Souveräne KI im Eiltempo: Mistrals Gigafactory-Netzwerk
Mistrals Pläne zum Aufbau eines eigenen europäischen KI-Gigafactory-Netzwerks kommen schnell voran. Innerhalb weniger Tage konnte der französische KI-Anbieter die notwendigen 830 Millionen US-Dollar für das erste Rechenzentrum in Paris und die dafür notwendigen 13.800 Nvidia-GPUs einsammeln und will den Bau noch im ersten Halbjahr abschließen.
Mistral AI treibt seine Pläne für seine souveräne europäische KI-Infrastruktur mit Hochdruck weiter voran. Eine zentrale Rolle soll dabei ein neues Giga-Rechenzentrum auf Basis von Nvidias Grace Blackwell-Infrastruktur spielen, das derzeit bei Paris entsteht, um die eigenen LLMs unabhängig von den Hyperscalern trainieren und die entsprechenden Cloud-Services für die Partner und Kunden betreiben zu können. Dafür setzt der erst 2023, also knapp ein Jahr nach dem öffentlichen Durchbruch von ChatGPT, gegründete französischen KI-Anbieter auf ein Cluster mit insgesamt 13.800 Nvidia GB300 KI-GPUs, die eine Rechenleistung von 44 Megawatt bereitstellen. "Europa braucht eine ambitionierte KI-Cloud-Infrastruktur und einen unabhängigen KI-Stack," fordert das Unternehmen.
Bislang gab es bei dem Ambitionierten Plan allerdings noch ein nicht unerhebliches Manko: Die Finanzierung war noch nicht abgeschlossen. Diesen Punkt hat Mistral nun jedoch offenbar abgeräumt und binnen weniger Tage die noch benötigten 830 Millionen US-Dollar bei Investoren eingesammelt. Der Großteil des Geldes kommt von einem internationalen Konsortium aus Banken wie Bpifrance, BNP Paribas, Crédit Agricole CIB, HSBC, La Banque Postale, MUFG und Natixis Corporate & Investment Banking. Genauso schnell soll es jetzt weitergehen. Die Inbetriebnahme der neuen KI-Gigafactory ist noch innerhalb des ersten Halbjahrs 2026 geplant.
Anschließend sollen in ähnlich hoher Geschwindigkeit auch in anderen europäischen Ländern bis Ende nächsten Jahres weitere solcher Datacenter mit einer geplanten Gesamtkapazität von mehr 200 Megawatt aus dem Boden gestampft werden. Als Standort der nächsten Anlage ist Schweden geplant, auch Deutschland darf sich entsprechende Hoffnungen machen. "Wir werden weiterhin in diesen Bereich investieren, angesichts der steigenden und nachhaltigen Nachfrage von Regierungen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die eigene, individuell angepasste KI-Umgebungen aufbauen möchten, anstatt von Drittanbieter-Clouds abhängig zu sein", erklärte Mistral-CEO Arthur Mensch. Damit will sich Mistral also zumindest in Europa bewusst seinen bisherigen Rechenzentrums-Partnern Microsoft, Amazon Web Services und Google freischwimmen.
Mistral "Forge": Individuelle KI für Partner und Kunden
Gleichzeitig mit den Rechenzentren baut Mistral auch sein Partner-Ökosystem weiter aus, zu dem bereits einige großen Beratungsfirmen und globale Systemintegratoren wie Accenture und Capgemini gehören. Ziel ist es, mit der souveränen KI-Infrastruktur und speziell auf europäische Bedürfnisse, wie etwa die hiesigen strengeren Datenschutzanforderungen, zugeschnittenen Diensten noch attraktiver für kleinere lokale europäische Partner und ihre Kunden zu werden. Vor einigen Tagen hat Mistral dazu mit "Forge" ein System vorgestellt, das es Partnern und Kunden erlaubt, moderne KI-Modelle auf Basis ihres eigenen, firmeninternen Wissens zu entwickeln und sicher zu nutzen. Dafür können die Open-Weight-Modelle mit großen Datenmengen wie beispielsweise internen Dokumentationen, Codebasen, strukturierten Daten und Betriebsdaten trainieren und für ihre individuellen Nutzungszwecke anpassen.
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