Synaxon: Spürbar gestiegene Gehälter in Support-Bereichen bei Systemhäusern

Vergütung von angestellten GFs und anderen Beschäftigten im Systemhaus? Welche Boni und Extras werden bevorzugt? Was bringen Headhunter? Anders als die oft über einen Kamm gescherten Statistiken von Jobbörsen, analysiert der IT-Gehaltsspiegel von Synaxon detailliert die Vergütungen der mittelständischen IT-Branche. Und es geht nicht nur um Geld.

Der IT-Gehaltsspiegel 2026 liefert praxisnahe Daten für mittelständische IT-Dienstleister (Foto: Synaxon)

Eine hervorragende Stimmung in der besten Wohlfühlfirma unter einem fürsorglichen Chef, der nicht noch empathischer auf die Befindlichkeiten jedes Einzelnen eingehen kann, als er es in jeder Situation tut, nützt nichts, wenn das liebe Geld nicht stimmt. Der bekannte Spruch dazu: Wer mit Erdnüssen zahlt, bekommt Affen. Mit derlei tierischen Genügsamkeit lässt sich ein Zoo betreiben, aber kein Systemhaus. Primaten hinter Gittern dürften einfach nur sein, Fachkräfte müssen wirken und verstehen, dass Entlohnung auf ihrer Leistung basiert. Eigentlich logisch, aber gar nicht selbstverständlich.

In vielen Unternehmen werde zwar über Gehaltserhöhungen gesprochen, aber nur selten werde klar kommuniziert, welche Leistung oder welches Verhalten tatsächlich zu einer höheren Vergütung führt, stellt Marina Fieseler fest. "Das Ergebnis: Frust auf beiden Seiten. Mitarbeiter fühlen sich oft nicht ausreichend an erkannt, während Führungskräfte das Gefühl haben, ihre Leistungsträger könnten mehr leisten", erläutert die bei Synaxons iTeam für Markt und Portfolio zuständige Managerin. Wie man es besser machen kann, erläutert sie im Kapitel "Transparente Kommunikation" des aktuellen IT-Gehaltsspiegels 2026 von Synaxon.

Woher der Frust ums liebe Geld kommt? "Mitarbeiter verstehen nicht, welche Leistungen oder Kompetenzen wirklich zählen. Die Verbindung zwischen Leistung, Verantwortung und Vergütung ist nicht messbar oder nachvollziehbar", sagt Marina Fieseler (Foto: Synaxon)

Typischer Fall von Erwartungsdiskonfirmation, die sie so beschreibt: Wenn Erwartungen nicht klar definiert oder unterschiedlich verstanden werden, entsteht zwangsläufig Enttäuschung. Verstärkt wird das durch Informationsasymmetrie, also ungleiche Wissensstände zwischen Führungskräften und Mitarbeitern, sowie durch prozedurale Gerechtigkeit – die Frage, ob Entscheidungsprozesse als fair wahrgenommen werden.

Aus dieser wissenschaftlichen Sicht wird einem Systemhaus-Chef, der ja oft einen technischen Background hat, klar: Geld ist ein harter Faktor, die Wirkung des Gehalts und Entlohnungssystems auf Menschen ein psychologischer Mechanismus – mit Lenkungswirkung.

Benchmark für mittelständische Systemhäuser

Die dritte Auflage des IT-Gehaltsspiegels ist erneut viel mehr als "nur" Daten, Zahlen, Tabellen und Median-Werte. Über 200 Systemhäuser haben an der Umfrage 2026 mitgemacht, darunter knapp über 100 Partner der Synaxon-Kooperation iTeam. Den Nutzen aus diesen hervorragend detaillierten Statistiken ziehen IT-Häuser aus dem kleineren Mittelstand. Knapp mehr als ein Drittel der Teilnehmer beschäftigen weniger als 10 Personen, die größte Gruppe mit 44,7 Prozent hat 10 bis 29 Beschäftigte, 11,2 Prozent 30 bis 49 Angestellte, 10 Prozent einen Mitarbeiterstamm von mehr als 50.

