Arctic-Wolf-CEO: 75 Prozent der SOC-Rollen könnten "fast vollständig agentenbasiert" werden

Nick Schneider, Chef des IT-Sicherheitsunternehmens Arctic Wolf, kündigte auf der CRN-Konferenz XChange in Atlanta Innovationen an, die die meisten Prozesse und Aufgaben in einem Security Operations Center (SOC) automatisieren sollen. Security-Experten der Partner würden aber nicht überflüssig, im Gegenteil.

"Stellen Sie sich eine Welt vor, in der ein Kunde festlegen kann, an welchen Stellen er einen Menschen einbeziehen möchte – und dieser Mensch könnte von Arctic Wolf oder vom Partner kommen", skizziert Arctic-Wolf-CEO Nick Schneider das SOC der Zukunft, an dem sein Unternehmen arbeitet. (Foto: CRN)

Die rasante Weiterentwicklung extrem leistungsfähiger KI-Modelle für die Cybersicherheit führt dazu, dass ein Großteil der Arbeit in Security Operations Centers (SOC) in nicht allzu ferner Zukunft überwiegend von KI-Agenten übernommen werden dürfte, sagte Arctic-Wolf-CEO Nick Schneider am Montag während der CRN-Konferenz XChange in Atlanta/USA.

Gleichzeitig könnten neue KI-Technologien – darunter Funktionen, die der Anbieter der Security-Operations-Plattform Arctic Wolf derzeit entwickelt – es Partnern erleichtern, menschliches Urteilsvermögen in entscheidende SOC-Prozesse einzubringen, sagte Schneider auf Fragen von CRN-Redakteuren. Die Erkenntnisse von Arctic Wolf deuteten darauf hin, dass KI-Agenten einen beträchtlichen Teil der SOC-Aufgaben übernehmen könnten, während Menschen die Verantwortung für zentrale Entscheidungen, Kundeninteraktionen und die Aufsicht behielten, so der CEO des IT-Sicherheitsanbieters.

"Wir haben analysiert, was mindestens erforderlich ist, um ein SOC betreiben zu können. Dabei können etwa 75 Prozent der Rollen fast vollständig agentenbasiert werden", sagte Schneider. "Was letztlich beim Menschen verbleibt, ist ein gewisses Maß an Vertrauen und Interaktion."

In welchem Umfang sich die SOC-Arbeit in einen agentengesteuerten Prozess überführen lässt, werde sich natürlich "von Kunde zu Kunde und von Partner zu Partner unterscheiden – je nachdem, wo die jeweilige Vertrauensschwelle liegt", sagte er. "Manche Kunden sagen: 'Ich werde im Zweifel eher auf die Agenten setzen.' Andere sagen: 'Nein, gehen wir nur bis hierhin, und beim Rest möchte ich weiterhin einen Menschen einbinden'".

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Um diesen grundlegenden Wandel hin zu einem agentengestützten SOC zu ermöglichen, entwickelt Arctic Wolf laut Schneider derzeit Funktionen, die Partnern mehr Einblick in die Aktivitäten der KI-Agenten geben sollen.

Die Idee: Partnern ein leichteres Eingreifen in bestimmte Security-Operations-Prozesse zu ermöglichen, wenn menschliches Urteilsvermögen besonders gefragt ist. "Stellen Sie sich eine Welt vor, in der ein Kunde festlegen kann, an welchen Stellen er einen Menschen einbeziehen möchte – und dieser Mensch könnte von Arctic Wolf oder vom Partner kommen", so Schneider.

Zwar gebe es zweifellos "noch viel Produktarbeit, die erledigt werden muss, um das zu ermöglichen". Das daraus entstehende Angebot, das Arctic Wolf den Partnern letztlich bereitstellen wolle, werde sich jedoch "sehr deutlich vom Wettbewerb abheben", sagte er Manager.

