Neue HP-Chefin Walmsley: Partner hoffen auf "neue Impulse"
Partner loben die Berufung der ehemaligen Chefin des Biopharmaunternehmens GSK, Emma Walmsley, zur künftigen Vorstandsvorsitzenden von HP Inc. gegenüber CRN als einen klugen Schachzug und zeigen sich überzeugt, dass sie dem Konzern wichtige neue Impulse bringen kann, um "einen Durchbruch anzustoßen".
Mit der Berufung von Emma Walmsley holt HP Inc. eine profilierte Führungskraft von außerhalb der IT-Branche an seine Spitze. Das könnte entscheidend sein, um dem PC- und Druckerriesen im sich rasant wandelnden KI-Zeitalter neue Perspektiven zu eröffnen und zusätzliche Geschäftschancen zu erschließen, sagten Führungskräfte von Lösungsanbietern gegenüber CRN.
Das Unternehmen gab am Mittwoch bekannt, dass Walmsley, die ehemalige Chefin des Biopharmaunternehmens GSK, nach einer neunmonatigen Suche zur nächsten Vorstandsvorsitzenden ernannt wurde. Sie werde ihr Amt bei HP Inc. am 4. Januar antreten, teilte das Unternehmen mit.
Walmsley ist zwar seit sieben Jahren als Mitglied des Verwaltungsrats von Microsoft mit der Technologiebranche verbunden, ihre operativen Führungspositionen der vergangenen 15 Jahre hatte sie jedoch sämtlich bei GSK inne, einem in der Fortune-500-Liste geführten Biopharma- und Biotechnologieunternehmen. Zuvor war sie 17 Jahre lang in Führungspositionen beim Kosmetikkonzern L’Oréal tätig.
Die Ernennung einer Führungskraft, deren Erfahrung an der Unternehmensspitze außerhalb der IT liegt, bedeutet für HP zweifellos einen deutlichen Kurswechsel, betonten die Führungskräfte der Lösungsanbieter. Enrique Lores, der zuletzt dauerhaft als CEO amtierte, hatte insgesamt mehr als drei Jahrzehnte bei HP verbracht: Er begann als Praktikant im Ingenieurbereich und stieg 2019 zum CEO auf. HP suchte seit Februar nach einer dauerhaften Nachfolge für Lores, der das Unternehmen verließ, um CEO von PayPal zu werden.
Den Führungskräften der Lösungsanbieter zufolge könnte HP mit Walmsleys Berufung seine vorhandene technische Expertise auf Führungsebene um einen breiteren Erfahrungshorizont aus anderen Branchen ergänzen. "Was wollen Sie erreichen, wenn Sie ein Team aufbauen? Sie suchen nach Fähigkeiten, die sich ergänzen. Sie brauchen nicht noch mehr vom Gleichen", kommentierte Harry Zarek, Präsident und CEO der kanadischen Compugen. Das Unternehmen belegt Platz 68 auf der CRN-Liste Solution Provider 500 für 2026. "Manchmal kann jemand von außen einen Durchbruch anstoßen", so Zarek weiter. "Ich sehe das positiv."
HPs Entscheidung, bei der Suche nach einer neuen Vorstandsvorsitzenden über die IT-Branche hinauszublicken, könne zweifellos erhebliche Vorteile bringen, erklärte auch Mike Turicchi, Vice President für Marketing und strategische Beziehungen bei NCS Technologies. Eine Führungskraft mit einem ergänzenden Erfahrungshintergrund könne "neue Erkenntnisse und einen neuen Blick auf einige der bislang schwierigen Themen" einbringen, sagte Turicchi. Letztlich, so Turicchi, "begrüße ich es, dass HP etwas anders macht. Mir gefällt, dass das Unternehmen das Wagnis eingeht, jemanden von außen zu holen. Ich glaube, das könnte dem Unternehmen guttun", führte er aus. "Ich bin optimistisch."
Walmsley kam 2010 als Präsidentin der Consumer-Healthcare-Sparte zu GSK. 2015 stieg sie zur CEO dieser Sparte auf, bevor sie im April 2017 zur CEO von GSK ernannt wurde. Zu ihren Erfolgen bei GSK zählten eine "umfassende Transformation" des Unternehmens und die Verbesserung der operativen Leistung, erklärte HP am Mittwoch in einer Pressemitteilung. Insbesondere habe Walmsley dafür gesorgt, den Schwerpunkt stärker auf Spezialmedikamente und Impfstoffe zu legen und die Forschung und Entwicklung zu verbessern, heißt es in der Mitteilung von HP.
HP stellt Walmsleys Berufung als wichtigen Schritt dar, um durch den Trend zur lokalen Ausführung von KI auf Laptops und anderen PCs schneller zu wachsen. "HP verfügt über eine außergewöhnliche Innovationstradition, eine inspirierende Mission und enorme Chancen, da KI die Technologie und die Anforderungen der Kunden daran neu gestaltet", schrieb Walmsley am Mittwoch in einem LinkedIn-Beitrag.
Die bereits vorhandene technische Expertise von HP sei ein wesentlicher Grund, die Berufung einer Branchenfremden positiv zu sehen, unterstrich Compugen-Chef Zarek. "Aus meiner Sicht verfügt HP in so vielen Bereichen über eine enorme technische Tiefe", sagte er. "Der Verwaltungsrat hat sich wahrscheinlich gefragt: Wo gibt es Lücken in unserer Marktbearbeitung? Und wo liegen unsere Wachstumschancen? Wie lassen sich diese deutlicher herausarbeiten, und wie erschließen wir sie?" Um diese Ziele zu verfolgen, sei es deshalb "mit Sicherheit ein bedeutender strategischer Schritt von HP", eine hochrangige Führungskraft mit einem anderen Hintergrund zu holen, erläuterte Zarek.
Unabhängig von der CEO-Ernennung bezeichneten die Führungskräfte der Lösungsanbieter HPs Kommunikation weiterhin als Stärke des Unternehmens, während sie gemeinsam die anhaltenden Kostensteigerungen bei Arbeitsspeicher und anderen Komponenten bewältigen müssen. Die Zusammenarbeit funktioniere trotz der Preisprobleme weiterhin gut; der Umgang damit sei "überraschend reibungslos" verlaufen, berichtete Zarek. "Das ganze Jahr über gab es eine sehr gute Kommunikation in beide Richtungen, wenn Preisänderungen angekündigt wurden", konkretisierte er.
Gleichzeitig deute alles darauf hin, dass diese Herausforderungen das gesamte Jahr 2027 hindurch und bis ins Jahr 2028 hinein anhalten werden, sagte Turicchi von NCS Technologies. Damit werde HPs Fähigkeit, Lieferketten und Preise effektiv zu steuern, bei Walmsleys Amtsantritt zu einem zentralen Thema für die Partner. "Wir werden genau beobachten, wie gut HP die Lieferkette und die Preissteigerungen im weiteren Verlauf steuert", sagte er.
Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.
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