Zahl unserer Aufträge im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln. Auch in diesem Jahr wird uns dies aller Voraussicht nach wieder gelingen.

CRN: Hat sich die Aufregung bei den Unternehmen inzwischen wieder gelegt? Schlotthauer: Auch wenn die mediale Aufregung sich etwas gelegt hat, ist das Thema für Firmen weiterhin sehr präsent. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass Unternehmen nun verstärkt Wert darauf legen, einmal begonnene Datenschutzprojekte auch zu Ende zu führen.

Übersicht