Accenture-Experte: Jedes Unternehmen braucht einen KI-Risikobeauftragten

Angesichts stark zunehmender KI-Cyberrisiken müsse es in jeder Organisation künftig "eine dafür verantwortliche Führungskraft" geben, fordert Ryan Whelan von Accenture gegenüber CRN.

(Foto: gremlin - GettyImages)

Um sicherzustellen, dass angesichts des enormen Drangs zum Einsatz von KI die Cyber- und allgemeine Sicherheit nicht auf der Strecke bleiben, ist es für die meisten Unternehmen inzwischen unerlässlich, einen eindeutigen Verantwortlichen für diese Herausforderung zu benennen, ist Ryan Whelan, Cyber-Intelligence-Leiter bei Accenture, überzeugt. Die stark zunehmenden Cyberrisiken durch ungezügelte KI-Einführung machen aus seiner Sicht deutlich, dass es in jeder Organisation "eine verantwortliche Führungskraft" geben müsse, die umfassend befugt ist sicherzustellen, dass der Einsatz von KI und agentischer KI nicht unkontrolliert erfolgt, erläuterte Whelan, Managing Director und Global Head of Cyber Intelligence bei Accenture, der Nummer 1 der CRN Solution Provider 500 für 2026.

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"Eine der Fragen, die sich jede Unternehmensleitung und jeder Vorstand derzeit stellen sollte, lautet: Haben wir jemanden, der ausdrücklich damit beauftragt ist, täglich das mit der Einführung dieser Systeme verbundene Risiko zu betrachten und regelmäßig mit uns darüber zu sprechen?", forderte er in einem Interview mit CRN. "So führen Sie das Risikogespräch zur gleichen Zeit wie das Gespräch über geschäftliche Beschleunigung."

Seinen Beobachtungen zufolge finden die Betrachtungen zu diesen Themen allerdings bei vielen Unternehmen bislang noch nicht gemeinsam statt. Bei aktuellen KI-Diskussionen "würde ich sagen, dass das Sicherheitsgespräch in den meisten Fällen" dem Gespräch über geschäftliche Beschleunigung hinterherlaufe, konstatierte er. Die Folge für solche Organisationen sei letztlich, dass "Lücken und Nahtstellen entstehen, die von Angreifern ausgenutzt werden können", so Whelan.

Ungeliebte Aufgabe

Allerdings wollten Organisationen möglicherweise nicht immer tatsächlich jemanden in eine solche Position bringen, merkte er an. "Das ist schwierig. Wenn sie jemanden in diese Position berufen, kann es sein, dass diese Person das Gefühl hat, gegen Widerstände anzukämpfen – denn ihre Aufgabe besteht darin zu sagen: ‚Moment mal, Leute, wir müssen langsamer machen. Wir müssen hier eine Diskussion über das Risiko führen‘", erläuterte Whelan. "Ich denke daher, dass dies sehr intelligent angegangen werden muss – unter Einbindung der anderen Führungskräfte in einer Organisation, die bereits für Risiken verantwortlich sind: der Rechtsabteilung, des Chief Risk Officer, falls es einen gibt", empfahl er.

Die Situation sei vergleichbar mit der Funktion von Bremsen in einem Fahrzeug, so Whelan. "Wenn wir alle einfach um Kurven fliegen könnten und nie bremsen müssten, würden wir das Autofahren sicher alle lieben", verglich er. "Aber man muss Bremsen intelligent einsetzen, um von Punkt A nach Punkt B zu kommen – und das gilt zunehmend auch für Unternehmen." In Wahrheit "tun wir das in anderen Bereichen ständig – man nennt es Ethik", sagte er. "Es ist also kein unbekanntes Konzept."

Nach seinem Dafürhalten könnte etwa CISO die passende Führungskraft für diese Aufgabe sein, allerdings werde sich das je nach Organisation unterscheiden. Das Wichtigste sei dabei jedoch, dass die Verantwortung formal einer einzelnen Führungskraft zugewiesen werde – mit voller Unterstützung von Vorstand und Unternehmensleitung, unterstrich er. "Ich bin wirklich der Meinung, dass Organisationen darüber nachdenken müssen, wie sie KI- und agentische Risiken regelmäßig auf die Ebene von Unternehmensleitung und Vorstand heben. Und dafür braucht es eine verantwortliche Führungskraft", führte er aus. "Ich sage nicht, dass es der CISO sein muss, aber sie brauchen eine verantwortliche Führungskraft. Ich halte das für wirklich wichtig."

Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.

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