Microsoft: Das bringen E7, Agent 365 und Co.

Ab Freitag kommen auf Microsofts Partner im Channel einige Neuheiten und Änderungen zu, darunter der der E7-Plan, A365 Agent Control Plane sowie höhere Anforderungen für Froniter-Partner und -Distributoren. CRN fasst die wichtigsten Informationen zusammen und klärt mit Channelchefin Nicole Dezen, wie die Partner bei der Einführung unterstützt werden.

(Foto: CRN)

In Zeiten, in denen der Markt für KI in Unternehmensqualität zu brummen beginnt, erweise sich Microsofts Plattformansatz, der es den Lösungspartnern ermöglicht, Technologie mit eigenem geistigen Eigentum, Services sowie darauf aufbauenden Produkten bereitzustellen, als "sehr leistungsstarke Formel" für die Kundinnen und Kunden, konstatiert Nicole Dezen, Chief Partner Officer und Corporate Vice President für den globalen Channel-Partnervertrieb, im Gespräch mit CRN.

Während das umfassende Portfolio Microsoft helfe, seinen Ruf als Channel-Schwergewicht mit rund 500.000 Partnern im Ökosystem zu behaupten, bereitet es zugleich die Partner laut Dezen darauf vor, schwierige Fragen rund um Herausforderungen wie die Verbesserung der Sicherheitslage von Kunden, zur Migration preisbewusster Kunden in die Cloud und zur Vorbereitung ihrer Daten für die KI-Transformation, zu meistern. "Das ist eine Partner-Superkraft", findet Dezen. "Wenn ich auf den Channel schaue, sind unsere Channel-Partner meisterhaft darin, ganzheitlich und durchgängig zu denken, was Kundinnen und Kunden brauchen. Genau das ist das Versprechen von CSP", dem Cloud Solution Provider-Programm von Microsoft.

Microsoft führt neue KI-Enablement-Angebote, Rabatte und E7-Incentives ein

Wenn Microsoft Anfang Mai geht in die letzten Wochen seines bis Ende Juni laufenden Geschäftsjahres geht, bringt das für die Partner und Kunden einige Neuerungen. Beispielsweise rollt der Hersteller Änderungen bei Trainings- und Rabattprogrammen aus, die vor allem das Ziel verfolgen, die Partner besser darin zu unterstützen, sich die bevorstehenden KI-Chancen zu erschließen. Ab Freitag (1. Mai) gehen zudem sowohl der neue E7-Lizenzplan als auch der Agent-365-(A365-)Agent-Control-Plane in den allgemeinen Vertrieb.

Hinsichtlich der geplanten Aktionen zum E7-Vertrieb weist Dezen insbesondere auf die zugehörigen Rabatte hin:

Nach aktuellem Plan stellt Microsoft die E7-CSP-Promotions bis zum Jahresende (31. Dezember 2026) bereit, die Obergrenze für alle Aktionen liegt bei 9.999 Lizenzen.

Für Partner, die Microsofts Cloud-PC-Angebot Windows 365 Business verkaufen, soll ab Freitag eine Senkung der Listenpreise um 20 Prozent greifen, um für kleine und mittelständische Unternehmen attraktiver zu werden. Ebenfalls am Freitag will Microsoft eigenen Angaben zufolge die Pro-Nutzer-Lizenzpreise für Dragon Copilot in den USA und weiteren Regionen senken.

Zu Microsofts wichtigsten Channel-Zielen in diesem Jahr zählt laut den CRN Channel Chiefs 2026, die Zahl der über Partner gewonnenen Neukunden zu erhöhen und Partner dazu zu bewegen, einen größeren Teil des Portfolios zu verkaufen.

Microsofts KI-Initiativen für den Channel

Corey Kirkendoll, CEO des in den CRN MSP 500 2026 vertretenen texanischen Systemhauses 5K Technical Services, sagte CRN in einem Interview zu Microsofts neu verhandelter Vereinbarung mit dem ChatGPT-Hersteller OpenAI, Microsoft biete eine erstklassige Plattform für den Zugriff auf verschiedene KI-Modelle. Somit erhöhe die neue OpenAI-Vereinbarung die Flexibilität für Nutzer. "Der eigentliche Wert wird nicht darin liegen, welches Modell gewinnt", ist Kirkendoll überzeugt. "Er wird darin liegen, Organisationen dabei zu helfen, die richtigen Tools auszuwählen, sie angemessen zu steuern und KI in echte Geschäftsergebnisse zu übersetzen."

