HP erwartet künftig langsameren Anstieg der Speicherkosten

So günstig wie vor der Krise wird Speicher nie wieder, sind sich Branchenexperten weitgehend einig. Man muss wohl froh sein, wenn der Preisauftrieb abflacht. HP erzielte zuletzt ein zweistelliges Umsatzplus, die Suche nach einem dauerhaften CEO geht weiter.

Während die Preise für Speicherchips in den kommenden Quartalen voraussichtlich weiter steigen werden, rechnet HP damit, dass die Komponentenkosten des Unternehmens aber künftig langsamer zulegen werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. In einer Telefonkonferenz mit Analysten zum dritten Geschäftsquartal 2026 von HP Inc., das am 31. Juli endete, gaben Führungskräfte Updates zur Speicherkrise, zum Wachstum im Bereich Personal Systems (PC-Geschäft). Auch die anhaltende Suche des Konzerns nach einem dauerhaften CEO für den vor sieben Monaten ausgeschiedenen HP-Chef Enrique Lores kam zur Sprache.

Speicherpreisanstieg verlangsamt sich

HP-Finanzchefin Karen Parkhill sagte, es stehe außer Frage, dass die Speicherpreise auch künftig ein Thema bleiben werden. Zugleich deutete sie an, dass ab dem laufenden vierten Geschäftsquartal des Unternehmens ein langsameres Tempo der Preissteigerungen zu beobachten sei.

"Mit Blick auf den Rest unseres Geschäftsjahres gehen wir weiterhin davon aus, dass die Einkaufskosten steigen werden, was kurzfristig Druck auf unsere operativen Margen ausübt, insbesondere im Bereich Personal Systems", sagte HPs Finanzchefin in der Telefonkonferenz am Mittwoch. "Wir gehen weiterhin davon aus, dass Speicher- und Storage-Kosten als Anteil an der Stückliste weiter zunehmen werden." Für die Zukunft "erwarten wir, dass unsere Einkaufskosten weiter steigen, allerdings langsamer als im Geschäftsjahr 2026", sagte Parkhill.

Angesichts der globalen Speicherknappheit, die auf den Wettlauf um den Aufbau neuer Rechenzentren zur Unterstützung der stark steigenden KI-Nutzung zurückgeht, arbeite HP "intensiv" mit Lösungsanbietern zusammen, um das breitere Portfolio des Herstellers zu nutzen und so einen Teil der Preiserhöhungen auszugleichen, sagte HP Chief Commercial Officer Dave McQuarrie im April gegenüber CRN.

KI-PCs treiben das Geschäft – aber weniger Auslieferungen

Das HP-Geschäft Personal Systems, das unter anderem vom Wachstum bei KI-PCs getragen wird, war nach Angaben der Führungskräfte ein Lichtblick im jüngsten Quartal des Unternehmens. Der Umsatz mit Personal Systems stieg im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 11,76 Mrd. Dollar, obwohl die gesamten Stückzahlen um 16 Prozent zurückgingen.

Insgesamt steigerte HP den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,5 Prozent auf 15,67 Mrd. US-Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Wall-Street-Analysten von 14,39 Mrd. Dollar deutlich.

Zugleich meldete HP einen verwässerten Non-GAAP-Gewinn von 83 Cent je Aktie, verglichen mit den von der Wall Street erwarteten 69 Cent.

CEO-Suche

Die Suche nach einer dauerhaften Nachfolge auf dem CEO-Posten geht weiter, sagte Interims-CEO Bruce Broussard am Mittwoch. Anfang Februar hatte HP bekannt gegeben, dass CEO Enrique Lores nach 36 Jahren bei HP zurückgetreten war, um CEO von PayPal zu werden.

Viele Lösungsanbieter hatten laut einem Manager eines großen Solution Providers, der mit CRN sprach, auf eine schnellere Besetzung der CEO-Position gehofft. Daraus wurde nichts. In seinen Äußerungen am Mittwoch nannte Broussard keinen Zeitplan für die Besetzung der dauerhaften CEO-Rolle bei HP, sagte jedoch, der Prozess komme voran.

"Ich weiß, dass einige von Ihnen an einem Update zur CEO-Suche interessiert sind. Sie können sicher nachvollziehen, dass ich keine Details oder einen Zeitplan nennen kann. Aber die Suche verläuft gut. Wir machen weiterhin gute Fortschritte dabei, die richtige nächste Führungspersönlichkeit für HP zu finden."

Der Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.

CRN-Newsletter beziehen und Archiv nutzen - kostenlos: Jetzt bei der CRN Community anmelden