Accenture und ServiceNow nehmen Legacy-Anwendungen und Sicherheit mit agentischer KI in Angriff
Accenture hat gemeinsam mit ServiceNow KI-gestützte Managed Security Services vorgestellt. Sie sollen Kunden dabei helfen, von Legacy-Tools zu migrieren, Risiken durch Drittanbieter und Operational Technology zu steuern, Compliance-Prozesse zu beschleunigen und angesichts zunehmender KI-gestützter Bedrohungen schnellere, ergebnisorientierte Cybersecurity-Services bereitzustellen.
Der globale IT-Dienstleister Accenture und der Anbieter für automatisierte digitale Workflows ServiceNow teilten am Montag mit, dass Accenture neue Managed Security Services aufbauen wird, die die KI-Plattform von ServiceNow mit den KI-Fähigkeiten von Accenture kombinieren. Accenture arbeite bereits seit langer Zeit mit ServiceNow zusammen, insbesondere im Sicherheitsbereich und bei der Unterstützung von Kunden im integrierten Risikomanagement, sagte Rex Thexton, Global CTO des Cybersecurity-Geschäfts von Accenture.
"Wir haben den Eindruck, dass sich dieses Geschäft bislang – mangels eines besseren Begriffs – mit ‚menschlicher Geschwindigkeit‘ bewegt hat", erklärte Thexton gegenüber CRN. "Jetzt, mit KI und den zunehmenden Bedrohungen, muss es sich aber mit KI-Geschwindigkeit bewegen. Wir arbeiten mit ServiceNow daran, einen umfassenden Managed Service aufzubauen, der sich mit dem bewegen kann, was sie als ‚Maschinengeschwindigkeit‘ oder ‚KI-Geschwindigkeit‘ bezeichnen, um Kunden auch dabei zu helfen, die gesamte regulatorische Belastung im Blick zu behalten."
Nachholbedarf bei OT-Sicherheit und Legacy-Anwendungen
Um diesen Geschwindigkeitsschub zu erreichen, müssen sich Thextons Ausführungen zufolge einige Dinge ändern. "Menschen müssen sich heute mit einer anderen Geschwindigkeit bewegen können, um mit den zunehmenden Bedrohungen und dem Tempo des Geschäfts Schritt zu halten und Drittanbieterrisiken sowie Risiken im Allgemeinen zu managen", erläuterte er. "Das hängt auch mit dem Risikomanagement für Operational Technology zusammen, in das wir stark investiert haben. Wir sind der Ansicht, dass das OT-Risikomanagement unterversorgt ist. Das ist ein weiterer Bereich, dem wir – mangels eines besseren Begriffs – mehr Schwung verleihen wollen."
Viele Kunden steckten noch immer in Legacy-Technologien fest. Deshalb habe Accenture einige KI-gestützte Migrationsfunktionen entwickelt, um ihnen den Wechsel von seit Jahrzehnten bestehenden Legacy-Tools zu erleichtern, sagte Thexton: "Wir glauben, dass ihnen das helfen wird, sich in dem erforderlichen Tempo zu bewegen." Konkrete Anbieter dieser Legacy-Tools wollte er dabei jedoch nicht nennen.
Accenture arbeite schon seit Langem mit ServiceNow zusammen, doch bei der neuen Beziehung gehe es weniger um klassische Beratung, Systemintegration oder Managed Services, sondern stärker um durchgängige Ergebnisse, fuhr Thexton fort. "Das ist kein reines As-a-Service-Modell auf Basis der ServiceNow-Plattform, bei dem wir mit Kunden zusammenarbeiten, um ein Ergebnis auf Grundlage von Resultaten statt – mangels eines besseren Begriffs – ‚Zeit und Stunden‘ zu liefern", sagte er. "Es ist ein Service, den wir Kunden bereitstellen können, bei dem wir ihnen den gesamten Aufwand bei der Beschaffung abnehmen: den Kauf einer Technologie, deren Integration und das langfristige Management. Wir liefern dieses vollständige Ergebnis Ende-zu-Ende."
Früher sei dies ein sehr linearer Prozess gewesen, sagte Thexton. "Wir wollen eine schnelle Migration ermöglichen, um sich von Legacy-Technologien zu lösen. Zugleich bringen wir unsere mehr als 20-jährige Erfahrung in die KI ein, wodurch sie deutlich leistungsfähiger wird", führte er aus. "KI ohne Kontext und Wissen liefert ein generisches Ergebnis. Wir stellen gezielte, sinnvolle Fähigkeiten bereit."
Drittanbieter-Risiken managen
Mit Blick nach vorn soll der Schwerpunkt der neuen ServiceNow-Beziehung von Accenture laut Thexton darauf liegen, Kunden beim Management ihrer Drittanbieterrisiken zu unterstützen. "Lieferketten werden für Kunden zunehmend zu einem Problem, weil sie sich schneller bewegen – nennen wir es den ‚Mythos-Moment‘ oder den ‚Frontier-AI-Moment‘", sagte er. "Es ist wirklich schwierig, Anbieter zu verfolgen und ihre Lieferketten, ihre Software-Stücklisten, die von ihnen genutzten Grundlagen und die eigene Exponierung gegenüber ihnen zu verstehen. Das Risiko daraus zu reduzieren, ist äußerst wichtig."
