Erneut Drohnen über AWS-Rechenzentrum im Nahen Osten: Workloads werden migriert

AWS meldet für seine Datacenter-Region Bahrain neue "Beeinträchtigungen infolge des anhaltenden Konflikts". Kunden sind gezwungen, ihre Daten und Workloads an andere Standorte zu überführen.

Rechenzentren gehören zur kritischen Infrastruktur und solche Lebensadern einer digitalen Ökonomie sind im Kriegsfall besonders gefährdet. Das bekommen Rechenzentrumsbereiter im Nahen Osten zu spüren. AWS meldete am Dienstag dieser Woche anhaltende "Drohnenaktivitäten" über seinem Rechenzentrum in Bahrain. Der Krieg zwischen USA, Israel und dem Iran "stört" die Infrastruktur von Amazon, so dass Kunden ihre Workloads in andere Amazon-Rechenzentren verlagern müssen.

Angesichts der anhaltenden Bombardierungen und Drohnenangriffe erklärte AWS, dass die Sicherheit seiner Mitarbeiter oberste Priorität habe. "Wir arbeiten eng mit den lokalen Behörden zusammen und stellen die Sicherheit unseres Personals bei allen Wiederherstellungsmaßnahmen in den Vordergrund", teilte Amazon am 24. März 2026 mit.

Bis Mittwochmorgen lagen keine weiteren Informationen zum Ausmaß der Auswirkungen der Störungen dieser Woche oder dazu vor, wann die AWS-Dienste in der Region Bahrain wiederhergestellt werden.

Im Zuge eines erneuten Angriffs aus sein Rechenzentrum in Bahrain erneuerte AWS seine schon vor einigen Wochen verkündeten Hilfsangebote an Kunden: "Wir unterstützen die betroffenen Kunden weiterhin und helfen ihnen bei der Migration in alternative AWS-Regionen. Eine große Anzahl von ihnen betreibt ihre Anwendungen bereits erfolgreich von anderen Teilen der Welt aus", so das Statement von Amazon.

Der Konzern erklärte ferner, dass Kunden in den betroffenen Regionen angesichts der sich "weiterentwickelnden Kriegssituation weiterhin auf andere Standorte migrieren" sollten, während das Unternehmen daran arbeite, die AWS-Dienste wiederherzustellen.

AWS Bahrain bereits Anfang März beschädigt

Nur wenige Tage nach Beginn des Angriffs der USA auf den Iran am 28. Februar 2026 wurden bereits Rechenzentren von AWS in den Vereinigten Arabischen Emiraten von Drohneneinschlägen getroffen, eine Drohne schlug in unmittelbarer Nähe des Rechenzentrums in Bahrain ein. Das meldeten mehrere Medien unter Berufung auf Aussagen von Amazon.

AWS informierte Kunden der Region Bahrain in seinem öffentlich zugänglichen AWS Health Dashboard. Dort steht unter dem Eintrag vom 3. März 2026 u.a. diese Information: "Wir machen weiterhin Fortschritte bei den Wiederherstellungsmaßnahmen in verschiedenen Arbeitsbereichen. Da wir die unmittelbare Phase dieses Vorfalls nun besser verstehen, gehen wir zu einem gezielteren Kommunikationsmodell über. Künftig werden Aktualisierungen über das AWS Personal Health Dashboard direkt an die betroffenen Kunden übermittelt".

Dort tauchte auch die Empfehlung auf, die AWS am Dienstag dieser Woche wiederholt hat: "Wir empfehlen Kunden mit Workloads, die im Nahen Osten ausgeführt werden, weiterhin dringend, jetzt Maßnahmen zu ergreifen, um diese Workloads in alternative AWS-Regionen zu migrieren. Kunden sollten ihre Notfallwiederherstellungspläne aktivieren, Daten aus Remote-Backups wiederherstellen, die in anderen Regionen gespeichert sind, und ihre Anwendungen aktualisieren, um den Datenverkehr von den betroffenen Regionen wegzuleiten".

Amazon sprach damals von "strukturellen Schäden", vor allem an der Stromversorgung und Wasserschäden infolge Löschwassereinsatz. Es würde zu einer "langwierigen Wiederherstellung" des Rechenzentrum kommen, so Amazon nach dem ersten Angriff auf seine Rechenzentren im Nahen Osten, wenige Tage nach dem Ausbruch des Kriegs zwischen USA und Israel gegen den Iran.

Der Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.

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