MSPs in Kapazitätsnöten

Aus Sicht von Cavelos Channel-Manager Larry Meador sind Kapazitätsengpässe derzeit eine noch weitaus größere Herausforderung für IT-Dienstleister und ihre Kunden als die Umsetzung der erweiterten Anforderungen an die IT-Sicherheit. Umso mehr gelte es für sie, ihre Ressourcen gut zu planen und fokussiert einzusetzen.

"Die neue Einschränkung, mit der die meisten von Ihnen konfrontiert sind, ist Kapazität." Larry Meador, Channelchef, Cavelos (Foto: CRN)

Die größte Herausforderung für MSPs im Jahr 2026 besteht laut Cavelos Channelchef Larry Meador weniger darin, Sicherheitsrisiken technologisch zu adressieren, sondern vielmehr darin, bei begrenzten Personalressourcen zu priorisieren, worauf die Arbeit zur Verringerung von Cyberrisiken konzentriert werden soll. "Die neue Herausforderung für MSPs ist nicht Sicherheit – sondern Kapazität", postulierte Meador deshalb am Montag während einer Session auf der XChange August 2026. Die vom CRN-Mutterunternehmen The Channel Company veranstaltete Konferenz findet diese Woche in Maryland statt und ist am 3. November mit ihrem Ableger XChange Deutschland auch wieder hierzulande verstreten.

"Verstehen Sie mich nicht falsch, Sicherheit bleibt schwierig. Das wissen wir", erläuterte er. "Aber die neue Einschränkung, mit der die meisten von Ihnen konfrontiert sind, ist Kapazität. Denn jeder MSP, mit dem wir sprechen, wird aufgefordert, mehr zu leisten – mehr Kunden, mehr Transparenz über Angriffsflächen, mehr Nachweise." Trotz aller KI-Hilfen hängen dabei viele Prozesse, wie etwa die Priorisierung der Maßnahmen zur Behebung von Sicherheitslücken und -Vorfällen, nach wie vor stark von der – sowieso schon knappen – Personalausstattung ab. Und mit jedem neuen Kunden, den ein MSP hinzufügt, kommen weitere Sicherheitsbefunde, Berichte und Nacharbeiten hinzu. So verlangten die Kunden seiner Erfahrung zufolge etwa zunehmend konkrete Nachweise dafür, dass ihr Cyberrisiko sinkt. "Es reicht nicht mehr aus, einem Kunden nur zu sagen, dass man Tools hat, die ihn schützen", stellte Meador fest. "Sie wollen und müssen Belege dafür sehen, dass ihr Risiko tatsächlich zurückgeht."

Überforderte Dienstleister treffen auf überforderte Kunden

Diese Beobachtung teilte auf der XChange auch viele Partner wie Donald Monistere, President und CEO des in Louisiana ansässigen Unternehmens General Informatics. Aus seiner Sicht sind viele Analysten schon jetzt eindeutig damit überlastet, Protokolldateien zu prüfen und zu bestimmen, ob Befunde handlungsrelevant, Fehlalarme, Standardwarnungen oder neue Schwachstellen sind. "Es gibt viele bewegliche Teile. Und die Möglichkeit, all das zusammenzuführen und sehr schnell und sehr einfach zu betrachten, ist ziemlich hilfreich", berichtet Monistere, dessen Unternehmen deshalb aktuell Cavelo und andere Tools für Schwachstellenmanagement evaluiert.

Für Monistere steht damit außer Frage, dass derzeit eine große Lücke zwischen der Identifizierung eines Problems und den Ressourcen zu dessen Behebung besteht. So habe General Informatics etwa bei einer Bewertung für einen Kunden die Schwachstellen der Organisation gründlich dokumentiert – nur um später festzustellen, dass dem Kunden weder das Budget noch das notwendige Personal zur Verfügung stand, um die Probleme zu beheben, berichtete Monistere. Das betroffene Unternehmen habe ihm dazu nur erklärt: 'Mein IT-Team kann sich dafür keine Zeit nehmen – wir versuchen nur, den Betrieb am Laufen zu halten‘.

Diese Erfahrung sei aufschlussreich gewesen, sagte er, und habe unterstrichen, warum Tools, die bei der Priorisierung helfen und knappe Personalressourcen bestmöglich nutzbar machen, in der Sicherheit so entscheidend sein können. Ideal wäre es daher aus seiner Sicht, "einen Weg zu finden, wie sie Toolsets nutzen können, die bei dieser gesamten Kapazitätsdiskussion helfen", befand Monistere. "Kapazitätsprobleme anzugehen, wäre definitiv ein Plus."

Cavelo will Meador zufolge mit Funktionen wie Cora, seinem in die Plattform eingebetteten KI-Sicherheitsanalysten, dazu beitragen, solche Engpässe zu entschärfen. Dazu soll Cora den IT- und Sicherheitsteams eine priorisierte Übersicht darüber geben, was behoben werden muss und wie dies geschehen kann. Cora "hilft heute dabei, zu analysieren, zu priorisieren und die Arbeit zu steuern", erläuterte Meador. Künftig solle Cora jedoch "dabei helfen, mehr von dieser Arbeit selbst auszuführen".

Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.

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