Support-Ende: 82 Prozent der KMU nutzen veraltetes Office

Ab sofort wird Office 2021 von Microsoft nicht mehr mit Sicherheitsupdates versorgt. Mehr als drei Viertel der kleinen und mittelständischen Unternehmen haben jedoch verpasst, rechtzeitig auf die aktuelle Version oder Alternativen zu migrieren. Resellern bietet das eine gute Gelegenheit zum Einstieg in Gespräche mit den betroffenen Kunden.

(Foto: GettyImages - Supatman)

Mit dem gestrigen Stichtag (13. Oktober 2026) ist Microsoft Office 2021 aus dem Support gefallen. Damit erhält das Paket mit den am häufigsten genutzten Bürosoftware-Tools nun keinerlei Sicherheitsupdates mehr und auch Hilfestellungen wie der telefonische Support wurden beendet. Obwohl das bereits lange angekündigt war, haben viele Unternehmen das wichtige Datum verschlafen oder ignoriert. Laut der aktuellen KMU-Studie von Intra2net, für die der Groupware- und Security-Spezialist mehr als 100 deutsche Unternehmen mit jeweils 10 bis 49 Mitarbeitern und insgesamt 1.592 PC-Arbeitsplätzen mit lokal betriebenem Office befragt hat, haben nur etwa 10 Prozent der KMU die vergangenen Monate genutzt, um ihre Office-Suite auf eine aktuelle Version zu bringen. Lediglich 18 Prozent von ihnen setzen damit nun die aktuelle On-Premises-Version 2024 ein.

Im Gegenzug bedeutet das, dass nun 82Prozent von ihnen täglich Produktivsoftware nutzen, deren verbleibende Schwachstellen nicht mehr regulär geschlossen werden. Gerade in Zeiten der enormen Fortschritte bei der KI-gestützten Suche und Analyse von Sicherheitslücken ist diese, auch bei früheren Support-Umstellungen bereits in ähnlicher Weise beobachtete Nachlässigkeit, ein nochmals deutlich erhöhtes Risiko, sich in der Zukunft Angriffen auszusetzen. "Vier von fünf kleinen Unternehmen setzen sich ab heute einem unkalkulierbaren Risiko aus", konstatiert denn auch Intra2net-Vorstand Steffen Jarosch angesichts dieser erschreckenden Erkenntnis. Für Systemhäuser und Dienstleister bedeutet das ein riesiges Potenzial, um mit entsprechenden Kunden ins Gespräch zu gehen und ihnen Möglichkeiten für eine Migration auf aktuelle Versionen von Microsoft und anderen Office-Anbietern oder in die Cloud aufzuzeigen.

Alte Office-Versionen aus 2016 und 2013 an der Spitze

Nur wenige Firmen sind in den vergangenen 12 Monaten auf eine aktuelle Office-Version umgestiegen. Die meisten kamen dabei sogar von noch älteren Versionen als derm nun ausgelaufenen Office 2021 (Grafik: Intra2net)

Hilfreich ist dabei auch die Information, dass die Lage in der Praxis bei genauerem Hinsehen sogar noch schlimmer ist. Ein Blick auf die von ihnen eingesetzten Office-Varianten verrät, wie spät die KMU mit ihrer Office-Migrationspolitik tatsächlich dran sind: Ganz vorne stehen hier noch immer die beiden Vorgängerversionen Office 2016 und 2019, deren Support bereits vor einem Jahr beendet wurde. Ungeachtet dessen sind sie laut der Auswertung noch in 60 Prozent der kleinen Unternehmen mit lokaler Installation in Betrieb. In 7 Prozent der untersuchten Firmen laufen sogar weiterhin die noch älteren Versionen Office 2010 und 2013. Eine Situation, die auch Microsoft bereits zu Zugeständnissen ähnlich wie dereinst bei Windows XP gezwungen hat. "Dass Microsoft selbst für längst abgekündigte Versionen wie Office 2016 noch Patches nachschiebt, zeigt wie groß der Leidensdruck im Markt ist", unterstreicht Jarosch und fordert: "Dies kann aber keine Ausrede sein, weiter abzuwarten."

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