Milliarden-Distribution: Synaxon zieht Handelsgeschäft nun auch in Österreich auf
In Großbritannien ist Synaxon schon, nun startet die Kooperation ihr Handelsgeschäft in Österreich – an der Seite von "strategischen" Herstellern wie APC Schneider Electric, Dell, HP und Lenovo. Achten die Ostwestfalen die Eigenheiten dieses Marktes? Dann dürfte es gelingen, die Systemhäuser und MSPs in Österreich von den Vorteilen des Synaxon Marketplace und den Services zu überzeugen.
Eine wichtige Geschäftssäule von Synaxon ist das Distributionsgeschäft. Über den Zentraleinkauf ihrer rund 3.300 Partner wickelt die Verbundgruppe ein Einkaufsvolumen von deutlich mehr als 1 Mrd. Euro ab. Nun expandiert Synaxon in den österreichischen Markt und startet mit einer Niederlassung in Wien. Man will sich Partnern in Österreich mit dem neuen Synaxon Marketplace als attraktive Beschaffungsplattform präsentieren und die Vorteile eines Zentraleinkaufs herausstreichen. "Wir sind überzeugt, dass wir mit unserem Markteintritt in Österreich ein klares Signal setzen: Wir stehen für Verlässlichkeit, attraktive Konditionen und eine langfristige Partnerschaft – so wie wir es seit vielen Jahren in Deutschland und England erfolgreich praktizieren", sagt Synaxon-Vorstand Miguel Rodriguez.
Er hebt vor allem die neue Plattform Synaxon Marketplace hervor, Nachfolger für das Bestellsystem Egis: "Durch sie erreichen wir eine Vereinfachung des komplexen Servicegeschäfts, sorgen für Kostenersparnis und Fehlervermeidung und erzeugen insgesamt eine bessere Kundenerfahrung", ergänzt Rodriguez.
Strategische Herstellerpartner der Synaxon-Expansion
Das gesamte Produktportfolio, das Synaxon in Deutschland seit Jahrzehnten anbietet, kann in Österreich nicht einfach ausgerollt werden. Herstellerverträge werden immer für bestimmte Regionen unterzeichnet. Vendoren schätzen zwar einen gesunden Wettbewerb unter ihren Grossisten, sie müssen aber auch Balance halten Überdistribuierung verhindern. Synaxon startet in Österreich in enger Absprache mit ausgewählten Herstellern. Zu den "strategischen" Vendoren zählen APC Schneider Electric, Dell, HP und Lenovo. Ziel: Neue Vertriebspotenziale zu erschließen und IT-Dienstleister zu unterstützen, die bisher keinen direkten Herstellerstatus besitzen.
Letzteres ist ein Vorteil insbesondere für kleinere Reseller, die für den Direktstatus geforderte Umsatzgrenzen nicht schaffen oder personell limitiert sind, wenn ein Hersteller beispielsweise Zertifizierungen fordert.
Neben attraktiven Einkaufskonditionen und Projektpreisen auch ab kleineren Stückzahlen für Hardware und Software bei "führenden Herstellern" wirbt Synaxon zudem mit Dienstleistungen wie etwa erweiterte RMA oder Unterstützung im Projektgeschäft.
Master MSP jetzt auch für Reseller in Österreich
Ein besonderes Highlight für österreichische Partner könnte das Master MSP-Programm werden, das Synaxon vor einige Jahren entwickelte und das im deutschen Markt stark nachgefragt wird. Kleinere Systemhäuser oder Reseller, die Managed Services anbieten und damit regelmäßige Einnahmen generieren möchten, können die Tools und Plattformen nutzen, die das MSP-Team von Synaxon unter der Führung von Markus Rex entwickelte. 670 MSPs versorgt Synaxon mittlerweile mit dem Master MSP. Es kann auch in Österreich so erfolgreich werden, wie hierzulande - mit einer Wachstumsrate von rund 30 Prozent jedes Quartal, wie CRN zuletzt im vergangenen Oktober von Rex hörte.
"Wiener machen in Graz kein Geschäft"
Was nun personell passieren muss, damit das Distributionsgeschäft von Synaxon im österreichischen Channel erfolgreich angenommen wird, müsste Miguel Rodriguez klar sein. Als Führungskraft an der Spitze einer 3.300 starken Verbundgruppe weiß er, dass Geschäfte (immer noch) zwischen Menschen gemacht werden und – bei aller KI und digitaler Agenten – gute personelle Beziehungen dauerhaft binden. Wie das geht und wie wichtig personelle Kontinuität ist, zeigt ein Blick nach Großbritannien. Managing Director Mike Barron ist auf der Insel rund 12 Jahre für Synaxon tätig und hält das Netzwerk dort eng an die Kooperation gebunden – auch wenn er jedes Frühjahr neidvoll auf Kassel blickt, wo sich mehr als 500 Synaxon-Partner zum großen Channel-Event Impulse treffen.
Noch gibt es kein Pendant zu UK-Manager Barron in Österreich, ein Synaxon-Gesicht im österreichischen Channel nennt die Kooperation noch nicht, der als Key Account Manager Partner vor Ort betreut. Dass er oder sie den lokalen Markt nicht nur verstehen muss, sondern als Österreicher oder Österreicherin tief verwurzelt im dortigen Business ist, dürften Rodriguez und Synaxon-CEO Mark Schröder sicher diskutiert haben.
Freilich ist Österreich sehr speziell und die lokalen "Spezialitäten" eben etwas spezieller als man sich das womöglich in Ostwestfalen vorstellen kann. "Wiener machen im Graz keine Geschäfte", sagte einmal der vor wenigen Monaten verstorbene Gründer des Systemhauses ACP, Stefan Csizy, zu CRN. Das ist lange her, vielleicht aber immer noch gültig. Geschäftsmodelle in der IT-Branche wandeln sich sehr schnell. Mentalitäten, wie etwa die Wiener Arroganz, eher nicht.
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