Zehn goldene Service-Jahre für den Channel

Auf seinem Data+AI Summit hat Databricks zahlreiche Neuerungen rund um seine Datenanalyseplattform vorgestellt. Dabei stellte sich CEO Ali Ghodsi klar gegen die Sorge mancher Partner, dass KI ihnen das Wasser abgraben könnte: Er rechnet mit einem mindestens zehn Jahre anhaltenden Boom bei IT-Services im Channel.

"Wir brauchen sie mehr denn je." Ali Ghodsi, CEO, Databricks (Foto: CRN)

Der Mitgründer und CEO von Databricks, Ali Ghodsi, rechnet mit einem zehnjährigen Boom bei der Nachfrage nach IT-Services. Nach seinem Dafürhalten brauchen die Unternehmen mehr Unterstützung aus dem Channel denn je zuvor, um ihre Daten vorzubereiten und KI-Technologie-Stacks verantwortungsvoll aufzubauen. "Eine Zeit lang dachten viele: ‚Oh mein Gott, Agenten und KI werden all diese Services ersetzen, und Serviceunternehmen werden alle vom Markt verschwinden‘", erklärte Ghodsi auf eine Frage von CRN während einer Pressekonferenz. "Nun zeigt sich jedoch, dass tatsächlich das genaue Gegenteil der Fall ist. Wir brauchen sie mehr denn je, weil sie uns dabei helfen müssen, unsere Unternehmen so umzustellen, dass wir für KI bereit sind."

Der in San Francisco ansässige Anbieter von Datenanalyseplattformen hat seine Partnerteams personell verstärkt und beobachtet nach eigenen Angaben teils sogar Systemhausprojekte, bei denen Partner die Verantwortung für ganze Abteilungen übernehmen. Für den CEO ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass die Bedeutung des Channels weiter wachsen wird, da seine Expertise und Dienste unerlässlich sind, um die Endkunden auf die KI-Revolution vorzubereiten, erklärte er beim jährlichen Data+AI Summits von Databricks gegenüber CRN. "Wir wollen sehr, sehr eng mit diesen [Lösungsanbietern] zusammenarbeiten", kündigte Ghodsi an. "Das ist extrem wichtig. Die Partner sind extrem wichtig."

Eine Entwicklung, die auch Michael Patterson, Vice President of Databricks Solutions beim Dienstleister Perficient (Nummer 67 der CRN Solution Provider 500 2026) bestätigt. Er sagte im Gespräch mit CRN, Perficient verzeichne viel Arbeit bei der Definition von Databricks-Strategien für Kunden und bei der Härtung der Plattform durch verbesserte Governance. Viele CIOs auf Kundenseite wollten über Dashboards und klassische Business Intelligence hinausgehen – hin zu Abfragen in natürlicher Sprache und weiteren möglichen Anwendungen im KI-Zeitalter. "Das verändert das Betriebsmodell von Unternehmen grundlegend – aufgrund der Verfügbarkeit von Daten", sagte er.

Databricks Data+AI Summit 2026: Die wichtigsten Produktankündigungen

Databricks nutzte seinen Data+AI Summit, um zahlreiche Produktweiterentwicklungen vorzustellen und zudem eine neue Übernahme bekanntzugeben: den Anbieter der KI-basierten Security-Operations-Center-Plattform Panther.

Auf der Produktseite soll für Databricks Lakebase demnächst Lake Transactional/Analytical Processing (LTAP) verfügbar werden. Dabei handelt es sich um eine Datenverarbeitungsarchitektur, die Online Analytical Processing (OLAP) und Online Transaction Processing (OLTP) auf Basis einer einzigen Datenkopie in einem Data Lake zusammenführt. LTAP soll Extraktions-, Transformations- und Ladeprozesse (ETL), Replikation und Pipelines konzeptionell überflüssig machen – eine wichtige Neuerung, da Entwickler mithilfe von KI mehr Anwendungen erstellen können, als ihnen allein möglich wäre. Nach Angaben von Databricks wird Lakebase von Tausenden Kunden genutzt und verarbeitet plattformweit 12 Millionen Datenbankstarts pro Tag.

Bereits als Beta verfügbar ist Lakehouse//RT, eine Echtzeitversion des Databricks Lakehouse. Sie ermöglicht Analysen auf verwalteten Delta-Lake- und Apache-Iceberg-Daten ohne separate Serving-Systeme und soll dabei eine Performance im Millisekunden-Bereich erreichen. Angetrieben von der Reyden Compute Engine liefert Lakehouse//RT laut Databricks Latenzen von unter 100 Millisekunden bei 12.000 Abfragen pro Sekunde und steigert die Leistung gegenüber bestehenden spezialisierten Echtzeit-Serving-Daten-Stacks um das 16-Fache.

