Supermarkt-Kühlanlagen: Raus aus dem Internet!
Nach den europaweiten Angriffen auf Supermarkt-Kühlungen wird ein grundlegendes Problem der Betriebstechnik (OT) deutlich: Anlagensteuerungen müssen für Wartungsarbeiten erreichbar sein. Sie dürfen aber nicht ungeschützt im Internet stehen.
Innerhalb weniger Wochen haben Angreifer zweimal die Kühlanlagen hunderter Supermärkte in Europa manipuliert. Im Oktober 2026 waren rund 700 Märkte in Frankreich betroffen, am 2. November folgte eine zweite Welle in mindestens zehn Ländern, auch in Deutschland. Kühltruhen und Kühlregale heizten über Nacht auf bis zu 50 Grad hoch, wodurch frische Lebensmittel im Wert von zehntausenden Euro pro Geschäft vernichtet wurden. Als Einfallstor dienten offenkundig Steuerungen, die ungeschützt im Internet erreichbar waren, oft "gesichert" mit Standardpasswörtern, und Fernzugänge von Wartungsfirmen.
Chance für Systemhäuser mit OT-Kunden
Einmal mehr wird hier die kriminelle Energie von Hackern deutlich, die auch die sinnlose Zerstörung von Lebensmitteln nicht scheuen. Ersichtlich wird aber auch ein grundlegendes Problem der Betriebstechnik (OT): Anlagensteuerungen müssen für Wartungsarbeiten erreichbar sein, dürfen dafür aber nicht ungeschützt im Internet stehen. Ein guter Zeitpunkt für Systemhäuser, das Thema Betriebstechnik ihrer Kunden anzusprechen und Überprüfungen anzubieten.
Dass solche "offenen Scheunentore" in Supermärkten und anderswo besser geschützt werden können, stellt definitiv kein technisches Problem dar. Der in Pfaffenhofen an der Ilm ansässige Softwarespezialist Cordaware GmbH Informationslogistik verweist in diesem Zusammenhang auf seine Lösung "bestzero": Die Zero-Trust-Lösung ermöglicht den Fernzugriff auf industrielle Steuerungen, ohne diese direkt aus dem Internet erreichbar zu machen. Statt offener Ports oder klassischer VPN-Zugänge werden Verbindungen nur ausgehend und verschlüsselt aufgebaut. Wartungsfirmen und Techniker erhalten Zugriff ausschließlich auf die Anlage, für die sie freigegeben sind, und erst nachdem Identität und Gerät geprüft wurden. Ein Zugriff auf das übrige Netzwerk ist nicht möglich.
Konsequente Absicherung umsetzen
"Die Angriffe zeigen, wie verwundbar kritische Betriebstechnik ist, wenn Fernzugriff wichtiger genommen wird als konsequente Absicherung", sagt Benjamin Späth, Produkt Manager bei Cordaware. "Eine Kühlsteuerung gehört nicht ins offene Internet. Mit Bestzero bleibt die Fernwartung für berechtigte Techniker einfach und komfortabel, allerdings ohne offene Netzwerkzugänge und ohne unnötige Angriffsflächen." Das 1995 gegründete Unternehmen Cordaware entwickelt Lösungen für Echtzeitkommunikation, digitale Alarmierung und sichere Zugriffe auf Anwendungen und digitale Ressourcen. Die Produkte adressieren mittelständische und große Unternehmen, Behörden, Einrichtungen des Gesundheitswesens, Finanzdienstleister und Industrieunternehmen.
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