Datasolut: Wie das Microsoft‑Geschäft "deutlich an Dynamik gewonnen hat"
Microsoft stellt an Partner hohe formale Anforderungen: Zertifizierungen und Audits sind hohe Hürden. Wie die IT-Dienstleister Dataciders und Datasolut mit Hilfe eines speziellen Programms von Value Added Distributor ADN nun Zugang zu Projekten und Kunden erhalten, "die zuvor so nicht erreichbar waren." Zwei Beispiele aus der Praxis – mit Signalwirkung für andere Partner.
Das Microsoft-Ökosystem hierzulande zählt rund 30.000 Partner, aber längst nicht alle Systemhäuser und IT-Dienstleister kommen mit der Umstellung auf das "Microsoft AI Cloud Partner Program" zurecht. Denn IT-Dienstleister müssen umfangreiche Zertifizierungen für die sechs Spezialisierungen (Designations) nachweisen. Wer alle 6 technologischen Spezialdisziplinen und die entsprechenden Designations hält, gehört zum erlesenen Kreis der Solutions Partner for Microsoft Cloud. Bechtle oder SVA haben diesen höchsten Status erreicht, ebenso wie der Microsoft nahestehende Systemintegrator Avanade.
Soweit werden kleinere Systemhäuser mit beschränken Ressourcen kaum kommen, müssen sie auch nicht unbedingt. Sie werden sich meist auf ausgewählte Kernthemen des "Microsoft AI Cloud Partner Program" spezialisieren.
Der Weg auch zu nur einer oder mehrere Designationen kann jedoch anspruchsvoll: Umfangreiche Nachweise, hohe formale Anforderungen und komplexe Audits stellen viele Partner vor Hürden, beispielsweise die Kölner Datasolut, aber auch größere IT-Dienstleister wie Dataciders Austria.
Ausgangslage: Viel Potenzial, hohe Komplexität
Die Datasolut GmbH aus Köln gehört zu einer neuen Generation spezialisierter Analytics‑Beratungen. Das junge Team unterstützt den gehobenen Mittelstand dabei, Daten nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch wirksam zu nutzen – mit klarem Fokus auf Analytics, Data Platforms und Cloud im Microsoft‑Umfeld. Da Microsoft für viele Kunden die zentrale Plattform ist, stand für Datasolut früh fest: Die eigene Expertise sollte nicht nur wachsen, sondern auch sichtbar und belastbar belegt werden.
Eine Microsoft‑Spezialisierung war deshalb der logische nächste Schritt. In der Praxis zeigte sich jedoch schnell, wie hoch die Hürden sind: komplexe Audit‑Anforderungen, englischsprachige Nachweise und detaillierte Prozess‑ und Projektbelege erfordern Struktur, Erfahrung und Zeit. "Gerade beim ersten Mal fühlt sich das an wie böhmische Dörfer", erinnert sich Datasolut Geschäftsführer Vinzent Wuttke an die Ausgangslage.
How to Specialize mit ADN als Navigator und Beschleuniger
Auf Empfehlung von Thomas Sigmund, Partner Development Manager bei Microsoft Deutschland, entschied sich Datasolut für das How to Specialize‑Programm von ADN. Ziel war es, den Weg zur Microsoft-Spezialisierung nicht experimentell, sondern strukturiert und mit hoher Erfolgsquote zu gehen. ADN übernahm dabei die Rolle des strategischen Übersetzers zwischen den komplexen Microsoft‑Anforderungen und dem operativen Alltag bei Datasolut.
Besonders wertvoll für Datasolut war der Zeitgewinn. Statt langwieriger Eigenrecherche arbeitete das Team mit klar priorisierten Anforderungen, praxiserprobten Vorlagen und konkreten Aufgabenpaketen. Regelmäßige Reviews, gezieltes Feedback und klare Qualitätschecks sorgten dafür, dass Datasolut den gesamten Spezialisierungsprozess effizient steuern konnte.
"Wir haben Datasolut nicht einfach nur beraten, sondern durch den gesamten Prozess geführt – Schritt für Schritt, entlang der Microsoft-Logik und immer mit Blick auf das konkrete Ziel", so Damian Bieniek, Cloud & Partner Solution Architect bei ADN.
Das Ergebnis: ein souverän absolviertes Audit im ersten Anlauf. Für Vinzent Wuttke liegt der ROI auf der Hand: "Wenn ich gegenüberstelle, wie viele interne Stunden wir gespart haben und welch hohe Sicherheit für das Audit uns How to Specialize bei der ADN gebracht hat, ist das eine sehr einfache Rechnung.“
Mehr Vertrauen, mehr Vertrieb, mehr Wirkung
Mit der Microsoft-Zertifizierung rechnet sich Datasolut nun deutlich bessere Marktchancen aus – sowohl technisch als auch vertrieblich. Hoch relevant auch: der Zugang zu Microsoft-Funding. Das Unternehmen nutzt die Spezialisierung aktiv, um gemeinsam mit Kunden geförderte Workshops, Ideation Sessions und erste Testprojekte anzubieten. Presales ist damit nicht länger ein Kostenfaktor, sondern ein effizienter Hebel für Wachstum. Für Kunden sinkt die Einstiegshürde, für Datasolut entstehen neue, qualifizierte Geschäftschancen.
