Quantiphi kauft Candyspace
Mit der Übernahme von Candyspace will Quantiphi seine KI-Ingenieurskompetenz mit nutzerzentriertem Design verweben. "Dann entsteht Magie!", so Quantiphi-Chef Reghu Hariharan. Ziel ist eine neue Klasse von KI-Agenten-Anwendungen für umfangreiche Transformationen bis in die Kernprozesse von Großkunden.
Quantiphi übernimmt mit Candyspace eine anerkannte Größe der nutzerzentrierten Ingenieursgestaltung und will sich damit Führung bei der Entwicklung einer neuen Generation von End-to-End-KI-Agenten-Anwendungen sichern, die das Unternehmen der Zukunft neu definieren sollen. Der Zukauf schließe eine dringend benötigte Lücke im Bereich nutzerzentriertes Design und öffne Quantiphi, einem der führenden KI-Lösungsanbieter in den USA (Platz 156 der CRN Solution Provider 500 von 2025), die Tür, seinen Umsatz zu verdoppeln oder zu verdreifachen, indem robuste, "humanisierte", KI-native digitale Ingenieurs- und UX-Fähigkeiten ins Portfolio aufgenommen werden, sagte Quantiphi-Mitbegründer Reghu Hariharan (oben im Bild). "Die größte Chance liegt in der Kombination des nutzerzentrierten Design-Konzepts mit KI", führt Hariharan aus. "Dann entsteht Magie! Genau das strebt jeder unserer Kunden in Zukunft an."
Das in London ansässige Unternehmen Candyspace, das sich selbst als Agentur für digitale Produkte bezeichnet, beschäftigt rund 90 Mitarbeiter, die nutzerzentriertes Design und Frontend-Engineering bieten und damit deutliche Umsatzsteigerungen für renommierte Kunden wie die Royal Mint, Rolls Royce und Mazda erzielt haben. Die Bedingungen und Konditionen des Deals wurden nicht bekannt gegeben.
Ziel: Weniger Kunden, mehr Geschäft
Die Übernahme verändere das Wertversprechen von Quantiphi grundlegend, da die neue nutzerzentrierte Funktionalität es ermögliche, für Kunden "richtig große" mehrjährige End-to-End-KI-Transformationen anzubieten, so Hariharan. "Dies wird es Quantiphi ermöglichen, bevorzugter Partner für mehrjährige Systemtransformationen zu werden, wie etwa die Änderung der Kernprozesse von Versicherungskunden oder der Kernprozesse einer Lieferkette innerhalb von Unternehmen, in denen viele große monolithische SaaS-ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning Systems) existieren", sagte Hariharan. "Das ist großes Kino. Das sind große mehrjährige Transformationen, die die Mensch-Maschine-Schnittstelle neu denken. Das ist jetzt mit Quantiphi und Candyspace möglich."
Letztendlich sei das Ziel, die Anzahl der Kunden von Quantiphi mit Hauptsitz in Marlborough, Massachusetts, zu reduzieren, um stattdessen einer ausgewählten Elite von Klienten tiefreifende, langanhaltende und nachhaltige Transformationen anbieten zu können, erklärte Hariharan. "Dies bietet uns die Möglichkeit, das Unternehmen auf das Zwei- oder Dreifache der jetzigen Größe zu bringen", ist Hariharan überzeugt. "Wenn man sich intensiv auf einzelne Kunden konzentriert, wollen diese einen End-to-End-Anbieter. Das beginnt nicht nur bei den Systemen, die KI nutzen, sondern auch bei den menschlichen Interaktionen mit diesen Systemen. Das wird uns helfen, bei diesen Kunden tief einzutauchen und ihnen echte Mehrwerte zu bieten." Die Übernahme werde außerdem die Entwicklung von Technology Service as a Software (TSAS) bei Quantiphi vorantreiben, so Hariharan, indem Kunden mehr KI-Lösungen auf Basis von Geschäftsergebnissen statt klassischer professioneller Dienstleistungen erwerben können.
Menschlichere Schnittstelle zur KI
Matt Simpson, Geschäftsführer von Candyspace, sagte, die Übernahme ermögliche es Quantiphi und Candyspace, gemeinsam KI-native Produkte von Grund auf mit Nutzererfahrung im Vordergrund zu entwickeln, was zu großen Erfolgen für die Kunden führen werde. "Gemeinsam werden wir Produkte schaffen, die intelligent sind, die Menschen wirklich nutzen können, denen sie vertrauen und aus denen sie jeden Tag einen Mehrwert ziehen", sagte er. In der Praxis, so Simpson, werde das kombinierte Unternehmen die KI-Adoption bei den Kunden beschleunigen, indem Quantiphis KI-Ingenieurskompetenz mit Candyspaces nutzerzentriertem Engineering-Design kombiniert werde. "Wenn Sie Produkte bauen, die zu 99 Prozent genau sind, aber nur ein Prozent der Zielgruppe sie tatsächlich nutzt, gibt es keinen Mehrwert", sagte er. "Die Kombination beider Ansätze ist für uns der Schlüssel."
Als Beispiel für die im KI-Markt vorherrschenden Probleme mit Nutzeroberflächen führte Simpson die aktuellen Oberflächen der großen generativen KI-Sprachmodelle an. "Das ist die einfache Chatbot-Oberfläche, die man schon vor 20 Jahren gesehen hat", sagte er. "Die Diskrepanz zwischen der Benutzeroberfläche und der Leistung der Backend-KI ist einfach unglaublich. Das ist für uns die größte Chance, die es gibt."
Indem sie dieses Problem angeht, wird es die Übernahme den Kunden aus Hariharans Sicht erleichtern und angenehmer machen, mit KI-Systemen zu interagieren. "Am Ende des Tages sind die Menschen, die bei uns kaufen, Menschen und die Menschen, die bei unseren Kunden kaufen, sind ebenfalls Menschen", führte er aus. "Wie kann man die Menschen in diesem Zusammenhang vergessen? Das oberste Ziel ist, die Akzeptanz von KI-Systemen breiter und effektiver zu machen, indem man diese Systeme menschlicher gestaltet."
Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.
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