Intel bestätigt Entlassungen in der Datacenter-Sparte
Vor der Veröffentlichung seines Geschäftsberichts für das 2. Quartal am Donnerstag läutet Chiphersteller Intel erneut eine Entlassungsrunde ein. Der Aktienkurs kletterte daraufhin um 8 Prozent.
Intel hat gegenüber CRN bestätigt, dass das Unternehmen in seiner Datacenter-Sparte Entlassungen vornimmt – "als Teil unserer umfassenderen Strategie, ein fokussierteres und effizienteres Unternehmen zu werden". Die Nachricht kommt kurz vor Intels Bericht zu den Ergebnissen des zweiten Geschäftsquartals am Donnerstag dieser Woche.
Der Chiphersteller arbeite daran, die Organisation seiner Datacenter-Sparte so auszurichten, "dass die richtigen Rollen und Fähigkeiten vorhanden sind, um das Geschäft langfristig erfolgreich aufzustellen", erklärte ein Intel-Sprecher am Dienstag in einer E-Mail an CRN USA und fügte an: "wir verpflichten uns, alle betroffenen Mitarbeitenden mit Respekt zu behandeln und ihnen Ressourcen zur Unterstützung in der Übergangsphase bereitzustellen."
Die Entlassungen sollen sich nicht auf Produktzusagen und Roadmaps auswirken. Intel hat seit dem Amtsantritt von Lip-Bu Tan als CEO im März 2025 und seinem Versprechen, den Anbieter wieder auf Kurs zu bringen, massive Veränderungen vorgenommen. Im vergangenen Sommer erklärte Intel, das Jahr mit einer Kernbelegschaft von etwa 75.000 Beschäftigten beenden zu wollen – was bedeutet hätte, dass innerhalb von zwölf Monaten nahezu ein Viertel der Mitarbeitenden den Konzern verlassen hätte.
Intel beendete das Jahr 2025 mit rund 85.100 Beschäftigten, etwa 22 Prozent weniger als die 108.900 Mitarbeitenden im Dezember 2024.
Restrukturierung bei Intel
Chris Bogan, VP of Sales beim in Houston ansässigen Intel-Lösungspartner Mark III Systems, sagte im Gespräch mit CRN, dass das Chipgeschäft von Mark III insgesamt wachse. Im CPU-Bereich des Geschäfts von Mark III, zu dem auch Intel zählt, gehe es Kunden darum, die eingesetzten CPUs passend zu dimensionieren und zu optimieren.
"Alles, was Schlagzeilen machte, drehte sich nur um GPUs. Die sind nach wie vor unglaublich wichtig", sagte Bogan. "Aber auch CPUs behaupten sich sehr gut und wachsen ebenfalls ordentlich. Es ist also einer dieser Fälle, in denen sie [Intel] vielleicht im Schatten standen - aus unserer Sicht aber die ganze Zeit gewachsen sind."
Bogan erklärte, er unterstütze Intels Innovations-Roadmap unter Tan und wolle sehen, dass der Anbieter weiter in sein Produktportfolio investiert. Der Mehrwert von Mark III für Kunden liege darin, die passende Technologie für die jeweilige Arbeitslast zu bewerten – besonders wichtig angesichts von Lieferengpässen bei GPUs und steigenden Kosten für verschiedene Rechenzentrumskomponenten wie Speicher, so der Manager.
"Es geht im Grunde darum, dass Kunden Technologie als ein zentrales Element begreifen, um ein Unternehmen am Laufen zu halten. Früher wurden sie meiner Meinung nach gebeten, mit dem Vorhandenen das Beste zu machen, statt strategisch vorzugehen. Das tun sie heute aber und betrachten Technologie zunehmend als strategisch", beobachtet Bogan.
Zu Intels Zielen für das Partnerprogramm 2026 zählen ein anhaltender Fokus auf Top-Prestige-Tier-Partner bei gleichzeitiger Wertschöpfung für den breiten Channel, eine stärkere Ausrichtung auf Deal basierte Incentives sowie mehr partnergenerierter Umsatz bei gleichzeitiger Förderung wichtiger Produktübergänge, heißt es in CRNs Partner Program Guide 2026 zu Intel.
Intels Aktie legte nach der Nachricht über die Entlassungen zu: Von Börsenschluss am Montag bis zum Handelsende an der Nasdaq am Dienstag stieg der Kurs um 8,6 Prozent und schloss bei 105,45 US-Dollar je Aktie.
Im April meldete Intel für das erste Quartal einen Umsatz von 13,6 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr – vor allem dank eines Wachstums von 22 Prozent im Datacenter-Geschäft angesichts der aufgestauten KI-Nachfrage.
Schubweise Entlassungswellen in der US-Tech-Branche halten an
Auch andere Technologieunternehmen in den USA streichen nach wie vor Stellen, weil sie menschliche Arbeit entweder durch künstliche Intelligenz ersetzen oder mit eingesparten Personalkosten Investitionen in KI finanzieren wollen oder beides.
So hatte Cisco vergangenen Mai rund 4.000 Stellen gestrichen, um Mittel umzuschichten und Investitionen in strategische Bereiche wie fortschrittliche KI, Security und Quantennetzwerktechnologie zu finanzieren.
Auch der US-Systemintegrator CDW hat jüngst Entlassungen vorgenommen, die Zahl der betroffenen Angestellten aber nicht genannt. CDW startete eine KI-orientierte Initiative namens "Geared For Growth". Das Ziel: Kosteneinsparungen von bis zu 200 Mio. Dollar, um KI in der gesamten 23,2-Mrd.-Dollar-Organisation zu integrieren.
Die Welle von Stellenstreichungen in der US-Technologie-Branche hatte 2022 begonnen, seither gibt es immer wieder schubweise einen Abbau von Jobs. 2023 war ein historisches Rekordjahr für Entlassungen in der IT-Branche in den USA – ausgelöst meist durch KI. Laut verschiedenen Datendiensten wie Layoffs.fyi, die Stellenstreichungen aus verschiedenen Quellen auswerten, sollen seit 2022 über eine halbe Million Jobs abgebaut worden sein, die meisten davon in den USA.
Die Entlassungswellen halten nach wie vor an: in den ersten Monaten 2026 sollen US-Tech-Firmen erneut Zehntausende Jobs abgebaut haben. Die 10 größten Entlassungsrunden 2025 hat CRN USA in diesem Artikel zusammengefasst.
Der Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.
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