SpaceX will mit dem Channel abheben
Elon Musks Raumfahrt- und KI-Unternehmen SpaceX will sein satellitengestütztes Starlink-Netzwerk stärker im Businessumfeld platzieren und baut dabei zunehmend auf den Channel und dessen Zugang zu lukrativen Chancen in den Bereichen Behörden, Mobilität und Edge-Konnektivität.
SpaceX will seine indirekten Channel-Partnerschaften für den satellitengestützten Breitbanddienst Starlink ausbauen. Das in Starbase, Texas, ansässige Unternehmen SpaceX, Hersteller wiederverwendbarer Raumfahrzeuge und Raketen, das derzeit seinen Börsengang für den 12. Juni plant und dabei 75 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von 1,75 Billionen US-Dollar einwerben will, schrieb in seinem S-1-Börsenprospekt vom 20. Mai bei der US-Börsenaufsicht SEC, dass es den Channel als Möglichkeit sieht, die Nutzung seines Starlink-Dienstes bei Unternehmenskunden zu steigern.
SpaceX hat laut S-1 eigene Vertriebs- und Engineering-Teams aufgebaut, um die Konnektivitätsfunktionen von Starlink für Luftfahrt, Schifffahrt und landgestützte Mobilität zu vermarkten und zu unterstützen. "Wir erwarten, individuellere Implementierungen für landgestützte Mobilität in bestehenden Einsatzszenarien wie kommerziellen Lkw-Flotten sowie neue Anwendungen zu ermöglichen, die durch stärker vernetzte Geräte entstehen", schrieb das Unternehmen. "Zudem entwickeln wir über Starshield weiterhin spezialisierte Netzwerke für sichere staatliche Anwendungen. Indem wir auf bewährte Leistung in missionskritischen Umgebungen aufbauen und über Channel-Partner in ausgewählten Regionen expandieren, erwarten wir eine stärkere Nutzung bei hochwertigen Unternehmens- und Behördenkunden."
Auf eine CRN-Anfrage nach weiteren Informationen dazu reagierte SpaceX nicht.
Das Unternehmen verfügt derzeit über eine kleine Zahl autorisierter Reseller in Nordamerika, darunter IT-Lösungsanbieter wie CDW, Dimension Data und Insight Enterprises sowie Telekommunikationsdienstleister und internationale Solution Provider mit US-Geschäft, darunter Marlink aus Paris und ein in Oslo ansässiger MSP. Im März stellte SpaceX Jackie Smith als Leiterin für strategische Partnerschaften ein. Zuvor arbeitete sie laut ihrem LinkedIn-Profil rund 15 Jahre bei Cisco und Splunk und schied dort als Global Vice President of Splunk Partner Sales aus. Cisco übernahm Splunk im Jahr 2024. Starlink verfügt derzeit laut dem Satellitentracker satellitemap.space über 10.500 aktive Satelliten in der Erdumlaufbahn, von rund 12.000, die seit 2019 gestartet wurden. Insgesamt plant das Unternehmen den Start von 42.000 Satelliten.
World Wide Technology steht noch am Anfang einer Partnerschaft mit Starlink, mit dem das Unternehmen schon seit geraumer Zeit zusammenarbeiten wollte, sagte Neil Anderson, Vice President und CTO des Teams für Cloud-Infrastruktur- und KI-Lösungen bei dem in St. Louis ansässigen Solution Provider. "Wir sehen durchaus die Nachfrage unserer Geschäftskunden, die fragen, ob Starlink als wirklich robuste und portable WAN-Lösung genutzt werden kann – als Alternative zu festem Breitband und ähnlichem", bestätigte Anderson gegenüber CRN. "Deshalb wollten wir schon seit einiger Zeit mit ihnen zusammenarbeiten", sagte er. "Es hat eine Weile gedauert, bis wir eine Partnerschaftsvereinbarung aufsetzen konnten, weil das für sie noch relativ neu war. Sie waren eher daran gewöhnt, mit Privatkunden zu arbeiten. Die Zusammenarbeit mit ihnen ist großartig. Sie wollten sehr klar Partnerschaften eingehen und in den kommerziellen Markt expandieren. Es ging also nur darum, uns auf Bedingungen zu einigen, zu schauen, wie wir beide damit Geld verdienen können, und sicherzustellen, dass wir uns nicht in Bereiche begeben, in die wir nicht wollen. Wir wollen nicht unbedingt Telekommunikationsanbieter sein, aber wir vertreiben gern andere Ausrüstung weiter."
