Software-Chef: Steigende Speicherpreise beschleunigen Nachfrage nach VMware-Alternativen von HPE

Laut HPE-Software-Chef Rocco Lavista beschleunigen steigende Speicherpreise die Nachfrage nach HPE-Software, darunter die CloudOps-Software-Suite und VM Essentials. Partner sehen darin eine Chance, ihr Geschäft mit HPE deutlich auszubauen.

Aufgrund steigender Speicherpreise registriert HPE ein deutlich steigendes Kundeninteresse an Software des Technologiekonzerns, darunter die CloudOps-Software-Suite und VM Essentials. Das erklärte Rocco Lavista, VP und General Manager of Worldwide Hybrid CloudOps Software Sales beim Technologiekonzern. "Angesichts der infrastrukturellen Herausforderungen, denen wir in der Branche gegenüberstehen, und steigender Kosten für Standardkomponenten glaube ich, dass dies tatsächlich die Nachfrage nach Software beschleunigt, die wir derzeit beobachten", so der Manager in einem Interview mit CRN.

"Wenn Sie derzeit Kunde sind und über eine Infrastruktur verfügen, sich in einem normalen Erneuerungszyklus befinden und ein festes Budget haben – was bekanntlich bei allen der Fall ist - müssen sie versuchen, mit weniger auszukommen. Und wie könnte man das besser erreichen, als mit der CloudOps-Suite eine bessere Betriebserfahrung auf der bestehenden Infrastruktur zu erzielen, die sie heute besitzen."

Lavista erklärte, dass Kunden, die mit steigenden Speicherkosten konfrontiert sind, "die Lebensdauer der Infrastruktur, die sie heute besitzen, verlängern" können, indem sie die CloudOps-Software-Suite mit Morpheus, VM Essentials, OpsRamp und Zerto integrieren.

Hardwarekosten "aufgrund der Rohstoffpreise und die aktuellen Entwicklungen in der Welt" hätten dazu geführt, dass VME (VM Essentials) "mittlerweile zu einem wesentlichen Bestandteil unserer Kundengespräche geworden" sei, so der Manager.

Deutlich zweistelliges Wachstum bei Neukunden

Während einer Konferenz zu den jüngsten Quartalsergebnissen erwähnte HPE, dass die Umsätze im Bereich VM Essentials-Virtualisierung zum dritten Mal in Folge gestiegen seien - mit einem hohen zweistelligen Wachstum bei Neukunden im Jahresvergleich, angetrieben von dem, was HPE-Präsident und CEO Antonio Neri als "eskalierende Kosten für Legacy-Virtualisierungssoftware" bezeichnete. Neri erklärte, dass HPEs "einzigartiges Portfolio" an Cloud-Management-Software, AIOps und Plattformdiensten eine "starke Vertriebspipeline" aufbaue.

HPE hat sein Vertriebsteam verdoppelt, um sein Softwaregeschäft über den Channel drastisch auszubauen, so Lavista. "Dies ist eine bedeutende Chance für uns, mit dem Channel zusammenzuarbeiten und mit allen Kunden, die unsere Partner vertreten", sagte Lavista über den ehrgeizigen Wachstumsplan für die Hybrid-Cloud-Software von HPE. "Was die Investitionen angeht, ist dies eine sehr koordinierte Anstrengung im gesamten Unternehmen HPE."

Partner sehen in der HPE-Software eine bedeutende Chance, insbesondere in VM Essentials als Alternative zu Broadcom-VMware. Broadcom-VMware lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

HPE-Partner: "Eine bedeutende Chance für uns"

C.R. Howdyshell, CEO von Advizex mit Sitz in Independence, Ohio, einem Unternehmen von Myriad360, sagte, die HPE-Software biete einen großen Schub, um Partnern dabei zu helfen, die aktuelle Speicherverknappung und die Krise in der Lieferkette zu bewältigen. "Angesichts der aktuellen Herausforderungen in der Speicher-Lieferkette bieten die HPE-Software und die von uns angebotenen Services eine bedeutende Chance für uns, unser Geschäft mit HPE auszubauen", erklärte Howdyshell. Er rechnet damit, dass das HPE-Softwaregeschäft von Advizex in diesem Jahr um mindestens 20 Prozent wachsen wird.

Advizex habe kürzlich einen Vertrag über HPE VM Essentials im Wert von 1,2 Millionen US-Dollar mit einer US-Bezirksregierung abgeschlossen, der sich über einen Zeitraum von potenziell sieben Jahren erstreckt und kostengünstiger sei als eine dreijährige Verlängerung bei VMware, so Howdyshell.

