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Mahr EDV auf Expansionskurs - Kapitalspritz vom britischen Investor Tenzing

Systemhaus Mahr ist kräftig gewachsen, beim Umsatz, den Standorten, Personal und Kundenstamm. Die Nachfrage nach Cloud- und Managed Services sowie IT-Security treibt das Geschäft. Mit Investor Tenzing setzt Fabian Mahr nun einen Meilenstein, ebenso der Private Equity-Partner aus UK, der die erste Investition in DACH tätigt.

Martin Fryba
clock • Lesezeit 2 Min.
Fabian Mahr, gründete 1999 Mahr EDV. Jetzt geht er mit dem Investor die Expansion an.
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Fabian Mahr, gründete 1999 Mahr EDV. Jetzt geht er mit dem Investor die Expansion an.

Mit wie vielen Investoren Fabian Mahr, Gründer und Chef der Mahr EDV, gesprochen hat, ist nicht bekannt. Es dürften sehr viele gewesen sein. Anders als einige seiner Systemhaus-Kollegen zeigte Mahr Geduld, "den perfekten Partner zu finden". In Tenzing habe er nicht nur einen Investor gefunden, sagt der Systemhausgründer. "Wir haben einen gleichgesinnten Partner entdeckt". Gleichgesinnt heißt: beide Firmen wollen expandieren, die Chancen nutzen, die im IT-Sektor liegen. Managed Services vor allem, Cloud und Cybersicherheit, umgesetzt in IT-Betriebskonzepte hauptsächlich für KMU, die Stammklientel von Mahr EDV.

Mit welcher Summe die Briten eingestiegen sind, will Mahr noch nicht verraten. Der Tenzing Fonds II ist 400 Mio. britische Pfund schwer, investiert seit zwei Jahren in B2B Software- und technologiegestützte Dienstleistungsunternehmen. Mahr ist eines von insgesamt sechzehn "stark wachsenden Unternehmen im Tenzing-Portfolio", gibt der Investor bekannt. Man will "Mahr zu neuen Gipfeln führen," sagt Christian Ramme, der als "Lead DACH" den Markt für Tenzing sondiert und nun - eine Besonderheit - den ersten Deal mit einem IT-Dienstleister aus der DACH-Region abschließen konnte. Es wird nicht der letzte gewesen sein.

Fabian Mahr, seit 1999 mit seinem Systemhaus unterwegs, blick auf ein rasantes Wachstum 2022: Es habe laut eigener Aussage um ein Drittel zugelegt, auf von Wirtschaftsauskunfteien geschätzte Erlöse von rund 11 Mio. Euro und einem ebenfalls geschätzten Jahresüberschuss von rund 2,2 Mio. Euro. Mit rund 180 Beschäftigten ist Mahr in den Metropolen Berlin (Hauptsitz), Düsseldorf, Köln, Dresden, Leipzig, Essen und Hamburg präsent und bedient aktuell mehr als 600 KMUs.

Breites Knowhow bei vielen Herstellern

Mahr hat die Expansion auch kommunikativ in den letzten vier Jahren gut vorbereitet: zahlreiche Auszeichnungen als Top-Systemhaus von Fach- und Publikumszeitschriften und vorbildlicher Arbeitgeber machen auf die Berliner aufmerksam. Die Gold-Partnerschaft zu Dell wurde ebenso kommuniziert wie der Platinum-Status bei Sophos und der Excellence-Award von Starface. Zertifizierungen unter anderem von Aruba, Cisco, Lancom, Fujitsu und fast 20 von Microsoft zeigen nicht nur breite Technologiekompetenz, sondern auch, dass Mahr durch einen herstellunabhängigen Ansatz die Risiken oft unberechenbarer Strategien einzelner Hersteller zu senken versteht.  

Limitierender Wachstumsfaktor, den auch Investorengeld nicht kompensieren kann, ist freilich der Fachkräftemangel. Ein auf den Technologiesektor spezialisiertes Privat Equity-Haus, das mehr sein will als nur auf hohe Renditen fokussiert, kann mit einem unternehmerischen Ansatz helfen. Vernetzung unter den Portfolio-Unternehmen beispielsweise. Auch dieses Versprechen dürfte Fabian Mahr bewogen haben, die Briten einsteigen zu lassen. "Durch die strategische Investition von Tenzing erhält Mahr Zugang zu einem reichen Pool an Ressourcen und Fachwissen," heißt es.

Wenn es ein aktiver Investor Tenzing klug anstellt, ist vielleicht sogar mehr drin für Mahr als nur das Potenzial der Berliner bei Vertrieb und Marketing zu heben. Zukäufe nicht ausgeschlossen, heißt es explizit. Fabian Mahr ist in der Branche bestens vernetzt. Die "Brücke", die Tenzing für ihn ist, um "uns rasch in eine vielversprechende Zukunft" zu führen, wie er sagt, ist ja auch umgekehrt eine für den ehrgeizigen britischen Investor und seine Expansion auf dem Kontinent.

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