"Die Spezialisierung signalisiert unseren Kunden, dass wir nicht nur technisches Know-how mitbringen, sondern auch konkreten finanziellen Mehrwert schaffen – und sie sicher durch das Microsoft-Ökosystem führen", so Wuttke.
Auch aus Microsoft-Sicht zahlt sich dieser Weg aus. "Partner wie Datasolut zeigen klar, wie Spezialisierungen wirken sollen: als Qualitätsnachweis, als Türöffner für gemeinsame Projekte und als Grundlage für nachhaltiges Wachstum mit Microsoft", so Microsoft-Manager Sigmund.
Signalwirkung für andere IT-Dienstleister
Das Beispiel Datasolut zeigt: Microsoft‑Spezialisierungen sind kein Privileg großer Beratungshäuser, sondern ein strategischer Hebel für ambitionierte, fokussierte Partner. Entscheidend ist nicht die Zertifizierung an sich, sondern ihre Wirkung im Tagesgeschäft – etwa, um den gesamten Sales-Zyklus effizienter, planbarer und wirtschaftlich wirksamer zu gestalten. Mit einem klaren Anspruch und dem richtigen Begleiter lassen sich Spezialisierungen nahtlos in Geschäftsprozessen verankern und in wiederkehrende Umsätze überführen.
Auch aus Sicht von ADN ist das ein zentraler Punkt: "Spezialisierungen sind kein Selbstzweck. Sie entfalten ihren Wert dann, wenn sie strategisch eingesetzt werden – und genau dabei unterstützen wir unsere Partner", betont ADNs Partner-Manager Bieniek.
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Dataciders auf Wachstumskurs
Dataciders zählt zu den etablierten Dienstleistern für Data‑ und AI‑Lösungen im deutschsprachigen Raum. Rund 1.000 Expertinnen und Experten arbeiten an zwölf Standorten für mehr als 100 Enterprise‑Kunden, darunter zahlreiche Unternehmen aus den Top‑50‑Segmenten.
Um die eigene Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, hat Dataciders seine Wachstumsstrategie im Jahr 2024 neu ausgerichtet. Ein zentraler Bestandteil ist der gezielte Ausbau des Microsoft‑Geschäfts. "Wir sehen das Microsoft‑Ökosystem als einen zentralen Treiber der digitalen Transformation. Mit dem gezielten Ausbau unserer Aktivitäten ermöglichen wir skalierbare, datengetriebene Innovationen bei unseren Kunden", erklärt Gero Presser, CEO von Dataciders.
Im ersten Schritt entschied sich Dataciders für die Microsoft‑Spezialisierungen Analytics on Azure und AI on Azure, da beide unmittelbar an die fachlichen Schwerpunkte des Unternehmens anknüpfen. Dataciders realisiert seit Jahren komplexe Analytics- und KI-Projekte, betreibt spezialisierte Teams für Microsoft Fabric, Databricks sowie AI‑Foundry‑Themen und konnte bereits zahlreiche Praxisreferenzen vorweisen, die einen Großteil der Microsoft‑Anforderungen erfüllten.
Die Herausforderung: Kompetenz nachweisen und strukturiert belegen
Für die angestrebten Microsoft‑Spezialisierungen muss jeweils ein umfangreiches Audit abgelegt werden. Dieses prüft, ob ein Partner reale Kundenprojekte technisch sauber, sicher und gemäß Microsoft‑Best‑Practices umgesetzt hat. Die zentrale Herausforderung ergab sich aus der organisatorischen Struktur von Dataciders: Zur Gruppe gehören zehn Gesellschaften in Deutschland sowie weitere Einheiten in Österreich und Bulgarien, jeweils mit eigenen Arbeitsweisen, Dokumentationsstrukturen und Projektreferenzen. Die fachliche Kompetenz war umfassend vorhanden, jedoch nicht durchgängig in einheitlichen Prozessen abgebildet, um die vorhandene Stärke im Audit transparent, vergleichbar und prüfbar darzustellen.
Der entscheidende Schritt: ADN als Struktur- und Auditpartner
Um diese Herausforderungen strukturiert und effizient anzugehen, zog Dataciders den Value Added Distributor ADN hinzu. Das in Bochum ansässige Unternehmen begleitet Microsoft Partner mit dem Programm "How to Specialize" durch den gesamten Auditprozess – von der Einordnung der Anforderungen bis zur gezielten Vorbereitung auf die Prüfung.
ADN kombiniert strategische Beratung mit einem klar definierten Vorgehensmodell aus zwei Bausteinen: einer strategischen Cloud Foundation zur Ausrichtung und Planung sowie einem praxisorientierten Modul, in dem konkrete Kundenprojekte entlang aller relevanten Implementierungsphasen nachgewiesen werden.
