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GenKI: Partner sind noch in der Erkundungsphase, trotz Hersteller-Hype

Obwohl das grundsätzliche Interesse an generativer KI ungebrochen hoch ist, tut sich die Mehrheit der Lösungsanbieter im Channel schwer, potenzielle Anwendungsfälle zu identifizieren, so das Ergebnis einer Studie von The Channel Company.

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GenKI: Partner sind noch in der Erkundungsphase, trotz Hersteller-Hype

In weniger als einem Jahr ist generative KI (kurz GenKI oder GenAI) ins  Spitzenfeld des Branchen-Buzz vorgerückt.  KI-Startups bekamen Rekordfinanzierungen und -bewertungen, die Zahl der Branchen- und Finanznachrichten zum Thema hat sich mehr als verdoppelt. Und kaum ein Quartalsbericht der etablierten IT-Konzerne kam ohne die Erwähnung des steigenden KI-Geschäfts aus.  

Während die Begeisterung für ChatGPT und sein mögliches Potenzial als Problem-Löser für alles zwischen Fachkräftemangel und Marketing-Inhalten herhalten musste, mahnten etliche Lösungsanbieter im Channel zur Vorsicht und warnten vor überzogenen Erwartungen. Neun Monate nach der Veröffentlichung der Beta von ChatGPT stellen Technologieanbieter wie Microsoft, Cisco, HPE und selbst Zoom KI-Lösungen in ihren Quartalsergebnissen als Wachstumstreiber heraus - stets zusammen mit dem eindringlich formulierten Plan, die breite Einführung von GenAI über Channel-Partner voranzutreiben zu wollen. 

Akzeptanz im Anfangsstadium

Bei den Vertriebspartnern gibt es jedoch höchst unterschiedliche Einschätzungen zu den Auswirkungen dieser Technologie und der Geschwindigkeit, mit der sie sich im Markt durchsetzen wird. Einige bezeichnen GenKI als "revolutionär" und rechnen mit Veränderungen, die so bedeutend sein könnten wie die Entstehung und Entwicklung des Internets. Andere sehen aktuell gar keine Anwendungsfälle, weder für ihr eigenes Unternehmen noch für die Kunden.  

Offensichtlich befindet sich die Einführung von GenKI  bei den Lösungsanbietern noch in einem sehr frühen Stadium. Wie die aktuellen Analyse der CRN-Muttergesellschaft The Channel Company (TCC) ergab, haben bisher nur fünf Prozent der Partner generative KI in ihr Geschäft oder Portfolio Angebot integriert. Immerhin 48 Prozent gaben an, neugierig beziehungsweise interessiert zu sein.

Bei den genannten Anbieterpräferenzen dominiert derzeit das Vertrauen auf bekannte Namen wie Microsoft und AWS.  Trotz erkanntem Potenzial stehen dem Fortschritt im Channel verschiedene Hindernisse im Weg - laut Angaben der Befragten handelt es sich hierbei vor allem um überzogene Anbieter-Hypes bei gleichzeitigem Mangel an belastbaren, robusten Anwendungsfällen, die auch  Sicherheitsbedenken zerstreuen könnten.

Zwischen Interesse, Umsetzungswillen und -Fähigkeiten klafft also noch ein tiefer Graben. Vor allem Managed Service Provider (MSPs) und Lösungsanbieter befinden sich derzeit in einer Sondierungsphase. Hier ist Beratung durch Experten erforderlich, die bei entsprechenden (Hersteller-) Angeboten auf fruchtbaren Boden fallen könnte.

Mutmaßungen über echte Anwendungsfälle 

Effizienzsteigerung ist das Hauptanliegen bei der Betrachtung möglicher KI-Anwendungsfällen. So glauben 54 Prozent der Befragten,  dass GenAI und große Sprachmodelle (LLMs)  positiven Einfluss auf die Geschäftsprozesse haben könnten. Erhebliche Verbesserungen der Effizienz sehen 17 Prozent der Partner am Horizont. 

Diejenigen, die sich bereits intensiv mit KI befassen, tun das in Bereichen, die nicht "generativ" sind.  So verweisen nur 13,3 Prozent der Befragten explizit auf GenKI, was einmal mehr auf die relativ geringe Akzeptant der Technologie und ihres Einsatzes im Channel schließen lässt. 

Und so sieht die Partnerlandschaft für KI aktuell aus: 

Kaum Rede von GenKI bei den öffentlichen Angeboten der Lösungsanbieter im Channel 

Die TCC-Untersuchung konzentrierte sich auf eine Stichprobe von 126.000 IT-Firmen, die überwiegend in den USA ansässig sind. Diese Zahl reduzierten wir auf 55.000, indem wir Datensätze von Firmen  entfernten, die auf ihren Webseiten keine KI-bezogenen Themen stehen hatte, grenzten dann weiter und untersuchten schließlich 11.242 Unternehmen, die mindestens eine KI-bezogene Spezialisierung aufweisen.

Mehr Informationen zur Studie gibt Vlad Kostyuk, Analyst Strategic Consulting bei The Channel Company in UK (vkostyuk[at]thechannelcompany.com).

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