Monica Gille kommt zu Nvidia

Nach 26 Jahren bei HPE wechselt Vertriebsveteranin Monica Gille jetzt zu Nvidia. Als neue Partnerchefin soll sie das Channel-Ökosystem weiterentwickeln und dabei unterstützen, den Verkauf der KI-Lösungen an Unternehmenskunden anzukurbeln.

Die langjährige HPE-Channelmanagerin Monica Gille ist jetzt Vice President of Global Partnerships von Nvidia (Foto: HPE)

Wenige Tage, nachdem sie sich nach 26 Jahren von HPE verabschiedet hat, ist jetzt klar, wohin es Monica Gille zieht: Die erfahrene Vertriebsmanagerin kommt als Vice President of Global Partnerships zu Nvidia. In dieser Rolle will sie nach eigenen Angaben stark auf den Channel setzen, um die Einführung der Enterprise-KI- und Softwareprodukte des Unternehmens voranzutreiben. Gille gab ihre neue Funktion am Montag auf LinkedIn bekannt und erklärte, sie freue sich darauf, "eng mit unseren großartigen Partnern und Vertriebskanälen zusammenzuarbeiten, um neue Geschäftschancen zu erschließen und die KI-Einführung branchenübergreifend voranzutreiben".

C.R. Howdyshell, CEO des Systemintegrators Advizex aus Ohio, bezeichnete Gille, die HPE im Juli als Vice President of Sales für Enterprise- und Global-Accounts verlassen hatte, als Verfechterin des Channels. Sie werde Nvidia dabei helfen, mehr Unternehmenskunden von der Einführung von KI-Lösungen zu überzeugen und sie dabei unterstützen, Renditen aus ihren Investitionen zu erzielen. "Wir alle richten den Blick auf den Enterprise-Bereich. Er bewegt sich langsam und adaptiert langsam, aber er bewegt sich – und wir sehen dort immer mehr Aktivität und Akzeptanz", berichtete Howdyshell, dessen Unternehmen zu Myrian360 gehört und im vergangenen Jahr einen Nvidia Partner Network Award gewonnen hat. "Ich denke, sie wird Nvidia mit ihrer Erfahrung bei HPE sowie den Beziehungen, die sie im Channel hat, spürbar dabei helfen, diese Dynamik zu beschleunigen", fügte er hinzu.

Der Schritt markiert die erste größere Veränderung in der Channel-Führung seit Nvidia vor drei Jahren den früheren Global Channel Chief Alvin Da Costa in eine neue Rolle als Leiter der KI-Beratungsgruppe berufen und seine weltweiten Channel-Verantwortlichkeiten an Darrin Neil Chen übertragen hatte. Chen trägt den Titel Vice President of Global Partners Go-to-Market and Operations. Bislang ist unklar, ob Nvidia vor oder zusammen mit Gilles Ernennung die Rollen und Zuständigkeiten weiterer Channel-Führungskräfte verändert hat. Ein Unternehmenssprecher lehnte es ab, Gille für ein Interview zur Verfügung zu stellen oder die Organisationsstruktur von Nvidia zu kommentieren.

Partner unter Druck

Seit Nvidias letzter Veränderung in der Channel-Führung im Jahr 2023 hat sich das Unternehmen aufgrund seiner zentralen Rolle im KI-Infrastrukturboom zu einer Art Weltmacht entwickelt: Es liefert Chips, Systeme und Software, die für den Betrieb vieler KI-Anwendungen genutzt werden. Als nach Marktkapitalisierung größtes Unternehmen hat Nvidia zudem begonnen, bei einigen Rechenzentrumsprojekten finanzielle Absicherungen bereitzustellen.

Allerdings sehen einige Channel-Partner von Nvidia ihre Gewinnmargen durch eine von der KI-Expansion ausgelöste Komponentenknappheit auf mehreren Ebenen bedroht. Die hohe Nachfrage nach KI-Hardware erschwert es Partnern zudem, Produkte für Kunden zu beschaffen. Ein leitender Manager eines US-amerikanischen Systemintegrators sagte gegenüber CRN, dass sein Unternehmen zwar gelernt habe, mit der Notwendigkeit umzugehen, Konfigurationen ständig anzupassen und aufgrund von Komponentenengpässen neue Angebote einzuholen. Insgesamt werde die Lage jedoch "etwas schwieriger".

"Alle haben akzeptiert, dass es nun einmal so laufen muss – ob es uns gefällt oder nicht. Also müssen wir es einfach tun. Auf der anderen Seite ist es aber schwierig, überhaupt an Ausrüstung zu kommen", erklärte der Manager, der anonym bleiben wollte, um offen sprechen zu können. "Es gibt definitiv eine Knappheit. Sehr große Unternehmen kommen zu uns und sagen: ‚Könnt ihr das irgendwo in einem Lager auftreiben?‘ Die Leute sind verzweifelt auf der Suche nach Verbrauchsgütern – das sagt schon einiges", fügte er hinzu.

Aus Sicht von Advizex-CEO hat die Komponentenknappheit jedoch auch den positiven Nebeneffekt, dass einige Unternehmenskunden begonnen haben, ihre Budgets vorzuziehen, um Hardware früher zu bestellen – wegen steigender Preise und anderer Probleme infolge der angespannten Lieferlage. "Die Lieferkettenprobleme werden im nächsten Jahr nicht verschwinden, also wollen sie schneller handeln", sagte er.

Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.

CRN-Newsletter beziehen und Archiv nutzen - kostenlos: Jetzt bei der CRN Community anmelden