In der Zusammenarbeit mit Dataciders übernahm ADN mehrere zentrale Funktionen: die Übersetzung der Microsoft-Rahmenbedingungen, das inhaltliche und organisatorische Coaching sowie die Rolle einer unabhängigen Prüfinstanz im Rahmen eines Pre-Audits. "ADN hat uns dabei unterstützt, unsere fachliche Kompetenz konsequent in die Struktur und Terminologie von Microsoft zu überführen", erläutert Markus Kottwitz, Partner Manager Microsoft bei Dataciders. "Dieses Coaching war ein wesentlicher Faktor, um die Spezialisierungen in der geforderten Qualität zu erreichen."
Damian Bieniek, Cloud & Partner Solution Architect bei ADN, kommentiert die Zusammenarbeit: "Dataciders ist äußerst strukturiert vorgegangen. Das Engagement, die Zielklarheit und die Konsequenz im Umsetzungsprozess waren bemerkenswert."
Koordiniertes Projekt über mehrere Standorte hinweg
Über mehrere Wochen arbeiteten Teams aus dem Competence Center Data & Process sowie der unternehmensweiten Microsoft‑Initiative von Dataciders eng zusammen. Rund 20 Mitarbeitende aus Berlin, Dortmund, München und Nürnberg waren in die (Pre‑)Audit‑Phase eingebunden. Sie lieferten technische, organisatorische und dokumentarische Beiträge zur Erstellung der geforderten Evidenzen.
Für das Audit mussten projektbezogene Nachweise für beide angestrebten Spezialisierungen erbracht werden. Bei Analytics on Azure umfasst dies zum Beispiel den Nachweis realer Analytics‑Implementierungen. Dataciders bereitete dafür drei Analyseplattformen auf Basis von Microsoft Fabric und Databricks auf, die von der Konzeption über Entwicklung und Deployment bis zur Übergabe an den Kunden reichen.
Für AI on Azure verlangt Microsoft zudem den Nachweis konkreter KI‑Projekte, die den vollständigen Implementierungsprozess abbilden. Dataciders stellte hierfür mehrere Beispiele vor, darunter die Entwicklung eines Chatbots, ein System zur automatisierten Dokumentenerkennung im Legal‑Bereich sowie ein Validierungsmodell für Bildmaterial in psychologischen Tests. Ergänzt wurden diese Nachweise durch zwei Projekte, in denen On‑Premise‑Systeme schrittweise in moderne Azure‑Architekturen migriert wurden.
Ein Schlüsselmoment in der Vorbereitung war das Pre‑Audit mit ADN. Die Experten stellten bewusst kritische Fragen, simulierten realistische Situationen und forderten das Team heraus. Mit Erfolg: Dataciders bestand beide Audits ohne eine einzige Beanstandung. Außerdem bescheinigte das Prüferteam dem IT-Dienstleister eines der beststrukturierten Audits.
Höhere Sichtbarkeit, beschleunigtes Wachstum, geschärftes Profil
Mit dem Erreichen der Microsoft‑Spezialisierungen hat Dataciders den nächsten Reifegrad im Microsoft‑Ökosystem erreicht und wurde zusätzlich als Microsoft Fabric Featured Partner ausgezeichnet. Diesen Status tragen in Deutschland derzeit nur rund 30 Unternehmen. Darüber hinaus eröffnen die Spezialisierungen Zugang zu Microsoft‑Funding‑Programmen mit einem Fördervolumen von bis zu 75.000 US‑Dollar pro Kunde. Leistungen wie Workshops, Discovery‑Phasen und technische Proofs lassen sich damit vollständig finanzieren und senken auf Kundenseite die Einstiegshürden für neue Projekte.
"Wir beobachten bereits heute, dass unser Microsoft‑Geschäft deutlich an Dynamik gewonnen hat", sagt Markus Kottwitz, Partner Manager Microsoft bei Dataciders. "Der Anteil am Gesamtumsatz liegt aktuell bei rund 25 Prozent – mit klar steigender Tendenz. Die zusätzliche Sichtbarkeit und die Funding‑Programme ermöglichen den Zugang zu Projekten und Kunden, die zuvor so nicht erreichbar waren."
Ausbau der Microsoft‑Strategie und Partnerschaft
Dataciders plant, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen. Weitere Microsoft-Spezialisierungen sind bereits in Vorbereitung. Parallel baut das Unternehmen seine Rolle als "Frontier-Firma" aus – also als Organisation, die nicht nur Microsoft-Technologien implementiert, sondern sie im eigenen Betrieb umfassend nutzt (siehe CRN-Artikel).
Die Partnerschaft mit ADN bleibt dabei ein zentraler Baustein. Dataciders verlagert sein Lizenzgeschäft zunehmend zu ADN und möchte gemeinsam mit dem Distributor im CSP-Bereich weitere Wachstumssprünge erzielen.
"Für uns war die Zusammenarbeit mit ADN ein echter Gewinn. Wir haben nicht nur die Spezialisierungen erreicht, sondern auch unsere interne Arbeitsweise weiter professionalisiert und unser Microsoft‑Geschäft klar vorangebracht. Das schafft Vertrauen und macht Lust auf eine langjährige Partnerschaft", so Partner Manager Microsoft bei Dataciders, Markus Kottwitz.
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