Dells Dauer-Schrumpfkur: 27 Prozent weniger Mitarbeiter als 2023

Die jüngste Entlassungswelle bei Dell kostet weitere 11.000 Angestellte ihren Arbeitsplatz. Seit dem Beginn der Sparmaßnahmen im Geschäftsjahr 2023 hat der Hardware-Konzern damit nun insgesamt mehr als ein Viertel seiner damaligen Belegschaft abgebaut, darunter auch viele Vertriebsleute. Viele Partner sehen das als Vorteil.

(Foto: Dell)

Dell setzt seine Sparmaßnahmen auch im Geschäftsjahr 2026 fort und reduziert seine Belegschaft im Rahmen der Kostensenkungen um weitere 11.000 Mitarbeiter. Laut den Zahlen der US-Börsenaufsicht (SEC) ist die Zahl der Dell-Mitarbeiter damit seit dem Geschäftsjahr 2023 um mehr als ein Viertel Prozent gesunken. Die aktuelle Kündigungsrunde, über die zuerst von Reuters berichtet worden war, wurde nun mit dem SEC 10-K-Bericht am 16. März bestätigt. Darin gab Dell an, die Belegschaft im Geschäftsjahr 2026 auf 97.000 Mitarbeiter reduziert zu haben, ein Rückgang um 10 Prozent gegenüber 108.000 im Vorjahr. Mit dieser Reduzierung sank die Gesamtzahl der Dell-Mitarbeiter von 133.000 im Geschäftsjahr 2023 auf 97.000 im Geschäftsjahr 2026, was laut SEC-Unterlagen einem Rückgang von 27 Prozent entspricht. Allein im Geschäftsjahr 2026 musste Dell demzufolge etwa 569 Millionen US-Dollar für Abfindungen aufwenden. In den beiden Geschäftsjahren zuvor hatte das den Hersteller bereits 352 Millionen Dollar ( 2025) und 648 Millionen Dollar (2024) gekostet.

"Im gesamten Geschäftsjahr 2026 blieben wir einer disziplinierten Kostenkontrolle im Einklang mit unseren laufenden Modernisierungsinitiativen verpflichtet und ergriffen weiterhin Maßnahmen zur Kostensenkung, darunter Mitarbeiterumstrukturierungen, Einschränkungen bei externen Einstellungen und weitere Schritte, um unsere Investitionen mit unseren festgelegten strategischen und kundenorientierten Prioritäten in Einklang zu bringen", heißt es im Bericht von Dell. "Diese Maßnahmen führten zu einer weiteren Reduzierung unserer Gesamtmitarbeiterzahl. Trotz dieser schwierigen Entscheidungen setzen wir unsere Bemühungen fort, unsere Mitarbeiter zu stärken und Talente anzuziehen, zu entwickeln und zu binden."

Im Geschäftsjahr 2023, zu dessen Beginn Dell noch 133.000 Mitarbeiter beschäftigt hatte, wurde per SEC-Bericht angekündigt, dass "bestimmte Maßnahmen zur Kostensenkung" getroffen wurden, darunter Umstrukturierungen und weitere Schritte, um die Mitarbeiterzahl um fünf Prozent zu verringern. Im Geschäftsjahr 2024 gab Dell dann an, noch etwa 120.000 Mitarbeiter zu haben, was einem Rückgang von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Ein Jahr später waren es dann nur noch 108.000 Mitarbeiter, und somit erneut rund 10 Prozent weniger. Im Geschäftsjahr 2026 fiel die Zahl laut Dell nun um weitere 10 Prozent auf etwa 97.000 Mitarbeiter.

In einer E-Mail an CRN erklärte Dell dazu: "Wir evaluieren unser Geschäft ständig, um wettbewerbsfähig zu bleiben und sicherzustellen, dass wir so aufgestellt sind, dass wir unseren Kunden und Partnern die beste Innovation, den besten Wert und Service bieten können."

"Niemand ist effizienter als Dell"

Bob Venero, Gründer und CEO des Dell Titanium Partners Future Tech Enterprise, bestätigte CRN, Dell passe die Organisation damit lediglich den sich verändernden Marktbedingungen an, einschließlich des Verkaufs von VMware an Broadcom und der Integration der Belegschaft von EMC, die Dell 2016 übernommen hatte. Venero erklärte außerdem, dass Dells Investitionen in KI dem Hersteller aus seiner Sicht "mehr Effizienz, Genauigkeit und bessere Leistung" bringen. "Dell macht alles, was ein Unternehmen tun sollte, das flexibel genug ist, um sich an Marktbedingungen, neue Technologien und Veränderungen innerhalb der eigenen Organisation anzupassen", sagte Venero und konstatierte: "Niemand ist effizienter als Dell."

Darüber hinaus lobte Venero auch Dell-Gründer und CEO Michael Dell sowie Dell-COO Jeff Clarke dafür, dass sie das "Fachwissen" einbringen, um die Effizienz weiter zu steigern, während das Unternehmen "skaliert und sich für das KI-Zeitalter anpasst". Er führte aus: "Mit Michael als Gründer und Führungskräften wie Jeff Clarke, die von Anfang an dabei sind, wissen sie, wie sie reagieren und sich anpassen müssen, und das führt dazu, dass das Unternehmen flexibler, effizienter und effektiver wird." Weiter sagte Venero, dass Dell durch die schlankere und effizientere Organisation in der Lage sei, in neue Technologien und Produkte zu investieren, die große Chancen für Partner bieten. "Das ist für Partner absolut positiv", so seine Beobachtung. "Das Letzte, was man als Channel-Partner braucht, ist eine stagnierende Organisation, die sich nicht an Marktbedingungen anpassen kann."

Was Dells Engagement im Channel betrifft, zeigte sich Venero überzeugt, dass das Unternehmen weiterhin "ganz auf die Partner setzt". "Sie treiben die Innovation innerhalb der Organisation mit neuen Systemen und neuen Angeboten weiter voran", berichtete er. "Ein perfektes Beispiel ist der neue Dell Cloud PC, der für Windows 365 entwickelt wurde. Dell ist eines der wenigen Unternehmen, das ein solches Produkt gemeinsam mit Microsoft auf den Markt gebracht hat. Das zeigt, wie Innovationen entstehen, von denen Partner profitieren können."

Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.

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