Ausfälle legen mehrere MS-365-Dienste lahm

Nachdem es tags zuvor schon Probleme bei Teams und einigen anderen Microsoft-365-Anwendungen gegeben hatte, fielen am Donnerstagabend in Teilen Nordamerikas Outlook, Defender, Purview und weitere Dienste aus.

Microsoft startet mit einigen Pannen ins neue Jahr (Foto: erhui1979 – GettyImages)

Am späten Donnerstagvormittag nordamerikanischer Zeit hatten Tausende dort sitzende Unternehmen mit Problemen bei einigen ihrer Microsoft-365-Dienste zu kämpfen. Um 11:37 Uhr pazifischer Zeit bestätigte Microsoft einen Ausfall und veröffentlichte auf X einen Beitrag, in dem es hieß, dass "ein potenzielles Problem untersucht wird, das mehrere Microsoft 365-Dienste betrifft".

Man arbeite daran, Probleme zu beheben, die den Zugriff auf Outlook, Defender, Purview und andere Dienste in Nordamerika beeinträchtigen.

Um 12:17 Uhr gab der Anbieter bekannt, dass "ein Teil der Dienstinfrastruktur in Nordamerika identifiziert wurde, der den Datenverkehr nicht wie erwartet verarbeitet". Knapp eine Stunde später (13:14 Uhr) teilte Microsoft dann mit, dass es "die betroffene Infrastruktur wieder in einen (funktionierenden) Zustand versetzt" habe, aber "weitere Lastenausgleichsmaßnahmen erforderlich sind, um die Auswirkungen zu mildern". "Wir leiten den Datenverkehr auf eine alternative Infrastruktur um, um die Wiederherstellung zu erreichen", erklärte der Anbieter.

CRN hat Microsoft um eine Stellungnahme gebeten.

Outlook-Ausfall legt Mailverkehr lahm – Azure-Probleme nicht bestätigt

Downdetector verzeichnete bis Donnerstag um 12:15 (PST) Uhr 12.380 Meldungen über einen Ausfall des E-Mail-Dienstes Outlook von Microsoft, bis 12:17 Uhr 15.745 Meldungen über einen Ausfall der Cloud-Anwendungssuite Microsoft 365 und bis 12:29 Uhr 2.246 Meldungen über den Microsoft Store. Darüber hinaus registrierte Downdetector 598 Meldungen über einen Ausfall der Kommunikationsanwendung Microsoft Teams und 395 Meldungen über einen Ausfall des Clouddienstes Azure um 12:15 Uhr pazifischer Zeit. Da die Website von Nutzern eingereichte Informationen verwendet, ist es gut möglich, dass einige von ihnen nicht genau wussten, welches Microsoft-Produkt bei ihnen tatsächlich ausgefallen war. Die offizielle Statusseite, auf der Microsoft eine Vielzahl seiner Produkte und Dienste trackt, zeigte keine Probleme mit Azure an.

Was man dort jedoch sehen konnte, war, dass einige Outlook-Benutzer beim Versuch E-Mails zu senden oder zu empfangen, die Fehlermeldung "451 4.3.2 Temporäres Serverproblem" erhielten. Laut Angaben des Anbieters konnten die betroffenen Kunden möglicherweise keine E-Mails über Exchange Online senden und empfangen, einschließlich Benachrichtigungs-E-Mails von Microsoft Viva Engage. Außerdem kam es zu Verzögerungen und Fehlern beim Sammeln von Nachrichtenverläufen und bei der Suche in SharePoint Online und Microsoft OneDrive. Teilweise konnten die Nutzer auch nicht auf Microsoft Purview, Microsoft Defender XDR, das Microsoft 365-Administratorcenter und andere Serviceportale zugreifen.

MSP: "...nicht so stressig wie damals, als wir die Exchange-Server noch selbst verwaltet haben."

David Stinner, Präsident von US itek, einem MSP aus Buffalo (New York), bestätigte, dass Outlook-E-Mails für sein Unternehmen und seine Kunden aufgrund des Ausfalls seit mehreren Stunden nicht verfügbar seien. In dieser Lage erwies es sich als Glück, dass er mit ITControlPanel einen zusätzlichen Kanal zur Kommunikation mit den Kunden etabliert hat. "Wir haben allen unseren Kunden frühzeitig nach Beginn des Ausfalls eine Nachricht über ITControlPanel geschickt, damit unser Helpdesk-Telefon nicht mit Anrufen überlastet wurde", so Stinner. "Durch die frühzeitige Kommunikation mit unseren Kunden konnten wir sowohl US itek als auch unseren Kunden Stress ersparen."

Dank der Lösung von Invarosoft konnte sein Haus die Kunden trotz des Ausfalls kontinuierlich und effizient über dessen Ursachen, Wirkungen und Fortgang informieren. "Wichtig ist, dass die Kunden nicht im Unklaren gelassen werden und keine Informationen von ihrem MSP erhalten. Unsere Kunden möchten lediglich wissen, was los ist, und von uns auf dem Laufenden gehalten werden. Das Unbekannte ist das größere Problem."

Stinner erwartete zu Recht, dass Microsoft das Problem in wenigen Stunden beheben würde. Dabei erwies sich die Transformation zum MSP als Vorteil: "Der Ausfall hat sich auf unsere Kunden ausgewirkt, aber es ist bei weitem nicht so stressig wie damals, als wir die Exchange-Server noch selbst verwaltet haben."

Dritter Ausfall bei Microsoft 2026

Es war nicht der erste Ausfall von Microsoft im noch jungen Jahr 2026. Erst tags zuvor, am Mittwoch, hatte der Anbieter bereits mit Zugangsproblemen bei Teams, Outlook und anderen M365-Diensten zu kämpfen. Um 9:11 Uhr pazifischer Zeit hatte Microsoft einen Beitrag zu diesem Ausfall auf X gepostet und die Probleme um 10:29 Uhr für "behoben" erklärt. Nachdem Microsoft festgestellt hatte, dass die Microsoft-Serviceumgebung einwandfrei funktionierte, machte der Konzern ein Netzwerkproblem eines Drittanbieters für den Vorfall verantwortlich.

Am 15. Januar hatte es in Nordamerika zudem bereits Probleme mit der KI-Anwendung Microsoft Copilot gegeben. Microsoft hatte das Problem um 19:42 Uhr pazifischer Zeit bestätigt und es um 20:24 Uhr als "behoben" gemeldet. Dem Anbieter zufolge war hier eine Konfigurationsänderung am Dienst für das Problem verantwortlich. Diese sei rückgängig gemacht worden, um die Auswirkungen zu beheben.

Zu den weiteren größeren Ausfällen, die in den ersten Wochen des Jahres 2026 bereits aufgetreten sind, gehört der fast 10-stündige Ausfall von Verizon Anfang des Monats, von dem mehr als 1 Million Nutzer in den USA betroffen waren.

Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.

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