CrowdStrike Fal.Con entwickelt sich zur "Mini-RSA" für die Cybersecurity-Branche

Auch wenn die Fal.Con 2026 natürlich den Veranstalter CrowdStrike in den Mittelpunkt stellt, ist die Konferenz des Security-Herstellers keine reine Nabenschau. Mehr als 10.000 Teilnehmer, große Ausstellungsfläche, Bühnenauftritte prominenter Tech-Größen, wie Nvidia-CEO Jensen Huang: Fal.Con gewinnt an breiter Relevanz als Treffen der Security-Branche. Beobachtungen von CRN.

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Neben Nvidia-Chef Jensen Huang (re.) begrüßte CrowdStrike-CEO George Kurtz (li.) auch Intel-CEO Lip-Bu Tan und OpenAI-Mitgründer und -Präsident Greg Brockman (Foto: CRN)

Seit es die Cybersecurity-Branche gibt, ist die Liste der jährlichen Konferenzen, die als Pflichttermine gelten, ziemlich konstant geblieben. [Zumindest gilt das für die USA, CRN Deutschland]. Doch nach einer Woche vor Ort auf der CrowdStrike Fal.Con 2026 denke ich, dass wir vielleicht eine weitere Veranstaltung zu dieser Liste hinzufügen müssen, die bislang aus RSAC sowie Black Hat/DEF CON besteht.

Keine Frage: Die Fal.Con ist weiterhin eine Bühne für alles rund um Hersteller und Veranstalter CrowdStrike. Doch in diesem Jahr war die Veranstaltung in Las Vegas eindeutig mehr als nur eine Nabelschau.

Der große Besucherandrang, die weitläufige Ausstellungsfläche und ein Sprecherprogramm mit Tech-Größen wie Nvidia-CEO Jensen Huang – all das verlieh der Fal.Con 2026 den Charakter einer kompakteren RSAC.

Offen auch für Wettbewerber

In anderen Worten: Ich stimme George Kurtz, Mitgründer und CEO von CrowdStrike, vollkommen zu. Er sagte Medienvertretern bei einem Roundtable in dieser Woche, dass sich die Konferenz mit der Ausgabe 2026 zu einer Art "Mini-RSA" entwickelt habe.

Die Fal.Con sei "wirklich zu einem Branchenevent geworden", so Kurtz. Er verweist darauf, dass in diesem Jahr nicht nur CrowdStrike-Partner auf der Ausstellungsfläche vertreten waren. "Wir haben Wettbewerber hier", betont er in seiner Roll als Gastgeber.

Seit Jahrzehnten ist die RSAC das zentrale jährliche Treffen der Cybersecurity-Branche; in diesem Jahr kamen mehr als 43.000 Teilnehmer und 600 Aussteller. Die Fal.Con 2026, die CrowdStrike zufolge in Rekordzeit ausverkauft war, zog mehr als 10.000 Teilnehmer und über 150 Sponsoren ins Mandalay Bay-Convention-Center nach Las Vegas.

Auch wenn ihre Größenordnung noch nicht der RSAC das Wasser reichen kann, rückten viele Elemente der diesjährigen Fal.Con die Veranstaltung dennoch in eine andere Kategorie als typische Security-Hausmessen.

Auf der deutlich größeren Ausstellungsfläche hatten viele Aussteller – darunter AWS, Fortinet und Zscaler – stattliche Stände, die man sonst nur von einer RSAC oder Black Hat kennt.

Prominentesten Manager der KI-Revolution waren da

Als Kurtz in diesem Jahr zum ersten Mal die Ausstellungsfläche betrat, war er sichtlich überwältigt, wie viele andere Besucher wohl auch. "Wow, ich hatte keine Ahnung, dass sie so groß ist", sagte er auf der großen Hauptbühne.

Noch deutlichere Hinweise auf die Aufwertung der Fal.Con gab es am Dienstag auf dieser Hauptbühne. Auf Kurtz’ Keynote folgten direkt hintereinander Gespräche mit Nvidia-CEO Jenseng Huang, Intel-CEO Lip-Bu Tan und OpenAI-Mitgründer und -Präsident Greg Brockman – drei der prominentesten Manager der KI-Revolution.

Auch wenn sich die Gespräche natürlich um die Zusammenarbeit der jeweiligen Unternehmen mit CrowdStrike drehten, reichten sie weit darüber hinaus: Es ging um die massiven Auswirkungen von KI auf die Cybersecurity und darum, wie diese Auswirkungen noch größer werden, wenn Angriff und Verteidigung zunehmend automatisiert würde.

Nvidia-Chef gegen "AI Doomerism"

Nvidia-Chef Huang sagte voraus, dass KI-gestützte Angriffe auf Unternehmen "exponentiell" zunehmen werden. Umso wichtiger werde es, dieselbe Technologie zur Automatisierung der Cyberabwehr einzusetzen. Außerdem forderte er die Cybersecurity-Community auf, dem von ihm als übertrieben beschriebenen "AI Doomerism" entgegenzutreten. Also gegen jene zu argumentieren, die davon überzeugt sind, dass eine ungebremste KI-Entwicklung eine existenzielle Bedrohung für die Menschheit darstelle.

Intel-Chef Tan betonte unterdessen, wie wichtig es sei, KI bereits auf der grundlegenden Hardware-Ebene zu schützen – "Security starts with the silicon", argumentierte der Chef des Chipherstellers, und sprach über den wachsenden Bedarf an hardwaregestützten Leitplanken.

Sechs bis acht Monate Zeit, dann schließt sich das "Fenster der Verteidiger"

OpenAI-Mitgründer Brockman wiederum warnte, dass Cybersecurity-Teams derzeit noch in einem vorübergehenden "Fenster der Verteidiger" agierten: Hochentwickelte KI-Fähigkeiten stünden Verteidigern momentan zur Verfügung, diese Technologien aber würden im großen Umfang auch Angreifern zur Verfügung stehen. Dann schließt sich dieses Fenster.

Die Cybersecurity müsse möglicherweise einen Wandel durchlaufen, der mit den Veränderungen nach dem Aufkommen des Internets vergleichbar sei – allerdings innerhalb von nur "sechs bis zwölf Monaten", sagte Brockman.

Ohne Zweifel spiegelt die Qualität des Sprecherprogramms der Fal.Con auch die wachsende Bedeutung von CrowdStrike und der Cybersecurity-Branche insgesamt im KI-Boom wider.

KI hat Security von einem Thema, das vor allem CIOs und CISOs beschäftigt, zu einer Frage gemacht, die die Aufmerksamkeit von CEOs und Aufsichtsgremien auf sich zieht, sagte mir Bill Fryberger, Principal und Americas Cybersecurity Advisory Leader bei EY auf der Fal.Con. Nach den Veröffentlichungen zu Cybermodellen wie Anthropics Claude Mythos sprächen CrowdStrike-Partner wie EY "nicht mit CIOs oder CSOs – man spricht mit CEOs", so Fryberger.

Die Expansion der Fal.Con sei natürlich organisch verlaufen, merkte CrowdStrike-Chef Kurtz während des Medien-Roundtables an. "Wir haben uns nicht hingesetzt und gesagt: 'Hey, wir wollen eine weitere RSA veranstalten'", stellte er klar. "Aber wir wollten etwas im CrowdStrike-Stil auf die Beine stellen, das Kunden in kuratierter Form einen hohen Mehrwert bietet." Ähnlich wie CrowdStrike und die Cybersecurity-Branche selbst "ist sie einfach gewachsen", so Kurtz zur Fal.Con 2026.

Der Kommentar erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.

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