TIM AG: Mission Umsatzmilliarde erreicht
Still und leise genießen, das ist wohl die Philosophie der TIM AG aus Wiesbaden. Der VAD hatte konservativ geplant und letztes Geschäftsjahr dann doch kräftig zugelegt. Den Meilenstein ihrer 41-jährigen Unternehmensgeschichte feierte das Familienunternehmen, wie ein Hidden Champion aus dem deutschen Mittelstand zu feiern pflegt: ohne großes Getöse in der Öffentlichkeit.
Wie feiert ein familiengeführter Distributor eigentlich das Erreichen der Umsatzmilliarde? So wie ein Hidden Champion aus dem deutschen Mittelstand eben feiert: Sekt und lustiges Beisammensein, aber kein lautes Getöse in der Öffentlichkeit. Hätte die TIM AG nicht dieses Bild und diese knappen Zeilen auf Linkedin veröffentlicht, wäre dieser Meilenstein nicht öffentlich bekannt.
"✨ 1 MILLIARDE ✨ Das Hashtag#FY26 zeigt in Zahlen, dass Hashtag#TIMteam stets mit Leidenschaft Vollgas gibt: Wir haben ordentlich gefeiert, sind stolz und voller Freude ❤️ Danke an alle Hersteller- und Systemhauspartner, die Teil dieses Meilensteins sind – weiter geht's! 🚀".
Keine Pressemitteilung, keine Interviews, nicht einmal eine Meldung in der Infothek auf der Webseite des VADs! "Weiter geht's" eben, am nächsten Meilenstein zu arbeiten.
"Nur konservativ planbar"
Vor einem Jahr plante der VAD gewohnt vorsichtig und teilte im Lagebericht der Bilanz zum bevorstehenden Geschäftsjahr 2025/2026 mit: "Generell ist die wirtschaftliche Entwicklung der TIM vor dem Hintergrund der anhaltenden Konsolidierungsphase unter IT-Herstellern und Systemhäusern und der damit verbundenen Unsicherheiten in Bezug auf deren Vertriebs- bzw. Bezugswege nur konservativ planbar". Man wollte die Stellung im Markt der Distributoren für Produkte des Rechenzentrums und für IT-Security "weiter festigen", hieß es. Das ist mehr als gelungen.
Trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten vor allem in Deutschland – TIM agiert auch in der Schweiz und Österreich – ging man in Wiesbaden für das Geschäftsjahr 2025/2026 von einem Umsatz "leicht über dem Niveau des Vorjahres" aus. Es kam, positive Überraschung, anders.
Ein Blick ins Handelsregister zeigt: TIM muss mindestens um mehr als 14 Prozent im Geschäftsjahr 2025/2026, das am 30. April endete, gewachsen sein. In der Vorjahresbilanz stand ein Umsatz von 874,5 Millionen Euro, vor Steuern verdiente der Distributor 9,4 Mio. Euro. Einschließlich des Gewinnvortrags hat TIM einen Gewinn von 35,4 Mio. Euro in der Bilanz 2024/2025 stehen. Er dürfte im abgelaufenen Geschäftsjahr 25/26 gestiegen sein. Die Mission Umsatzmilliarde feierte der VAD mit seinen rund 230 Mitarbeitern vor einigen Wochen.
Nachfolge schon 2000 geregelt
Einen der Meilenstein für diesen neuerlichen Meilenstein hatte Gründer Gerd Henneveld bereits vor 6 Jahren gelegt. Er gab den Vorstandsvorsitz an Sohn Tim Henneveld ab und blieb aber an seiner Seite als Vorstand. Der Vorname des Juniors stand übrigens nicht Pate für den Firmennamen, Tim wurde gerade eingeschult, als Vater Gerd 1985 Technologie Informations Management, kurz TIM, gründete.
Außerdem ist da noch Jörg Eilenstein im Vorstand, seit 1999 beim Wiesbadener VAD, und für Vertrieb, Produktmarketing, Business Development und Logistik zuständig. Im Bild unten rechts stößt das Vorstandstrio auf die erfüllte Mission an.
Personelle Kontinuität in turbulenten Channel-Zeiten
Wie Eilenstein hat auch Rocco Frömberg Karriere bei TIM gemacht. Vor fast einem Vierteljahrhundert stieß er als Produktmanager zu TIM. Seit 2 Jahren ist Frömberg als Direktor für die Herstellerbeziehungen und das Business Development des Portfolios zuständig. In Zeiten des technologischen Umbruchs und bisweilen radikaler Bereinigungen von Partnerlandschaften vor allem bei US-Herstellern braucht es Strategen wie Frömberg, die bei der Erweiterung des Portfolios auf Innovationsführer und verlässliche Herstellerpartner setzen müssen.
TIM agiert mit den Säulen Infrastruktur für Rechenzentrum, Security und Dienstleistungen in Wachstumssegmenten, die durch KI einen Schub erfahren. Personelle Kontinuität in der Besetzung von wichtigen Schlüsselstellen, auf die TIM Wert legt, ist wiederum für Partner wichtig.
Als familiengeführter Distributor kann TIM vielleicht nicht mit der Finanzstärke großer Distributionskonzerne wie TD Synnex, Ingram Micro oder Also und Arrow mithalten. Deren hauseigene Finanzierungsdienste sind seit der Komponentenkrise stark gefragt. Dafür kann ein familiengeführter Distributor wie TIM oft flexibler und schneller auf Partneranliegen reagieren, als dies börsennotierten Distributionskonzernen möglich ist.
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