Zu den neuen Funktionen, die in eine Private Preview eingeführt wurden, zählen CustomerLake, Genie App Builder, Genie ZeroOps und die Tag-Weitergabe in Unity Catalog. Mit CustomerLake adressiert Databricks die Marketingbranche: Die agentische Kundendatenplattform soll einheitliche Kundendaten, KI-Modelle, Agenten, Identitätsauflösung, Zielgruppenbildung und Aktivierung zusammenführen.

Genie App Builder bietet Nutzern eine vollständig verwaltete Vibe-Coding-Umgebung, in der sie Geschäftskontext hochladen sowie Live-Build-Pläne und Vorschauen funktionsfähiger Anwendungen generieren können, die mit echten, verwalteten Unternehmensdaten verbunden sind. Genie ZeroOps ist ein Hintergrundagent in Databricks, der Pipelines, Jobs, Tabellen, Modelle sowie weitere Daten- und KI-Assets autonom überwacht, untersucht und Korrekturen vorschlägt.

Die Tag-Weitergabe in Unity Catalog soll es Nutzern ermöglichen, verwaltete Tags automatisch von Quelltabellen und -spalten auf nachgelagerte Tabellen und Views zu übertragen, während Daten transformiert werden. In Unity Catalog hat Databricks außerdem die allgemeine Verfügbarkeit von richtlinienbasierter Zugriffskontrolle auf Attributbasis für Zeilenfilterung und Spaltenmaskierung gestartet und Previews für Identitätsattribute und Kontextattribute "in Kürze" angekündigt.

Zudem hat Databricks Open Sharing SecureConnect in die Public Preview überführt. Das Angebot richtet sich an Nutzer, die einen von Databricks verwalteten Proxy für das Routing von Speicherzugriffen benötigen.

Allgemein verfügbar sind bei Databricks Genie One, Genie Agents und Genie Code. Zudem hat der Anbieter Genie als native Anwendungen für iOS und Android bereitgestellt.

Der agentische Co-Worker Genie One soll Nutzer dabei unterstützen, Arbeit über strukturierte, unstrukturierte, analytische und operative Daten innerhalb und außerhalb von Databricks hinweg zu automatisieren und zu orchestrieren. Genie Agents übernehmen das Gedächtnis, die Quellen, Anweisungen und das Verhalten von Genie-Konversationen, damit andere Co-Worker vertrauenswürdige Workflows erneut aufrufen können.

Der autonome Agent Genie Code soll Datenteams laut Databricks dabei helfen, Data-Engineering-, Machine-Learning- und Analyse-Workflows zu planen, zu erstellen und auszuführen. Dafür steht ein eigener Arbeitsbereich bereit, in dem Fortschritte verfolgt, Schritte überprüft und zwischen Threads gewechselt werden kann.

Databricks plant Sicherheitsexpansion mit Panther-Übernahme

Zur Panther-Übernahme nannte Databricks weder einen voraussichtlichen Abschlusszeitpunkt noch finanzielle Details des geplanten Kaufs. Das Unternehmen erklärte jedoch, Panthers Technologie werde Nutzern helfen, Datenquellen zu vereinheitlichen, Bedrohungen zu erkennen und Warnmeldungen mit Agentenschwärmen zu untersuchen. Das 2018 gegründete Unternehmen Panther bietet laut Unternehmenswebsite ein Partnerprogramm für Sicherheitsberatungen, Reseller, Implementierungspartner und weitere Partnertypen an.

Panther verfügt über mehr als 100 vorgefertigte Integrationen für Cloud-Infrastrukturen, Identitätsanbieter, Endpunkte, Netzwerke und Anwendungen, um das komplexere Mapping herkömmlicher Security-Information-and-Event-Management-Systeme (SIEM) zu vermeiden. Databricks will mit den von Panther eingebrachten Funktionen außerdem klassische SIEM-Systeme ersetzen und agentische Erkennung und Reaktion auf Basis eines einheitlichen Security Lakehouse operationalisieren, so der Anbieter. Panther ergänzt die jüngsten Sicherheitsübernahmen von Databricks, darunter Antimatter und SiftD.ai.

"Wir freuen uns sehr, Teil von Databricks zu werden und die Vision des Security Lakehouse voranzutreiben", wurde Panther-Gründer und CEO Jack Naglieri in einer Erklärung zitiert. "Das SOC steht an einem Wendepunkt: KI verändert, wie Angriffe gestartet werden, und Verteidiger können nun endlich Schritt halten. Gemeinsam mit Databricks können wir Verteidiger mit leistungsfähigen Agenten ausstatten, die Erkennung, Untersuchung und Reaktion skalieren."

Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.

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