Am Freitag will Microsoft laut eigenen Angaben Agent-365-Testversionen zu seinen "Envisioning"- und Proof-of-Concept-Engagements hinzufügen, die Lösungspartner beim Verkauf von KI an Kunden nutzen können. Anfang April ergänzte Microsoft außerdem Partner-Performance-Messungen für den "Copilot + Power Envisioning & POC and Deployment Accelerator". Zudem machte der Anbieter M365 E7 und A365 zu berechtigten Produkten, die die Copilot-Revenue-Anforderung für die Performance-Messung entfallen lassen, so Microsoft.

Am Donnerstag will Microsoft nach eigenem Bekunden zudem Targeting- und Nutzungs-Insights hinzufügen, um in der AI Business Solutions & Security Partner Experience (ASPX) im Partner Center besonders aussichtsreiche Microsoft-365-E7- und Agent-365-Chancen identifizieren zu können. ASPX soll Marketing-, Vertriebs- und Customer-Success-Teams dabei helfen, Wachstumschancen zu erkennen, die Performance der Microsoft Commercial Incentives (MCI) zu verfolgen und FastTrack-Weiterleitungen zu verwalten.

Das "Frontier Badge" wird zur "Frontier Partner Specialization"

In den kommenden Monaten plant Microsoft außerdem, sein "Frontier Badge" zu einer "Frontier Partner Specialization" weiterzuentwickeln, die "Frontier Distributor Designation" zu aktualisieren, um Distributoren die Lösungspartner beim Skalieren agentischer KI unterstützen können besser als solche zu kennzeichnen, sowie die Vorteile im App-Accelerate-Programm für Softwareunternehmen zu verbessern, die KI-Anwendungen und -Agenten entwickeln. Dezen stellte diese Aktualisierungen in ihrem jährlichen Blogbeitrag "State of the Partner Ecosystem" vor, der vergangene Woche veröffentlicht wurde.

Die Frontier Partner Specialization soll jene Servicepartner, Channel-Partner und anderen Partner-Geschäftsmodelle besser hervorheben, die nachweisen können, dass sie Agenten über den gesamten Microsoft-Produktstack hinweg entwickeln oder bereitstellen. Kunden und Microsofts Field-Sales-Teams sollen die Spezialisierung nutzen, um Lösungspartner zu identifizieren, die für agentische KI-Szenarien validiert sind. Ein Lernpfad zum "Frontier Engineer Badge" über Microsofts Titan Academy soll laut Microsoft Lösungsingenieure und Architekten von Partnern darauf vorbereiten, produktionsreife agentische KI-Produkte über Microsoft Copilot, Copilot Studio und weitere Angebote hinweg zu entwerfen, zu entwickeln und zu betreiben.

Das Badge richtet sich damit laut Microsoft an Partner, die die erforderlichen Zertifizierungen erwerben, ihre Lieferungskompetenz über projektbereite Materialien nachweisen und zeigen, dass sie mit Governance und Branchenfokus im großen Maßstab arbeiten können.

300 Milliarden Dollar Partner-Chancen im Marketplace

(Foto: Microsoft)

Microsoft Marketplace soll bis 2030 ein Partner-Services-Potenzial von 300 Milliarden US-Dollar erreichen, schrieb Dezen in ihrem Blogbeitrag. Der Marketplace umfasst inzwischen mehr als 5.000 KI-Produkte und -Services und ermöglicht Multi-Party-Software und -Services. Rund 75 Prozent der Partner berichten von schnelleren Abschlüssen beim Verkauf über den Marketplace, und 69 Prozent berichten von größeren Deals.

Lösungspartner können laut Microsoft das KI-gestützte Kampagnen-Erstellungstool "Partner Marketing Center Pro" nutzen, das im Februar eingeführt wurde, um Demand Generation, Co-Branding, intelligente Lokalisierung, intelligente Übersetzung, automatisiertes Publishing und integriertes Reporting zu beschleunigen. Ein KI-Assistent kann Anwender dabei durch den Prozess führen.

Partner Marketing Center Pro ist laut Microsoft für Mitglieder des Microsoft AI Cloud Partner Program verfügbar, die mindestens ein Partner-Benefits-Paket besitzen, für Mitglieder mit einer "Solutions Partner"-Designation oder für Mitglieder, die am ISV-Success-Programm teilnehmen.

