Tobit Software trauert um Gründer Tobias Groten
Der Ahauser Softwareunternehmer ist mit 59 Jahren gestorben. Tobias Groten war ein Vordenker und Visionär. Der "Bill Gates von Westfalen" hat aus seiner Heimat Ahaus eine digitale Vorzeigestadt gemacht. Tobit Software mit seinen 200 Beschäftigten und ganz Ahaus trauert um einen außergewöhnlichen Menschen.
Tobias Groten ist am Sonntag an den Folgen eines Herzinfarkts plötzlich verstorben. Die Beschäftigten von Tobit Software AG wurden am Montag vom Tod ihres Chefs informiert. "Tobit.Software hat seinen visionären Gründer und kreativen Vordenker verloren. Seine geliebte Heimatstadt Ahaus einen prägenden Menschen. Und wir einen inspirierenden Mentor und Freund. Tobias hat ein außergewöhnliches Unternehmen geschaffen. Eines, das nur er so aufbauen konnte. Sein Spirit wird mit Tobit.Software weiter leben", heißt es auf der Webseite des Unternehmens.
Tobias Groten hinterlässt eine Frau und vier erwachsene Kinder. Sohn Ludwig Groten wurde vergangenen März zum Geschäftsführer der Tobit Software GmbH bestellt. Der 29jährige Münsterländer arbeitet seit 2017 bei Tobit.
"Tobit.Software hat seinen visionären Gründer und kreativen Vordenker verloren. Seine geliebte Heimatstadt Ahaus einen prägenden Menschen. Und wir einen inspirierenden Mentor und Freund", heißt es in einem Kondolenz-Eintrag auf der Webseite der Firma.
Smart City Ahaus
Unternehmer Groten war eng mit Ahaus verbunden. Lange bevor es den Begriff "Smart City" gab, hatte er seine Heimatstadt in ein Reallabor für seine digitalen Ideen verwandelt und die Vernetzung kommunaler Dienste und des örtlichen Gewerbes vorangetrieben - etwa Bezahlsysteme, Gastronomie, Event und Stadt-Services. Ahaus positionierte der Softwareunternehmer damit als eine der digitalisiertesten Kleinstädte Deutschlands.
Die Firmenzentrale mit eigenem Campus an der Parallelstraße 41 ist mehr als nur ein Arbeitsplatz für die rund 200 Beschäftigten. Der Tobis Tower ist ein Showcase für Smart City-Vernetzung.
Tobias Groten hat 1986 sein Abitur abgebrochen, um sich ganz auf die von ihm gegründete Tobis Software zu konzentrieren. Groten startete das Unternehmen bereits als Jugendlicher; noch vor der offiziellen Gründung entwickelte er Software für Heimcomputer wie den Atari ST sowie Anwendungen für Mailbox-Systeme und Datenübertragung. Der Fokus lag von Beginn an auf Kommunikationssoftware.
Durchbruch mit "David" - Fax und Messaging-Lösungen
In den 1990erJahren gelang Tobit der Durchbruch mit Fax und Messaging-Lösungen sowie serverbasierter Kommunikationssoftware. Besonders prägend war das Produkt David, eine integrierte Messaging- und Groupware-Plattform für E-Mail, Fax, Voice, SMS und Groupware-Funktionen. Damit zählte Tobit zu den frühen Anbietern von Unified Messaging im deutschsprachigen Raum.
Tobit ist inhabergeführt und unabhängig. Die operative Gesellschaft ist eine Tochter der Tobit Laboratories AG, an der Tobias Groten die Anteile hält und als CEO fungierte.
Über klassische Business-Kommunikation hinaus erweiterte Tobit sein Portfolio um mobile, cloudbasierte und plattformorientierte Ansätze. Bekannt ist das Unternehmen heute unter anderem für das digitale Betriebssystem Chayns.
Medien portträtierten Tobias Groten gerne als "Bill Gates von Westfalen". Noch am 1.Mai hatte er unermüdlich für mehr Digitalisierung geworben, berichtet der WDR.
"Wenn ich an die Zeit bei Tobit zurückdenke, wissen wir alle: Tobias hat diese Jahre geprägt. Er war ein Macher, der uns gezeigt hat, wie man Träume nicht nur plant, sondern wirklich lebt. Dank ihm haben wir tolle Momente erlebt, es sind Freundschaften entstanden, die heute noch halten, und wir haben gelernt, was echte Gemeinschaft bedeutet", so einer der vielen Kommentare auf der Tobit-Webseite zum Tod von Tobias Groten.
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