Starlink scheine es also offensichtlich mit dem Aufbau von Channel-Beziehungen ernst zu meinen, konstatierte Anderson. "Bei den Verträgen waren sie sehr flexibel", berichtete er. "Offensichtlich war das alles noch etwas neu, was ich auch erwartet habe. Das erwarten wir bei jedem, der neu in Channel-Partnerschaften einsteigt. Aber sie waren sehr gut darin, Formulierungen und Verträge schnell anzupassen, und insgesamt sehr flexibel. Es hat etwas gedauert, aber ich denke, das lag einfach daran, dass es für sie neu war. Wir fanden die Zusammenarbeit mit ihnen aber wirklich unkompliziert."
Chris Bogan, Vice President of Alliances beim in Houston ansässigen Solution Provider Mark III Systems, der im Unternehmens- und Behördenumfeld tätig ist, sagte CRN, er habe von einer solchen Initiative von SpaceX und Starlink noch nichts gehört. Allerdings kursierten Hinweise auf einen solchen Plan in bestimmten Foren und sozialen Netzwerken. Bogan sagte, Mark III Systems habe nie mit Starlink zusammengearbeitet, habe aber eine Reihe von Starlink-Nutzern im eigenen Kundenstamm sowie unter engen Freunden und Geschäftskontakten. Aus dieser Erfahrung heraus sei es "definitiv eine sehr überzeugende Geschichte", sagte er. "Die eigentliche Frage ist heute, wie sich einige dieser Edge-Umgebungen anbinden lassen – mit Anführungszeichen um Edge, weil einige davon immer noch große Filialen, große Installationen und ähnliche Umgebungen sind, die lediglich nicht an Hauptleitungen hängen. Die Idee, Starlink für so etwas zu nutzen, wäre für diese Kunden wirklich überzeugend."
Aus seiner Sicht sind Unternehmen aus mehreren Gründen gute Zielkunden für Starlink. "Wir kommen aus dem Enterprise-Umfeld", erläuterte er. "Wir verstehen, wie das funktioniert. Wir verstehen ihre Sicherheitsanforderungen. Wir verstehen Konnektivität. Wir verstehen die Feinheiten sehr spezifischer, hochgradig maßgeschneiderter Netzwerke. Daher wäre es für uns attraktiv, etwas wie Starlink hinzuzufügen. Wir müssen noch mehr Details von Starlink sehen, aber es hat definitiv unsere Aufmerksamkeit geweckt."
Weiter berichtete Bogan, er sei kürzlich auf einer Distributionskonferenz gewesen, auf der einer der Redner eines großen Raumfahrtunternehmens in seiner Keynote erklärt habe, dass es in der Raumfahrt und bei raumfahrtbezogenen Technologien ein starkes Wachstum geben werde. "Der Redner sagte, dass dort im Grunde die Menschen, das Wissen und das Know-how fehlen und dass praktisch alles, was hier auf der Erde terrestrisch erledigt wird, in irgendeiner Form auch im Weltraum erledigt werden muss", erzählte er. "Seine zentrale Botschaft war: Alles, was ihr hier als erdgebundene Unternehmen macht, wird auch für weltraumgestützte Unternehmen sehr stark benötigt und sehr hoch bewertet werden." Diese Art von Investitionen, die Unternehmen und Behörden in weltraumgestützte Geschäftsmodelle stecken werden, bedeute Chancen. "Daran hätte ich vor ein paar Jahren nicht unbedingt gedacht, aber es ergibt durchaus Sinn", so Bogan.
Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.
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