Updates für "Frontier Distributor"

Zu den Änderungen in den kommenden Monaten zählt, dass Microsoft seine "Frontier Distributor Designation" aktualisieren will, damit Lösungspartner besser Distributoren erkennen können, die wiederholbare Trainings anbieten, Enablement zum Aufbau und Management von Agenten liefern, Marketplace-gestützte Vertriebsmodelle für Transaktionen und Wachstum im Agentenverkauf unterstützen sowie weitere Fähigkeiten mitbringen, um agentische KI im Channel zu skalieren. Sowohl TD Synnex als auch Ingram Micro gehören zu den großen Distributoren mit dieser Designation.

Daürber hinaus investiert Microsoft in mehr Partner-Qualifizierung, die Zertifizierungen mit projektbereiter Umsetzung verbindet. Die projektbereiten Workshops, die über den Partner Skilling Hub angeboten werden, sollen Lösungspartnern rollenbasierte Trainings für wiederholbare Delivery-Praktiken vermitteln.

Organisationen, denen es gelingt, KI erfolgreich zu skalieren, bringen die Tools dorthin, wo Menschen ohnehin arbeiten, schrieb Dezen vergangene Woche in ihrem Blogbeitrag. Sie platzieren Innovation nah an der geschäftlichen Herausforderung – mit Observability auf jeder Ebene, um Qualität zu messen, Risiken zu steuern und KI wie ein Produktionssystem zu betreiben.

Dezen prognostiziert, dass bis 2028 weltweit 1,3 Milliarden KI-Agenten im produktiven Unternehmenseinsatz sein könnten. Da schon heute mehr als 90 Prozent der Fortune-500-Unternehmen den KI-Assistenten Microsoft 365 Copilot nutzen und 80 Prozent von ihnen zudem Microsoft-Agenten einsetzen, rechnet sie sich gute Chancen für den Hersteller und sein Partner-Ökosystem aus, in vorderster rReihe von dieser Entwicklung zu profitieren.

Dazu gibt ihnen Microsoft außerdem den Agent Factory Pre-Purchase Plan (P3) an die Hand, um flexiblere Lizenzierung über Copilot Studio, Microsoft Foundry, Fabric und GitHub hinweg zu erhalten. Kunden können zudem gestaffelte Rabatte erhalten, um eine breitere Einführung zu unterstützen und isolierte Pilotprojekte zu vermeiden, heißt es im Beitrag weiter. Der Plan umfasst außerdem rollenbasierte Trainings ohne zusätzliche Kosten.

Abschied vom transaktionalen Geschäftsmodell

Als Grundlage dafür, so wird auch Dezen nicht müde zu plädieren, müssten die Partner allerdings den Ansprung vom "Transaction-first"-Modell schaffen und den "Outcome-first"-Ansatz in den Vordergrund ihres Handels bei den Kunden stellen. Einen guten Einstieg in solche breiteren, servicegetriebenen Engagements bietet nach ihrem Dafürhalten die Lizenzierung. Microsoft empfiehlt den Lösungspartnern als grundlegenden Ansatz für diese Transformation, ein Ergebnis (Outcome)zu fokussieren, eine Sicherheits-Baseline zu etablieren und mit den Kunden eine Optimierungs-Kadenz aufzusetzen. Der einfachste Zeitpunkt, Veränderungen einzuführen, sei bei Gesprächen über Verlängerungen. Dann könnten die Partner Veränderungen ideal mit Business Cases und zeitlich begrenzten Angeboten kombinieren, so das Unternehmen.

Mit Tools wie Microsoft CloudAscent und dem Dashboard "AI Business Solutions & Security Insights" will es der Anbieter den Partner erleichtern, dafür besonders aussichtsreiche Accounts zu identifizieren und adressieren, die Nutzung zu vertiefen und verantwortungsvolles Prompting zu standardisieren. Microsoft-Lösungspartner "leisten einen enormen Beitrag, weil sie die Geschäftsziele des Kunden verstehen – und darüber nachdenken, wie sie die Art und Weise verändern wollen, wie sie ihre eigenen Mitarbeitenden einbinden, wie sie Kunden einbinden und wie sie Geschäftsprozesse neu denken", erklärte Dezen in dem CRN-Interview und ergänzte: "KI ist eine Erweiterung und ein Fähigkeitsbeschleuniger für all das."

Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.

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