Hinzu komme die Frage europäischer KI-Regulierungen. "Die Zeit zu verkürzen, die für die Einhaltung dieser Vorschriften benötigt wird, wird äußerst wichtig sein", zeigte sich Thexton überzeugt. "Was wir aus KI-Perspektive ermöglicht haben, wird Kunden dabei helfen, dies um Größenordnungen schneller zu tun – vielleicht in der Hälfte der Zeit oder sogar weniger. Zuvor waren das alles manuelle Aufgaben, sehr arbeitsintensiv. Bei dieser Beziehung geht es darum, einen erheblichen Teil davon zu automatisieren. Danach können wir künftig zu Autonomie übergehen, wenn wir 80 bis 90 Prozent dieses erheblichen redundanten Workflows automatisiert haben."
Accenture habe bereits einige Kunden auf der neuen Plattform sowie eine bedeutende und wachsende Pipeline, da Unternehmen die Vorteile von KI bei möglichst geringen Risiken ausschöpfen wollen, berichtete Thexton. "Wir helfen dabei, einen Teil dieses Risikos zu übernehmen und Ergebnisse zu garantieren."
KI-gestützte Managed-Security-Migrationslösung
KI halte Einzug in jeden Bereich und beschleunige Abläufe. Deshalb sei es wichtig, unterschiedliche Plattformen, Partnerschaften und Services zusammenzuführen, um es Kunden einfacher zu machen, unterstrich Michael Park, Senior Vice President of Global Partnerships and Channels bei ServiceNow. "Accenture bietet eine KI-gestützte Managed-Security-Migrationslösung an", erklärte Park gegenüber CRN. "Wir analysieren die Sicherheitslandschaft von Kunden, die mit Fragmentierung und einer Vielzahl zu vieler Softwarepakete zu kämpfen haben. Wir kommen mit KI-gestützten Tools, um die Migration von Legacy-Plattformen durchzuführen und ein einheitliches Risikomanagement sowie einen Managed Service für Drittanbieter hinzuzufügen – alles gestützt auf die gemeinsame ServiceNow-KI-Plattform."
Darüber werde ein Risikomanagement für Operational Technology gelegt, das KI und agentische KI nutzt, um kontinuierlich auf proaktives Risikomanagement und Compliance zu überwachen, ergänzte Park. "Es ist also eine neue Art von Service: Wir betrachten das Alte, nutzen agentische KI, um es als Managed Service in eine neue Welt zu überführen, und setzen dann KI ein, um es in dieser neuen Serviceform einfacher und schneller nutzbar zu machen. Solche Migrationen konnten in der alten Welt Jahre dauern."
Traditionell sei dieser Prozess eher manuell gewesen und habe viele bewegliche Teile umfasst, da die Technologie zur Automatisierung der Abläufe selbst vor einem Jahr noch nicht verfügbar gewesen sei, erläuterte Park. "Innerhalb nur eines Jahres haben wir nun wirklich starke Tools, mit denen wir die Technologie auf ein Problemfeld anwenden können, das lange Zeit von Menschen bearbeitet wurde", sagte er. "Die Automatisierung der Migration ermöglicht es uns, deutlich schneller zu erkennen, wie der Lift-and-Shift erfolgen muss. Der Managed Service in Kombination mit der ServiceNow-Plattform erlaubt es uns anschließend, die Lösung schneller in Produktion zu bringen."
ServiceNow bringe in die Partnerschaft eine Mischung aus bestehenden Produkten und Technologien ein, darunter Technologie aus den jüngsten Übernahmen des Cyber-Exposure-Management-Anbieters Armis und des Identity-Security-Start-ups Veza sowie Schnittstellen und Protokolle zur Anbindung an die Technologie von Accenture, vertiefte Park. "Die Migrationsservices von Accenture sind beispielsweise einzigartig für das, was das Unternehmen mit seiner installierten Basis tut", unterstrich er. "Sie binden diese in unsere Workflow-Engine ein, sodass ihre KI das Problem identifiziert und wir den Workflow darum herum abbilden. Die ServiceNow-Plattform verwaltet dies, während Accenture eigene IP und eigene KI-Services einbringt."
Die Accenture-Agenten gingen in eine Umgebung und betrachteten die bestehenden Legacy-Sicherheitsanwendungen, sagte Park. Diese Agenten seien von Accenture so programmiert worden, dass sie einen bestimmten Satz von Anwendungen analysieren und erkennen, was erforderlich wäre, um sie aus einer On-Premises-Umgebung in einen Managed Service zu überführen – einschließlich der passenden Protokolle und der erforderlichen Abfolge von Aktivitäten. "Accenture hat diese IP in seinen Migrationsservices aufgebaut. Wenn die Anwendungen in den Managed Service überführt werden, docken sie an den ServiceNow-Workflow an, der dann beginnt, den Workflow der verschiedenen Anwendungen zu steuern", führte er aus. "Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie die KIs von ServiceNow und Accenture zusammenarbeiten, um eine bessere, schnellere und effektivere Lösung für die Sicherheitsprobleme der Kunden zu schaffen."
Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.
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