USA verbietet Einfuhr ausländischer Router
Die US-Regierung hat den Import von im Ausland hergestellten Routern für Privatkunden und kleine Unternehmen verboten. Betroffen sind chinesische Hersteller, aber auch deutsche Anbieter wie Fritz!. Begründet wird das Verbot mit Schwachstellen in der Lieferkette und Cybersicherheitsrisiken.
Das Büro für öffentliche Sicherheit und innere Sicherheit der Federal Communications Commission (FCC) hat seine "Covered List" aktualisiert und um "im Ausland hergestellte Router" erweitert. Das Importverbot wird offensichtliche Auswirkungen auf chinesische Routerhersteller haben, wie beispielsweise TP-Link, trifft aber offenbar auch US-amerikanische Anbieter, die ihre Geräte im Ausland herstellen, darunter Netgear.
Ein Netgear-Sprecher erklärte gegenüber CRN, das Unternehmen "lobt die Regierung und die FCC für ihre Maßnahmen zugunsten einer sichereren digitalen Zukunft für die Amerikaner". Ferner heißt es: "Heimrouter und Mesh-Systeme sind für die nationale Sicherheit und den Verbraucherschutz von entscheidender Bedeutung. Die Entscheidung ist ein Schritt in die richtige Richtung. Als in den USA gegründetes und ansässiges Unternehmen mit einer Tradition amerikanischer Innovation hat Netgear seit langem in sicherheitsorientiertes Design, transparente Praktiken und die Einhaltung staatlicher Vorschriften investiert, und wir werden dies auch weiterhin tun", sagte ein Firmensprecher.
Die FCC will festgestellt haben, dass im Ausland hergestellten Geräte "ein inakzeptables Risiko für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten oder die Sicherheit von US-Bürgern darstellen“, wie aus der neuen Einreichung hervorgeht.
Das Importverbot trifft auch Hersteller aus Deutschland, darunter Marktführer Fritz! (früher AVM). Die FCC lässt Ausnahmen zu, allerdings sind die Hürden einer Antragsstellung sehr hoch.
"Inakzeptables Risiko für Amerikaner"
Die Behörde begründet ihren Schritt wie folgt: "In letzter Zeit nutzen böswillige staatlich und nichtstaatlich geförderte Cyberangreifer zunehmend die Schwachstellen in im Ausland hergestellten Routern für kleine Büros und Heimbüros aus, um direkte Angriffe auf amerikanische Zivilisten in deren Wohnungen durchzuführen. Von der Störung der Netzwerkverbindung bis hin zur Ermöglichung von Spionage in lokalen Netzwerken und dem Diebstahl geistigen Eigentums stellen im Ausland hergestellte Router ein inakzeptables Risiko für Amerikaner dar. Zudem waren im Ausland hergestellte Router direkt an den Cyberangriffen 'Volt', 'Flax' und 'Salt Typhoon' beteiligt, die auf kritische amerikanische Kommunikations-, Energie-, Verkehrs- und Wasserinfrastrukturen abzielten. Router in den Vereinigten Staaten müssen über vertrauenswürdige Lieferketten verfügen, damit wir ausländischen Akteuren keine eingebaute Hintertür zu amerikanischen Haushalten, Unternehmen, kritischen Infrastrukturen und Notfalldiensten bieten", so FCC in ihrem am Montag veröffentlichten Antrag.
Huawei-Verbot bereits seit 2019
Der chinesische Hersteller und Marktführer im Gartner Magic Quadrant für kabelgebundene und kabellose Netzwerke, Huawei, wurde schon 2019 in den USA verboten, als das Handelsministerium das Unternehmen neben dem chinesischen Telekommunikationsausrüster ZTE auf seine Verbotsliste gesetzt hatte.
Cisco Systems, Marktführer im Bereich drahtloser Netzwerke, der nach der Corona-Pandemie seine Produktion von Asien nach Indien, Mexiko und Brasilien verlagert hatte, ist von der jüngsten FCC-Entscheidung weniger betroffen, da diese sich weitgehend auf Produkte für Verbraucher und kleine Unternehmen und weniger auf Unternehmensausrüstung bezieht.
Die FCC erklärte, dass die aktualisierten Beschränkungen für neue Gerätemodelle gelten und dass Nutzer zuvor gekaufte Router weiterhin verwenden können. Router-Modelle und Anbieter, die zuvor von der Regierung zugelassen waren, werden von Einzelhändlern weiterhin verkauft, bis der Vorrat aufgebraucht ist.
Der Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.
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