Identitätsschutz für MSPs: Barracuda übernimmt Evo Security
Durch die Übernahme von Evo Security wird die BarracudaONE-Plattform um Funktionen zum Identitätsschutz erweitert, sodass Partner über eine einzige Plattform verfügen, um ihre Kunden zu schützen und wiederkehrende Umsätze zu steigern.
Barracuda Networks baut sein Engagement im Bereich Identitätssicherheit durch die Übernahme von Evo Security weiter aus und vereint damit Privileged Access Management (PAM), Identitätsschutz, Zugriffskontrolle sowie die Erkennung und Abwehr von Identitätsbedrohungen auf einer einzigen Plattform für MSPs.
"Bevor man darüber spricht, warum gerade Evo, muss man eigentlich damit beginnen, warum Identität", erklärte Rohit Ghai, CEO von Barracuda, im Interview mit CRN. "Was wir von Kunden und Partnern gelernt haben, ist, dass Identität zum Kern der Cybersicherheit geworden ist. Angreifer brechen heute nicht mehr ein, sondern melden sich an. Das hat die Art und Weise, wie Unternehmen über Schutz nachdenken müssen, grundlegend verändert."
Die Bedingungen der Übernahme wurden nicht bekannt gegeben.
Ghai erklärte, der in Campbell, Kalifornien, ansässige Cybersicherheitsanbieter, dessen Partnerprogramm im 2026 Partner Program Guide der CRN USA mit 5 Sternen ausgezeichnet wurde, habe bereits Identitätsfunktionen in seine BarracudaONE-Plattform integriert, jedoch eine große Marktlücke erkannt.
"Als wir uns umschauten, sahen wir Identitätslösungen, die entweder unglaublich komplex oder zu teuer waren – oder einfach nur Einzelprodukte, die nicht Teil einer umfassenderen Sicherheitsplattform waren", sagte der Manager. "Unsere Partner berichten uns immer wieder, dass sie es leid seien, mehrere Tools zusammenzuflicken, die von Natur aus nicht zusammenarbeiten. Diese Übernahme schließt diese Lücke. Sie ermöglicht es uns, eine vollständige Identitätssicherheitsplattform anzubieten, die speziell für MSPs entwickelt wurde, einfach zu implementieren, zu bedienen und in eine umfassendere Cyber-Resilience-Plattform integriert ist, anstatt als weiteres eigenständiges Produkt zu existieren."
Kein "Supermarkt" für Cybersicherheit
Barracuda plant, die Technologie von Evo in BarracudaONE zu integrieren, während die derzeitigen Evo-Partner ihren Betrieb ohne Unterbrechung fortsetzen können.
Ghai, der im vergangenen Herbst seinen Posten als CEO von RSA aufgab, um die Leitung bei Barracuda zu übernehmen, erklärte, Barracuda strebe nicht danach, ein "Supermarkt" für Cybersicherheit zu werden, der mit unzusammenhängenden Produkten gefüllt ist. Stattdessen konzentriere sich das Unternehmen darauf, eine integrierte Plattform aufzubauen, auf der Identitäts-, E-Mail- und Netzwerkdaten zusammenwirken, um die Erkennung von Bedrohungen, die Reaktion darauf und die Sicherheitsergebnisse insgesamt zu verbessern.
Der Mehrwert bestehe darin, diese Technologien miteinander zu verknüpfen, um den Kunden einen stärkeren Schutz und den Partnern bessere Geschäftsmöglichkeiten zu bieten.
Für Michael Roth, Gründer und CEO von Evo Security, der als VP of Identity Product Management bei Barracuda bleiben wird, beschleunigt der Beitritt zu Barracuda die Umsetzung der Ziele, die sich sein Unternehmen gesetzt hatte.
"Diese Entscheidung lag auf der Hand, sobald ich Rohit und das Barracuda-Team kennengelernt hatte", erklärte Roth gegenüber CRN. "Von Anfang an war Evo vollständig auf MSPs ausgerichtet. Alles, was wir entwickelt haben – von unserer Multi-Tenant-Architektur über das Privileged-Access-Management bis hin zur Helpdesk-Verifizierung – wurde speziell auf die tatsächlichen Arbeitsabläufe von MSPs zugeschnitten. Als Unternehmen in einer frühen Entwicklungsphase muss man jedoch ständig Prioritäten abwägen, da die Ressourcen begrenzt sind".
Jetzt wurde Evo seine MSP-orientierte Technologie mit der globalen Reichweite, den technischen Ressourcen, dem Partner-Ökosystem und der Support-Organisation von Barracuda" kombinieren. "Das bedeutet, dass wir schneller vorankommen, mehr aufbauen, deutlich mehr Partner erreichen und letztendlich unsere gesamte Vision für Identitätssicherheit umsetzen können", so Michael Roth.
Für Partner geht es nicht nur um leistungsfähigere Cybersicherheits-Tools, sondern auch um die Chance, ihre Rentabilität zu steigern. "Dies ist eine der deutlichsten Marktchancen, die wir je gesehen haben", sagte Ghai. "Kunden fragen aktiv nach einfacherer Identitätssicherheit, und Partner benötigen Lösungen, die sie effizient verkaufen, bereitstellen und betreuen können. Wir glauben, dass dies einen echten Gewinn für Kunden, einen Gewinn für unsere Partner und einen Gewinn für Barracuda sind."
Partner: Eine "strategische Ergänzung"
Für den Barracuda-Partner Michael Goldstein schließt die Erweiterung um Funktionen für den privilegierten Zugriff eine der letzten großen Lücken im Sicherheitsportfolio von Barracuda. "Barracuda verfügt über eine großartige Produktpalette, aber diese Komponenten – die Erweiterung von Techniker- und Endbenutzerrechten sowie all diese Funktionen für den privilegierten Zugriff – fehlten definitiv", erklärte Goldstein, Manager für Südost-Florida bei Entech mit Sitz in Fort Myers, Florida, gegenüber CRN. "Durch die Integration dieser Funktionen in die Plattform können Unternehmen den Einsatz separater Tools von Drittanbietern überflüssig machen und gleichzeitig eine entscheidende Ebene ihrer Sicherheitsstrategie stärken."
Er betrachtet die Übernahme nicht nur als eine weitere Funktionserweiterung, sondern als strategische Ergänzung, die eine erhebliche Sicherheitslücke schließt und Partnern hilft, die Komplexität durch die Konsolidierung von Funktionen zu reduzieren.
"Wenn man sich einige der größeren Sicherheitsvorfälle in Las Vegas ansieht, die wir vor einigen Jahren erlebt haben, so erfolgten diese über Helpdesk-Anrufe", sagte er. "So unbedeutend es auch erscheinen mag: Das ist doch wirklich ein wichtiger Baustein, den Barracuda gerade ergänzt hat."
Der Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.
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