"Es ist offensichtlich, dass Kunden nach Optionen suchen, um die Herausforderungen zu bewältigen, die mit einigen der Broadcom-VMware-Kostenänderungen verbunden sind", sagte Howdyshell. "Das bedeutet nicht, dass ihr VMware-Geschäft komplett wegfallen wird. Als guter HPE-Partner haben wir bereits einige VM Essentials-Verträge abgeschlossen und erwarten, dass noch mehr folgen werden."

Bob Panos, Präsident von American Digital in Schaumburg, Illinois, einem führenden HPE-Partner, bestätigte ebenfalls ein gut laufendes Geschäft. Sein Unternehmen gewinne nach den drastischen Preiserhöhungen von Broadcom-VMware ebenfalls zunehmend an Boden mit HPE-Software wie VM Essentials und Morpheus Enterprise.

"Das wichtigste Thema, über das wir mit unseren Kunden sprechen, ist, welche Optionen sie haben, um sich ganz oder teilweise von VMware zu lösen", sagte Panos. "Jeder will darüber reden. Die Frage ist, wie viel davon wir in Umsatz umwandeln können. Wir haben bereits einiges davon verkauft und erwarten, noch mehr zu verkaufen. Das ist eine riesige Chance. HPE setzt voll und ganz auf uns. Jeden Monat bringen sie Verbesserungen für VM Essentials heraus."

Mit Morpheus habe HPE einen großen Vorteil gegenüber der Konkurrenz, da es Hybrid-Cloud-Management über öffentliche und private Clouds sowie den Edge hinweg biete. "Auch bei Morpheus setzen wir voll auf diese Lösung", so der Manager.

Panos sieht die Software-Offensive von HPE als Unterscheidungsmerkmal. "Es ist eine riesige Chance, denn genau darin liegt der Wert", sagte er. "Die Software von HPE bietet einen enormen Mehrwert. Es handelt sich um einzigartiges geistiges Eigentum von HPE. Wir setzen voll und ganz auf alles, was HPE-IP ist. Der Schwerpunkt der Schulungen unseres technischen Teams liegt darauf, diese Produkte zu erlernen und gut zu kennen, damit wir sie unseren Kunden anbieten können."

Panos würdigte Neri für die Übernahme innovativer Softwareunternehmen, die HPE von anderen abheben, darunter Morpheus Data im Jahr 2024, OpsRamp 2023 und Zerto 2021. "All diese Produkte sind führend in ihrem Bereich", so Panos. "HPE ist nun ein echter Akteur in vielen verschiedenen Märkten. Es ist spannend, gerade jetzt Partner von HPE zu sein."

Scott Dunsire, CEO von Melillo Consulting, einem HPE-Partner aus Somerset, New Jersey, ist ebenfalls überzeugt. Auch sein Unternehmen sehe in der HPE-Software und VM Essentials eine bedeutende Chance. "Kunden fragen uns nach Alternativen", sagte er. "Sie halten die Entwicklungen bei Broadcom für inakzeptabel."

Mehr als nur eine VMware-Alternative

Dass HPE lediglich eine Alternative zu VMware sei, will Rocco Lavista so aber nicht stehen lassen. HPE gehe mit der seiner CloudOps-Suite weit über Broadcom-VMware und VM Essentials hinaus, betont der Software-Chef selbstbewusst. "Mit unserem CloudOps helfen wir unseren Kunden, die Kontrolle über alles zurückzugewinnen – nicht nur vor Ort, sondern auch über alles, was sie in der Public Cloud tun", sagt er und setzt noch eins obendrauf: "Sie werden keinen anderen Anbieter finden, der solche Lösungen über den gesamten Stack hinweg anbietet – von Observability über Automatisierung und Orchestrierung bis hin zu Backup und Recovery sowie Cyber-Resilienz."

Was das Wachstum von HPE-Software angeht, erklärt Lavista: "Unsere Wachstumsprognose ist die höchste, die ich in meiner Karriere je unterschrieben habe. Es ist buchstäblich eine Verdopplung des Geschäfts. Ich glaube, wir kratzen gerade erst an der Oberfläche dessen, was wir erreichen können. Deshalb betonen wir immer wieder die Bedeutung des Channel-Netzwerks und der Partnerorganisation".

Die Partner im Channel würden HPE dabei helfen, "Reichweite und Skalierbarkeit zu erreichen. Wir unterstützen unsere Partner und stellen sicher, dass es sich um einen serviceorientierten Vertriebsansatz handelt", so der HPE-Manager.

Der Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.

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