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20 Jahre ITscope: Baden und die Revolution des IT-Handels

Eine Kündigung bei Tech Data, Datenvergleich statt Hardwareverkauf, empörte, später begeisterte Distributoren, viel Handarbeit, später EDI-Automation, Cloud, Beschaffung und ERP-Einbindung: Die Idee einer Preisvergleichs- und Beschaffungsplattform hatten viele junge IT-Pioniere. Den längsten Atmen aber nur ITscope. Warum die Badener die Nase vorne haben und nicht der Wettbewerb.

Martin Fryba
clock • Lesezeit 5 Min.
Die ITscope-Gründer Benjamin Mund, Stefan Reger und der mittlerweile ausgeschiedene Alexander Münkel (v.l.).
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Die ITscope-Gründer Benjamin Mund, Stefan Reger und der mittlerweile ausgeschiedene Alexander Münkel (v.l.).

Große Sause in Karlsruhe: ITscope feierte kürzlich das Firmenjubiläum. 2003 wussten die Gründer Alexander Kiffe (43) Benjamin Mund (44) und Stefan Reger (44) noch nicht, dass sie einmal Channel-Geschichte schreiben würden. Mit über 400 Distributoren, über 7 Mio. Produktlistungen und rund 8.500 Nutzern - von Systemhausriesen wie Cancom bis hin zu kleineren mittelständischen Häusern wie Aconitas - ist die Karlsruher ITsope mit ihrer B2B-Beschaffungsplattform Marktführer hierzulande. Es hätte freilich anderes kommen können. Vom Aus des Geschäftsmodells oder dem Überrollen durch Wettbewerber wäre alles möglich gewesen. Warum ist ITscope noch da (und wird wohl noch lange das E-Procurement dominieren)? Während es der Wettbewerb, wie DCI - einst mit einer Milliarden-Bewertung glänzte, es aber nie schaffte, dem Badener Trio das Wasser zu reichen?

An einigen Meilensteinen und Rückschlägen lernen Unternehmer auch heute noch, wie Mut und Beharrlichkeit belohnt werden und "auf dem Teppich bleiben" immer noch besser ist als mit an der Börse schnell eingesammeltem Geld erst ganz hochzufliegen und genauso schnell unsanft landen zu müssen.

Pioniere sind selten allein

Es gibt eine Synchronizität der Gedanken und Erfindungen. Fast zeitgleich beschäftigen sich die ITscope-Gründer und Arnd Villwock mit seiner Ad Fontes (wenig später cop software) mit der Idee, einer distributionsübergreifenden Handelsplattform für den Channel zu entwickeln. Das Internet ersetzt Faxlisten, Mails informieren Reseller viel schneller: Die Erstausgabe der CRN berichtet 1995 über ein neues Online-System, das Computer 2000 einführt. Produktinfos, Preise, Bestellungen sind nun elektronisch einsehbar. Die ersten Plattformen, später Shops sind geboren.

ITscope nimmt schnell Abstand davon, selbst ein Shop zu werden. Es geht vielmehr um eine Übersichtsplattform, was welcher Disti zu welchem Preis im Lager hat. Arnd Villwock arbeitet an derselben Idee. Er wird später sagen, dass ihm Markus Adä mit der Kündigung bei Tech Data einen Riesengefallen getan hatte. Die Initialzündung für den nun selbstständigen Softwareunternehmer, mit cop software ein Wettbewerber zu ITscope zu sein.

Und beide Firmen beobachten einen Pionier auf dem E-Commerce-Feld. Die Starnberger DCI hatte sich Millionen Kapital aus den Börsengang am Neuen Markt geholt und Gründer Michael Mohr sich mit einem Ferrari belohnt. Durchgesetzt hatte sich DCI mit seiner Beschaffungsplattform für den Channel genauso wenig wie A Eins trotz oder gerade wegen einem schillernden, vor Selbstbewusstsein strotzendem Andy Altmeyer. Und das Badener Trio von ITscope?

Die Gründer haben gearbeitet, standen hinter ihrem Stand auf vielen Channel-Messen, haben unbescheiden mit der Channel-Presse geredet und immer wieder dazugelernt: von ihren Kunden, den Resellern und ihrem schärfsten Gegner zu Anfang: die Distribution.

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