"Enorme Alleinstellungsmerkmale"

Dass Schneiders Vision eines agentenbasierten SOC den dringenden Bedarf von Sicherheitsteams und Partnern widerspiegelt, mit KI-gestützten Angriffen Schritt zu halten, steht außer Frage, beteuerte Manak Ahluwalia, President und CEO des in Canton/Massachusetts ansässigen Unternehmens Aqueduct Technologies, eines langjährigen Arctic-Wolf-Partners.

Aqueduct habe große Fortschritte von Arctic Wolf beim Einsatz von KI in seiner Security-Operations-Plattform beobachtet. Die Pläne, diesen Ansatz künftig auszuweiten, seien äußerst vielversprechend, so der CEO des IT-Dienstleisters.

Eine zentrale Frage im derzeit von KI dominierten Markt laute: "Was wird letztlich zum Unterscheidungsmerkmal, wenn wir mit Maschinengeschwindigkeit entwickeln können?", frage er sich. "Tatsächlich werden der Kontext, mit dem man das System füttert, und die vorhandenen Daten entscheidend sein", so Ahluwalia. "Und ich denke, Unternehmen wie Arctic Wolf, die über diese Daten verfügen und sie praktisch für das SOC nutzen können, besitzen dadurch enorme Alleinstellungsmerkmale."

Die Möglichkeit, dass künftig rund Dreiviertel der SOC-Rollen überwiegend von Agenten übernommen werden, klinge realistisch und werde angesichts der Beschleunigung von Angriffen durch dieselben KI-Technologien zweifellos dringend benötigt, merkte Ahluwalia an.

Unternehmen, die "mit Maschinengeschwindigkeit angegriffen werden, werden wissen wollen, dass sie auch mit Maschinengeschwindigkeit reagieren", sagte er. "Ich denke, das lässt sich nur sinnvoll erreichen, wenn Maschinen auf einige dieser konkreten Elemente reagieren, etwa Korrelation, Analyse und Verifizierung."

Partnerorientierte Funktionen

Für die Partner von Arctic Wolf sollen neue agentenbasierte Funktionen, die für die nahe Zukunft geplant sind, die SOC-Arbeit leichter nachvollziehbar machen und zugleich zusätzliche Möglichkeiten schaffen, sich an der Servicebereitstellung zu beteiligen, sagte Arctic Wolf-CEO Schneider. Das Unternehmen will in den kommenden Monaten ein Angebot veröffentlichen, das die Aktivitäten seiner Agenten "transparent und nachvollziehbar" mache.

Das neue Angebot "zeigt, was jeder Agent getan hat, warum er eine bestimmte Entscheidung getroffen hat, an welcher Stelle ein Mensch in den Prozess einbezogen werden musste – und wir werden auch einen Mechanismus bereitstellen, über den sich der Partner dort einbringen kann", kündigte Schneider an.

Ziel sei ein "hybrides Interaktionsmodell", bei dem Kunden entscheiden können, welche kritischen Entscheidungen eine Person von Arctic Wolf oder von ihrem Lösungsanbieter erfordern. Gleichzeitig entwickelt Arctic Wolf laut Schneider neue Möglichkeiten für die Interaktion mit seiner agentenbasierten SOC-Plattform – unter anderem über Tools wie Slack und Teams sowie über eine dialogorientierte Benutzeroberfläche auf LLM-Basis.

"Alles in allem sind wir, zumindest seit ich im Unternehmen bin, stets zu 100 Prozent über unsere Channel-Community in den Markt gegangen", sagte er. Schneiders Angaben zufolge bleibt das Bekenntnis von Arctic Wolf zum Channel auch im KI-Zeitalter "zweifellos so stark wie eh und je."

Es seien die Partner, sagte er, die "die Kunden verstehen und insbesondere einige der Services oder zusätzlichen Produktfunktionen ergänzen können, die ein Kunde für seinen Schutz benötigt".

Der Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.

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