Branchenriesen unter den IT-Dienstleistern haben ein anderes Gehaltgefüge, in der Regel sind die Vergütungen vor allem für Führungskräfte höher als bei Systemhäusern, die unter KMU und SMB eingruppiert werden. "Besonders wertvoll ist die Auswertung für den Mittelstand, da über 90 Prozent der Betriebe weniger als 50 Mitarbeiter beschäftigen", ergänzt Friedrich Pollert, Leiter der Synaxon-Akademie. Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:

Kontinuierlicher Anstieg der Gehälter im IT-Support

Die Auswertungen zeigen eine klare Staffelung der Gehälter, wobei das Lohnniveau im Vergleich zu 2025 in allen Support-Bereichen spürbar gestiegen ist:

Fazit von Synaxon: Diese Zahlen verdeutlichen, dass Systemhäuser ihre Vergütungsstrukturen aktiv anpassen, um im Wettbewerb um Fachkräfte attraktiv zu bleiben.

KI-Kompetenz als Schlüssel zum "Trusted Advisor"

Ein spannendes Ergebnis der diesjährigen Erhebung betrifft die strategische Ausrichtung. Auf die Frage nach neuen Kompetenzen, die in den nächsten ein bis drei Jahren geschaffen werden sollen, gaben 70,5 Prozent an, Fachkenntnisse im Bereich Automatisierung und KI fördern zu wollen. "Das unterstreicht den Wandel der Branche. IT-Dienstleister müssen sich heute mehr denn je als 'Trusted Advisor' für ihre Kunden etablieren", so Pollert.

Es gehe "längst nicht mehr nur darum, technische Lösungen umzusetzen", sagt er. "Der Mittelstand braucht langfristige, verlässliche Berater, die den Weg durch die digitale Transformation weisen. Dafür ist es unerlässlich, die entsprechende Fachkompetenz im eigenen Haus zu haben. KI ist hierfür kein optionales Extra mehr, sondern ein unverzichtbares Werkzeug für jeden modernen IT-Dienstleister."

Arbeitszeit und Benefits als Wettbewerbsfaktor

Während die 40-Stunden-Woche mit 84,5 Prozent weiterhin der Standard bleibt, gewinnen flexible Modelle an Boden: Rund 46 Prozent der Unternehmen bieten mittlerweile Gleitzeit an. Auch bei den Benefits gibt es klare Favoriten:

Recruiting-Strategien: Authentizität schlägt teure Portale

Ein wegweisendes Ergebnis liefert die Bewertung der Recruiting-Tools durch die Geschäftsführer. Es zeigt sich ein klarer Trend: Erfolg und Zufriedenheit liegen in der eigenen Hand der Unternehmen.

Die eigene Unternehmenswebsite wird von den Geschäftsführern als eines der wirkungsvollsten Instrumente bewertet (Durchschnittsnote 2,35), dicht gefolgt von Mitarbeiterempfehlungen (Durchschnittsnote 2,38). Diese persönlichen und authentischen Wege werden deutlich positiver wahrgenommen als externe Lösungen.

Am schlechtesten bewertet: Recruiting-Agenturen und Headhunter

Wo man besser keine Hilfe nach dringend benötigten Fachkräften sucht? "Teure Anzeigen und externe Headhunter sind nicht die Lösung", sagt Friedrich Pollert (Foto: Synaxon)

Im Gegensatz dazu verlieren klassische, teure Jobbörsen wie Indeed oder StepStone in der Gunst der IT-Unternehmen an Boden (Durchschnittsnoten 3,56 und 3,63). Besonders deutlich ist das Urteil bei externen Dienstleistern: Recruiting-Agenturen und Headhunter schneiden in der Bewertung der Geschäftsführer am schlechtesten ab (Durchschnittsnote 4,02).

Pollert sieht darin einen klaren Beleg für die Stärke von kleinen und mittelständischen Unternehmen: "Die Ergebnisse zeigen deutlich: Teure Anzeigen und externe Headhunter sind nicht die Lösung. Wer im Fachkräftemarkt bestehen will, muss Fachkräfte überzeugen, die den Betrieb mitgestalten wollen. Das gelingt vor allem durch gelebte Kultur und echte Identifikation – Werte, die man am besten über die eigene Website und das eigene Team vermittelt".

Der Kampf um Talente sei "kein Kampf mehr um Lebensläufe, sondern um gemeinsame Ziele". Gerade kleinere IT-Dienstleister hätten hier die Chance, gegenüber den Branchenriesen zu punkten, "weil sie viel näher an ihren Mitarbeitern sind und so eine glaubwürdige Brücke bauen können", so Friedrich Pollert.

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