Hardware-Geschäft bei Computacenter wächst rasant
Ein überaus starkes IT-Handelsgeschäft hat die Erlöse der britischen Computacenter-Gruppe erstmals über die Schwelle von 9 Mrd. Pfund getragen. In Deutschland zogen die Erlöse erst in der zweiten Jahreshälfte an, allerdings mit einem deutlich geringeren Plus. Landeschef Bernd Charpentier zeigt sich dennoch "sehr zufrieden".
Die anhaltende Konjunkturschwäche in Deutschland zeigt sich deutlich in den Bilanzen der international agierenden Systemhausriesen. Während Kunden in den Nachbarländern ihre IT modernisieren und viel Geld in neue IT-Infrastruktur stecken, löst sich die Investitionsbremse hierzulande nur ganz vorsichtig. Das zeigen die Geschäftszahlen 2025 der britischen Computacenter-Gruppe deutlich, die das Systemhaus am Donnerstag vorlegte. Die Erlöse auf Konzernebene stiegen im Jahresvergleich um 32 Prozent auf knapp 9,2 Mrd. britische Pfund. Der Gewinn vor Steuern kletterte auf 272 Mio. Pfund – ein Plus von 7 Prozent.
Einen rasanten Anstieg verzeichnete das Handelsgeschäft von Computacenter: In der Sparte "Technology Sourcing" kletterten die Erlöse um satte 41 Prozent auf 7,5 Mrd. Pfund. Während das Servicegeschäft lediglich um 3,2 Prozent auf 1,7 Mrd. Pfund zulegte.
USA-Expansion - Komponentenkrise
Eine konkrete Prognose für 2026 hat CEO Mike Norris nicht vorgelegt. Er verweist zwar auf einen Rekord bei Auftragsbestand und die Expansion in den USA mit der Übernahme des US-Dienstleisters AgreeYa, die im Januar 2026 bekanntgeben wurde. Norris spricht aber von einem unsicheren makroökonomischen und politischen Umfeld und betont die "aktuellen Engpässe bei Hardwarekomponenten in der IT-Branche". Man sei "dennoch zuversichtlich, diese Herausforderungen meistern zu können". Er erwarte "durch die Übernahme von AgreeYa weitere strategische und finanzielle Fortschritte auf organischer Basis zu erzielen", so CEO Norris.
Computacenter Deutschland: "zweiten Jahreshälfte erfreulich gut aufgeholt"
In Deutschland verbesserte sich der Umsatz um 6,2 Prozent auf umgerechnet bei 2,1 Mrd. Pfund, was einem Anteil am gesamten Erlös der Gruppe von knapp 23 Prozent entspricht. Allerdings steuert die deutsche Landesgesellschaft mehr als die Hälfte des Ertrags zum Gewinn der Computacenter-Gruppe bei. Der Vorsteuergewinn hierzulande lag bei umgerechnet 157,3 Mio. Pfund – ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bzw. 1,8 Prozent bei konstanten Wechselkursen.
Das Geschäft mit Hard- und Software betrug hierzulande 765,2 Mio. Pfund – ein Plus von 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit Dienstleistungen setzte die deutsche Landesgesellschaft umgerechnet 765,2 Mio. Pfund um – ein Anstieg um 1,7 Prozent, bzw. 0,6 Prozent währungsbereinigt.
Der Bereich Professional Services mit 412,5 Mio. Pfund legte um 1,2 Prozent zu. Auch der Umsatz im Bereich Managed Services kletterte im Geschäftsjahr 2025 um 2,4 Prozent auf 352,7 Mio. Pfund., bzw. 1,2 Prozent bei konstanten Wechselkursen.
"Wir sind sehr zufrieden mit diesem Ergebnis", kommentiert Bernd Charpentier, Sprecher der Geschäftsführung bei Computacenter in Deutschland. "Trotz der nach wie vor angespannten wirtschaftlichen Lage in Deutschland konnten wir in der zweiten Jahreshälfte erfreulich gut aufholen".
Das "starke Ergebnis", so der Landeschef, habe man nicht nur einem "breiten und tiefen Portfolio" zu verdanken, "sondern auch unserer Expertise, sehr guten Kundenbeziehungen und dem hohen Engagement unserer Mitarbeitenden", so Charpentier.
Der Manager arbeitet seit mehr als 28 Jahren bei Computacenter. Seit 2024 führt er die Geschäfte in Deutschland. Der wohl dienstälteste Top-Manager bei Computacenter und überhaupt in der internationalen Systemhausbranche ist CEO Mike Norris. Er ist seit 1984 beim Systemhaus, das er seit 31 Jahren führt. Der 1961 geborene Brite wird im Oktober 65 Jahre.
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