"Bahnbrechende" KI-Partnerschaften zwischen Broadcom, Anthropic und Google
Broadcom treibt seine KI-Initiative durch mehrere große Verträge mit Anthropic und Google voran, die neben der Bereitstellung von 3,5 Gigawatt Next-Gen-KI-Rechenleistung auch die Entwicklung und Lieferung von Google Tensor-TPUs und Netzwerkhardware umfassen.
Mit großen Schritten treibt Broadcom seine Investitionen in den KI-Markt voran. Dazu hat der 77 Milliarden US-Dollar schwere Technologieriese jetzt mehrere Verträge mit Google und Anthropic über die Entwicklung und Lieferung von Tensor Processing Units (TPUs) sowie die Belieferung mit KI-Leistung und Netzwerktechnologie abgeschlossen.
In einem der Verträge vereinbarte Broadcom mit beiden Partnern die Bereitstellung von rund 3,5 Gigawatt TPU-Kapazität der nächsten Generation. "Anthropic wird ab 2027 über Broadcom etwa 3,5 Gigawatt als Teil der von Anthropic zugesagten, mehrere Gigawatt umfassenden, KI-Rechenkapazität der nächsten Generation auf TPU-Basis, nutzen", erklärte Broadcom dazu in einer Einreichung bei der US-Börsenaufsicht. Die entsprechende Rechenkapazität wird auf Googles TPUs basieren und soll das rasante Wachstum von Anthropic absichern, dessen Umsatzerlöse sich seit Ende 2025 mehr als verdreifacht haben. "Die Nutzung dieser erweiterten KI-Rechenkapazität durch Anthropic hängt vom anhaltenden kommerziellen Erfolg von Anthropic ab", so Broadcom.
Anthropic zur "bahnbrechenden" Broadcom-Partnerschaft
Anthropic gab diese Woche bekannt, dass die jährliche Umsatzrate mittlerweile 30 Milliarden US-Dollar überschritten hat. Dies entspricht einem Anstieg von über 300 Prozent gegenüber den rund 9 Milliarden Dollar, die Anthropic Ende 2025 erwirtschaftete. "Wir geben unser bislang größtes Compute-Commitment ab, um mit unserem beispiellosen Wachstum Schritt zu halten", sagte Krishna Rao, CFO von Anthropic, in einem Blogbeitrag.
"Diese bahnbrechende Partnerschaft mit Google und Broadcom ist eine Fortführung unseres disziplinierten Ansatzes beim Ausbau unserer Infrastruktur: Wir schaffen die Kapazitäten, die nötig sind, um das exponentielle Wachstum unserer Kundenbasis zu bedienen und gleichzeitig Claude an der Spitze der KI-Entwicklung zu positionieren", so Rao weiter. Claude ist die beliebteste KI-Modellfamilie von Anthropic und wurde erstmals 2023 veröffentlicht. Der Großteil der neuen Compute-Infrastruktur wird laut Anthropic in den USA aufgebaut.
Broadcoms neuer Google-TPU- und Netzwerk-Deal
Unabhängig davon haben Broadcom und Google eine langfristige Vereinbarung geschlossen, "damit Broadcom kundenspezifische TPUs für zukünftige Generationen von Googles TPUs entwickelt und bereitstellt", heißt es in der Broadcom-Mitteilung. Die beiden Technologiekonzerne haben außerdem eine Vereinbarung zur Lieferabsicherung getroffen, wonach Broadcom bis 2031 Netzwerk- und andere Komponenten für die KI-Racks der nächsten Generation von Google liefern wird.
Broadcom-CEO Hock Tan hatte bereits Anfang März bei der Vorstellung des aktuellen Finanzberichts über den Ausbau der Partnerschaft mit Google gesprochen. "Bei Google setzen wir unser Wachstum 2026 mit starker Nachfrage nach der siebten Generation der iNode-TPU fort. Für 2027 und darüber hinaus erwarten wir eine noch stärkere Nachfrage nach den nächsten TPU-Generationen", sagte Tan.
Broadcom arbeitet mit OpenAI zusammen; Anthropic erläutert KI-Hardware-Strategie
Ende 2025 hat Broadcom außerdem eine neue Partnerschaft mit dem Anthropic-Konkurrenten OpenAI im Bereich maßgeschneiderter Chip-Innovationen für KI geschlossen. Beide KI-Modellunternehmen setzen zugleich auf GPUs von Nvidia bei großen Cloud-Anbietern wie Google, AWS und Microsoft. Das spiegelt den aktuellen Trend wider, dass im Rahmen des boomenden KI-Marktes Rivalen gleichzeitig miteinander konkurrieren und auch zusammenarbeiten.
Anthropic betont, dass dabei letztlich die Bedürfnisse der Kunden hinsichtlich Interoperabilität und Kostenoptimierung im Mittelpunkt stehen. "Wir trainieren und betreiben Claude auf einer Vielzahl von KI-Hardware wie AWS Trainium, Google TPUs und Nvidia GPUs, sodass wir Workloads optimal auf die am besten geeigneten Chips abstimmen können", so Anthropic in einer Stellungnahme zum neuen Broadcom- und Google-Deal. "Diese Vielfalt an Plattformen führt zu besserer Performance und höherer Ausfallsicherheit für Kunden, die sich bei kritischer Arbeit auf Claude verlassen", erklärte Anthropic. "Claude ist weiterhin das einzige Frontier-KI-Modell, das Kunden auf allen drei weltweit größten Cloud-Plattformen zur Verfügung steht: Amazon Web Services (Bedrock), Google Cloud (Vertex AI) und Microsoft Azure (Foundry)."
Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.
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