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Kein KI-Einsatz wegen Datenschutzbedenken

Laut einer aktuellen Cisco-Studie sind deutsche Unternehmen aufgrund von Datenschutzbedenken extrem vorsichtig beim Einsatz generativer künstlicher Intelligenz (GenAI). Jedes dritte deutsche Unternehmen verbietet den KI-Einsatz deswegen.

clock • Lesezeit 3 Min.
Cisco-CLO Dev Stahlkopf
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Cisco-CLO Dev Stahlkopf

Die Data Privacy Benchmark Studie 2024 von Cisco zeigt, dass 76 Prozent der deutschen Unternehmen die Dateneingabe beschränken, 69 Prozent vorgeben, welche GenAI-Tools ihre Mitarbeitenden nutzen dürfen (weltweit: 61 %), und 35 Prozent (weltweit: 27 %en KI-Einsatz gänzlich verbieten.

 

Die jährlich weltweit durchgeführte Studie zum Thema Datenschutz und dessen Auswirkungen auf Unternehmen veröffentlicht Cisco im Vorfeld des Europäischen Datenschutztages am 28. Januar. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass es bei zahlreichen Unternehmen wachsende Datenschutzbedenken und Vertrauensprobleme in Bezug auf GenAI gibt. Eine generelle Abkehr bedeutet das aber nicht: Durch Investitionen in den Datenschutz wollen sich viele Unternehmen hier besser aufstellen.

 

Für die siebte Ausgabe der Benchmark-Studie hatte Cisco 2.600 Datenschutz- und Sicherheitsexperten aus 12 Ländern befragen lassen, darunter 200 aus Deutschland.

 

„Unternehmen sehen GenAI als eine grundlegend andere Technologie mit neuen Herausforderungen", sagt Cisco CLO Dev Stahlkopf. „Mehr als 90 Prozent der global Befragten glauben, dass KI neue Techniken zur Verwaltung von Daten und Risiken erfordert. Hier wird eine durchdachte Governance notwendig, die das Vertrauen der KundInnen sichert."

 

Zu den größten Bedenken der Unternehmen gegenüber GenAI zählen die Gefahr für ihre geistigen und rechtlichen Eigentumsrechte (Deutschland: 68 %, weltweit: 69 %) sowie die Veröffentlichung von wichtigen Informationen (Deutschland und weltweit: 68 %). Diese Bedenken scheinen durchaus begründet zu sein. Denn laut der Cisco-Studie haben viele Nutzer bereits Informationen in GenAI-Tools eingegeben, die problematisch sein könnten. Dazu zählen Mitarbeiter-Daten (Deutschland: 53 %, weltweit: 45 %) und nicht-öffentliche Informationen über das Unternehmen (Deutschland: 54 %, weltweit: 48 %). Die Angst der Befragten vor dem Verlust des eigenen Jobs durch KI ist in Deutschland ebenfalls deutlich größer (67 %) als im weltweiten Durchschnitt (58 %).

 

Verbraucher erwarten Transparenz

 

Fast alle Unternehmen möchten das Vertrauen ihrer Kunden darin stärken, dass ihre Daten nur für beabsichtigte und legitime Zwecke im Rahmen von KI zum Einsatz kommen. (Deutschland: 95 %, weltweit: 91 %). Erreichen wollen sie das insbesondere durch die Einhaltung der Datenschutzgesetze (weltweit: 25 %) und die Vermeidung von Datenschutzverletzungen (weltweit: 23 %). Die Verbraucher hingegen wollen vor allem klare Informationen darüber, wie ihre Daten verwendet werden, und dass Betriebe ihre Daten nicht für Marketingzwecke verkaufen.

 

„Laut 94 Prozent der befragten Unternehmen (Deutschland: 96 %) würden ihre Kunden nicht bei ihnen kaufen, wenn sie Daten nicht angemessen schützen", erklärt Cisco Chief Privacy Officer und Vice President Harvey Jang. „Für 98 Prozent (Deutschland und weltweit) sind externe Datenschutzzertifizierungen ein wichtiger Faktor für ihre Kaufentscheidungen. Diese Zahlen beweisen, dass Datenschutz untrennbar mit dem Vertrauen und der Loyalität der Kunden verbunden ist."

 

Strenger Datenschutz stärkt Vertrauen

 

Entsprechend lohnen sich Kosten und Aufwand zur Einhaltung der Datenschutzgesetze. In Deutschland sagen 86 Prozent der Unternehmen (weltweit: 80 %), dass sich Datenschutzgesetze positiv auf sie ausgewirkt haben. Nur vier Prozent (weltweit: 6 %) sehen einen negativen Effekt. Strenge Datenschutzregeln stärken das Vertrauen der Verbraucher in die Unternehmen, denen sie ihre Daten zur Verfügung stellen.

 

In den letzten fünf Jahren haben sich die Ausgaben für den Datenschutz mehr als verdoppelt, wobei 95 Prozent der Unternehmen (Deutschland und weltweit) mehr Nutzen als Kosten sehen. Durch ihre Investitionen in den Datenschutz erzielen 87 Prozent der deutschen Unternehmen (weltweit: 80 %) erhebliche Vorteile in Bezug auf Loyalität und Vertrauen.

 

 

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